ADAC-Check: Elektroautos sind zuverlässiger – Diese Modelle haben wenig Pannen

Sind Elektroautos besser als Verbrenner? Laut der jüngsten ADAC Pannenstatistik sind sie im Vergleich jedenfalls zuverlässiger: Musste die Straßenwacht im Pannenjahr 2024 bei vier Jahre alten Verbrennern bei 12,9 Fahrzeugen pro 1000 Bestandsfahrzeugen ausrücken, war dies nur bei 8,5 Elektrofahrzeugen pro 1000 der Fall.
Im Interview spricht Thomas Schwarz, stellvertretender Leiter im Bereich Fahrzeugtechnik beim ADAC Südbayern, über die Gründe und ob sich Elektroautos langfristig durchsetzen.
Warum können sich Fahrer auf Elektroautos besser verlassen?
Thomas Schwarz: Verbrennermotoren haben eine höhere Anzahl von Bauteilen im Vergleich zu einem Elektromotor. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Kolben, Ventile, Auspuffanlage und Kupplung.
Welche Rolle spielt das Baujahr des Autos?
Schwarz: Diese Frage kann aktuell nur bezüglich der zwei- bis vierjährigen Fahrzeuge beantwortet werden. Denn in unserer Pannenstatistik werden Fahrzeugpannen erst nach dem zweiten Betriebsjahr aufgenommen – die Pannenwahrscheinlichkeit während der Garantiezeit ist so niedrig, dass diese Werte nicht verlässlich genug wären. So war 2022 die Pannenkennziffer von Elektrofahrzeugen noch höher als heute, sank aber seitdem stärker als bei Verbrennerfahrzeugen.
Warum?
Schwarz: Dies ist der damals geringeren Zahl von Modellen und Fahrzeugen geschuldet. Außerdem sind mittlerweile viele Schwachstellen behoben worden.
Was sind noch typische Probleme von Elektroautos?
Schwarz: Wie auch bei den Verbrennern, ist die 12-Volt-Bordbatterie, also die Starterbatterie, sehr oft ein Problem.
Würden Sie sich ein Elektroauto kaufen?
Schwarz: Wichtig für die Wahl zwischen Verbrenner und Elektro ist die Analyse des eigenen Fahrprofils. Wenn die Lademöglichkeiten passen und ich noch ein Automatikfahrzeug suchen würde, wäre ein E-Fahrzeug in der engeren Auswahl.
Diese Vor- und Nachteile hat ein Auto mit Verbrennermotor
Welche Vorteile hat dann ein Auto mit Verbrennermotor?
Schwarz: Je nach Modell und Motorisierung eine hohe Reichweite und schnelle Tankzeiten. Das kann für manchen Berufsstand, für manche Reiseländer oder bei Fahrten mit Anhänger, Wohnwagen oder Pferdeanhänger durchaus ein Kriterium sein.
Und die Nachteile?
Schwarz: Wesentlich mehr Bauteile, die bei einer Wartung geprüft und bei Bedarf instandgesetzt werden müssen.
Denken Sie, dass Elektroautos zuverlässiger bleiben und sich langfristig durchsetzen?
Schwarz: Hier ist bezüglich der Ladeinfrastruktur und der besseren Preistransparenz beim Laden noch einiges zu tun. Die Batterien haben sich bis dato als stabil und zuverlässig dargestellt, die Technik entwickelt sich in rasantem Tempo weiter, Elektromotoren sind in vielen Dingen bereits seit langem unproblematisch im Einsatz. Ich denke daher, ja.
Auf BMW, Audi, aber auch der restliche Volkswagen-Konzern mit Cupra, Seat, Skoda und VW ist Verlass. Das geht aus der ADAC Pannenstatistik 2025 hervor. Hingegen „außergewöhnlich“ schlecht schneidet der japanische Autobauer Toyota ab.
Zuverlässige Autos
Bestnoten vom ADAC gibt’s für den Audi A4, BMW I3 und Mitsubishi ASX. Generell gebe es besonders in der unteren Mittelklasse eine große Auswahl an zuverlässigen Autos. Beispielsweise: Audi A3, Audi Q2 und 3, BMW 1er- und 2-Reihe, Cupra Born, Seat Leon, VW Golf und Skoda Scala. Ähnlich geht es bei Mittelklasse und obere Mittelklasse weiter: „Die Audi- und BMW-Modelle fallen positiv auf und behaupten ihre Position an der Spitze.“ Zuverlässige Kleinst- und Kleinwagen sind etwa der Dacia Spring, Suzuki Ignis, Audi A1 und Skoda Fabia.
Ganz anders sieht es mit Modellen der Automarke Toyota aus. Sie wird ihrem Ruf, zuverlässige Autos zu bauen, nicht gerecht. „Besonders auffällig ist, wie schlecht Modelle von Toyota seit zwei Jahren abschneiden.“ Das gelte fast für alle ausgewerteten Baujahre des Toyota RAV 4 und Toyota C-HR. Letzterer hat die Pannenkennziffer 63,1 – und das als vierjähriges Fahrzeug.
Darum schneiden Toyota-Autos schlecht ab
Generell konfrontiert mit den statistischen Auffälligkeiten der ADAC Pannenstatistik erklärt Toyota, dass es gehäuft Batterieprobleme bei diesen Modellen gegeben habe. Grund sei eine verbaute Starterbatterie, die sich nicht genügend aufladen ließ.
Weitere Modelle der „Problemfälle“, wie sie der ADAC nennt, zwischen zwei und neun Jahren beispielsweise: Opel Meriva (2016), Toyota Yaris (2021-2023), Renault Mégane (2015-2016), Opel Insignia (2015-2018), Renault Master (2019-2020).