Neues Leben für einen alten Stadel – Gebäude in Schmidmühlen wurde für 600.000 Euro aufwendig saniert

Es war ein Tag wie aus dem Bilderbuch: strahlend weiß-blauer Himmel, eine bunte Festgemeinde und vor allem allseits großes Lob für eine gelungene Sanierung. Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde wurden die Sanierungsarbeiten am Steinstadel in Schmidmühlen, vielen auch als Salzstadel bekannt, mit dem kirchlichen Segen abgeschlossen.
Der Stadel hat eine lange Geschichte hinter sich. Laut Denkmalschutz wurde der mächtige Steinstadel im Jahr 1850 gebaut und war Teil des damaligen Sternwirtsanwesens. Wegen seiner massiven Bauweise gehöre er geschichtlich zu den Raritäten unter den Stadeln in der Region. Vor allem ist er ein imposantes Gebäude am Ortseingang und ein erster Blickfang, wenn man in das Zentrum hineinfährt. Das Hauptgebäude des ehemaligen Sternwirtsanwesen, das Wohn- und Gasthaus, wurde um 1800 gebaut.
Bis in die 1960er Jahre diente der Stadel als landwirtschaftliches Gebäude, bis er nach einigen Jahren des Leerstands in den 1970er Jahren renoviert wurde und unter der Bezeichnung „Salzstadel“ vielen Vereinen als quasi Fest- und Feierstadel für Vereinsfeste, Jubiläen, Kirchweihfeste oder Musikfestivals genutzt wurde. Aber auch diese Zeit ging vorbei und schließlich diente er viele Jahre als Lager, bis ihn der Markt Schmidmühlen erwarb, so blickte Bürgermeister Peter Braun in seiner Ansprache zurück.
Unterschiedliche Zustände
Anfänglich war eine Nutzung noch offen, bis schließlich die Eglseer Bauernbühne auf den Markt Schmidmühlen zu kam und wegen einer Möglichkeit zum Theaterspielen nachfragte. Eine neue Nutzung, mit dem sich auch der Denkmalschutz und weitere Genehmigungsbehörden anfreunden konnten. Schließlich beschloss der Markt die Sanierung.
Die Kosten des Stadels, die Errichtung eines Anbaus mit WC-Anlage und Schankraum sowie die Neugestaltung der Außenanlagen wurden mit etwas mehr als 600.000 Euro veranschlagt, der Kostenrahmen konnte gehalten werden. Das Vorhaben wird mit 80 Prozent bezuschusst. Nicht zuletzt wegen zahlreicher Eigenleistungen durch den Bauhof und durch detaillierte Planungen, wie Bürgermeister Peter Braun (CSU) berichtete, blieb man im Kostenrahmen und unter den Kosten vergleichbarer Maßnahmen. Gefördert wurde die Sanierung durch die Städtebauförderung.
Das Gute an dem Stadel, das ergaben entsprechende Untersuchungen, war die an sich gute Substanz des Stadels. Verantwortlich für die Sanierung war das Planungsbüro Florian Koller, Ingenieure und Architekten aus Amberg (Gesamtleitung des Projektes). Nach und nach wurde die Außenfassade saniert, was letztlich bedeutete, die versandeten Fugen wurden ausgekratzt und neu verfugt.
Die Fassaden zeigten sehr unterschiedliche Sanierungsstände. Historische Mörtelreste waren ausschlaggebend, den Stadel vollständig neu zu verschlämmen. Das bestehende Bruchsteinmauerwerk blieb so ablesbar und ist aber vor der Verwitterung geschützt. Eingebaut wurden auch neue holzsichtige Sprossenfenster in Lärche sowie passende Fensterläden. Durch den Bauhof wurden in Eigenregie die Elektroarbeiten ausgeführt, die Beleuchtung erneuert und eine Strahlungsheizung eingebaut. Eingebaut wurden auch entsprechende Sanitäranlagen und ein Schrankraum. Für den Tiefbau und Außenanlagen zeichnete das Planungsbüro von Christopher Trepesch, Landschaftsarchitektur Amberg. Die Zufahrt wurde bis zum Stadel gepflastert, im Umfeld wurden neben Grünflächen auch wassergebundene Flächen geschaffen sowie moderne Sitzgelegenheiten eingebaut.
Für diese gelungene Maßnahme gratulierte die Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl (CSU). „Wer sich auf den Weg macht, ein solches Projekt anzugehen, weiß, dass dies meist nicht ganz einfach ist. Man weiß erst hinterher, ob sich die Arbeit und die Investition gelohnt hat.“ In diesem Fall, so die Abgeordnete, gelang eine Sanierung eines den Ort prägendes Gebäude, das zu einem Schmuckstück wurde.
Sinnvolle Nachnutzung
Für den Landtagsabgeordneten Harald Schwartz (CSU) bedeutet der Abschluss dieses Sanierungsvorhabens ein gelungenes Beispiel für kommunale Weiterentwicklung. Für ihn habe die Sanierung und die Nutzung bestehender Gebäude Vorrang vor permanenten Neubauten. „Keine neuen „Orchideen“, sondern der Erhalt des Bestehenden mit entsprechenden Nutzungskonzepten – nur das mache Sinn“, betonte der Abgeordnete.
Auch stellvertretender Landrat Stefan Braun gratulierte zu dem gelungenen Bauwerk. Der Markt Schmidmühlen habe in den letzten Jahrzehnten viel Geld und Arbeit in seine denkmalgeschützten Gebäude gesteckt und es dabei – mit Blick auf das Hammerschlossareal – immer geschafft, eine entsprechende sinnvolle und nachhaltige Nutzung zu finden.
Das Projekt
Förderung: Um derartige Projekte überhaupt als Gemeinde schultern zu können, sind entsprechende Förderungen notwendig, so wie beispielsweise durch die Städtebauförderung. Die Bund-Länder-Städtebauförderung existiert bereits seit 1971 und verfolgt das Ziel, die Kommunen finanziell zu unterstützen. Die Städtebauförderung untergliederte sich bis 2020 in sechs Förderprogramme. Die Schwerpunkte der Förderung wurden 2020 evaluiert und in den drei Programmen „Lebendige Zentren“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ gebündelt.
Zuschüsse: Im Jahr 2023 konnte der Markt Schmidmühlen auf die Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Ort gestalten“ zurückgreifen.
Maßnahme: Der Markt Schmidmühlen wurden 1983 die ersten Maßnahmen mit Mitteln aus der Städtebauförderung umgesetzt. Insgesamt konnte Schmidmühlen Fördermittel bis dato in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro einsetzen.


