Heimsieg gegen Schalke gibt den Regensburgern wieder Rückenwind– Wie weit trägt er das Team?

Die Stimmung im Spielertunnel des Jahnstadions war am Sonntag bei den Zweitliga-Profis des SSV Jahn Regensburg gut. Sehr gut sogar. Die Erleichterung über den 2:0-Sieg gegen Schalke und die damit verbundene Reaktion auf die 0:6-Pleite in Elversberg war spürbar. Die Frage ist nur: Wie viel ist dieser Jahn-Sieg im Abstiegskampf nun wert?
Auf dem Papier sind es drei Punkte, die den Jahn am Tabellenende zumindest weiter auf ein „kleines Wunder“, wie es Coach Andreas Patz nannte, hoffen lassen. Doch pünktlich zur heißen Phase der Saison ist auch die Konkurrenz, die lange genug mit dem Jahn mitgeschlafen hat, offenbar erwacht. Braunschweig bezwang Tabellenführer Hamburg, Ulm schlug den bis dato Dritten Magdeburg und Münster punktete gegen Karlsruhe. Das rettende Ufer ist für den Jahn damit trotz des Sieges noch acht Punkte entfernt, der Relegationsplatz immerhin „nur“ noch sechs anstatt zuvor acht. Wobei das Torverhältnis des Jahn (–45) weiter als imaginärer Punkt draufzurechnen ist.
Was Coach Patz nun ärgert
„Das ist natürlich ärgerlich, aber wir brauchen nicht auf die anderen schauen“, sagte Jahn-Coach Andreas Patz zu den Erfolgen der Konkurrenz. „Viel mehr ärgert mich, was wir in den Spielen haben liegen lassen, in denen wir wirklich konkurrenzfähig waren.“ Er denkt da etwa an das Hinrundenspiel gegen Köln oder das Auswärtsspiel in Düsseldorf.
„Auswärtsspiel“, das ist sowieso das Unwort der Saison für die Regensburger. 14 Spiele, ein Punkt, 7:45 Tore – so die Horrorbilanz in der Fremde. Doch ausgerechnet dort wird sich wahrscheinlich zeigen, wie viel der Sieg gegen Schalke wert war. Allzu oft haben sich die Regensburger heuer in Heimspielen Rückenwind geholt, um auswärts wieder einen Rückschlag – mal mehr, mal weniger herb – zu kassieren.
Nächster Halt: Magdeburg
Kommendes Wochenende geht es nun nach Magdeburg. „Jetzt freuen wir uns, aber das hilft uns am Donnerstag oder am Freitag auch nicht mehr“, so Coach Patz. „Natürlich ist es schöner, mit so einem Sieg in die Woche zu gehen, aber ab Dienstag gilt der Fokus der nächsten Aufgabe.“
Leichter werden diese für den Jahn nicht, für die Konkurrenz aber auch nicht. Jedes der vier Kellerkinder der Saison hat es noch mit mindestens einem Team zu tun, das um den Aufstieg mitmischen kann. Braunschweig sogar direkt mit vier. Dazwischen kommen die Niedersachsen noch zum direkten Duell in die Oberpfalz – isoliert betrachtet schon mal kein allzu schlechtes Omen für die Regensburger.