Hoffen bleibt erlaubt: Beim 2:0-Sieg gegen Schalke zeigen die Regensburger wieder ihr Heimgesicht

Von Lukas Götz · 13. April 2025 um 19:15

Daheim läuft es in der 2. Fußball-Bundesliga einfach für den SSV Jahn Regensburg. Mit 2:0 (1:0) besiegten die Oberpfälzer vor ausverkauftem Jahnstadion am Sonntag den FC Schalke 04 und dürfen zumindest weiter vom Klassenerhalt in der zweiten Liga träumen. Einziger Wermutstropfen: Auch die Konkurrenz zeigte sich am Wochenende in Punktelaune.

Noch am Freitag hatte Jahn-Coach Andreas Patz angekündigt, dass er mit dem fitten Personal „keine wilden Sachen“ machen werde. Nun sind „wilde Sachen“ natürlich Definitionssache, doch der Blick auf die Aufstellung am Sonntag hatte durchaus Überraschungen parat. Die wohl größten: Kapitän Andreas Geipl nahm, obwohl fit, auf der Bank Platz – und blieb dort auch über 90 Minuten – und der 17-jährige Ben Kieffer erhielt in seinem erst zweiten Einsatz für die Profis als rechter Schienenspieler direkt das Startelfmandat.

„Ich habe mit Andres Geipl ein tolles Gespräch gehabt und er hat die Entscheidung akzeptiert und seine Rolle als Kapitän zwar nicht auf dem Feld aber neben dem Feld voll erfüllt“, sagt Patz zur Entscheidung, Geipl draußen zu lassen. Zu Ben Kieffer sagt er: „Er hat es die letzten Wochen toll gemacht und wie er sich bei uns präsentiert, ist aller Ehren wert. Warum soll ich das nicht belohnen?“

Kühlwetter ins Glück

Der Erfolg gab Patz allemal Recht. Von Beginn an war der Jahn gegen zugegebenermaßen in Halbzeit eins auch erschreckend blasse Schalker die deutlich engagiertere und giftigere Mannschaft. Die Folge war der verdiente Führungstreffer nach 21 Minuten durch Christian Kühlwetter. Er profitierte davon, dass Schalke-Keeper Justin Heekeren eine Ecke von Tim Handwerker direkt vor seine Füße klärte. Kühlwetter stoppte den Ball noch kurz und versenkte ihn dann eiskalt im Tor.

„Ich wusste, dass ich genug Zeit hatte, habe den Ball noch angenommen und dann einfach mal draufgehalten. Zum Glück ging er an ein paar Füßen vorbei ins Tor, aber das Glück haben wir uns auch mal verdient“, beschrieb der Torschütze, der nach einer starken Leistung später mit Krämpfen ausgewechselt wurde, selbst seinen Treffer, der den Jahn gegen Schalke auf die Siegerstraße brachte.

Pfeifkonzert aus Gästeblock

Von den Königsblauen, die sich nach dem Spiel aus der vollen Gästekurve ein lautes Pfeifkonzert abholten, kam über das gesamte Spiel gesehen einfach zu wenig, auch wenn die Mannschaft in der zweiten Halbzeit offensiv deutlich gefährlicher wurde - letztlich aber ohne Ertrag. In der 90.+3 machte Dejan Galjen mit seinem ersten Zweitliga-Treffer den Deckel drauf und brachte die Jahn-Achterbahn so richtig in Fahrt.

Wo vergangene Woche nach dem 0:6 in Elversberg noch blanke Fassungslosigkeit und Resignation herrschten, war auf einmal wieder Hoffnung und eine gewisse Grundeuphorie spürbar. „Das ist natürlich nicht leicht. Letzte Woche kriegst du den Arsch versohlt und jetzt gegen Schalke 04 so ein Sieg. Das ist einfach auch nicht wirklich zu erklären“, sagte Torschütze Christian Kühlwetter, der dann seine Gefühlswelt doch recht klar zusammenfassen konnte: „Ich bin einfach gerade stolz auf die Mannschaft.“

Konkurrenz punktet auch

Und auch Coach Andreas Patz war froh, dass das Team die von ihm gewünschte und auch geforderte Reaktion gezeigt hat: „Wir leben noch, wir sind noch da und mit der richtigen Leistung und Einstellung müssen wir jetzt die letzten fünf Spiele angehen.“

An der Schwere der Aufgabe „Klassenerhalt“ hat sich für die Regensburger kaum etwas geändert. Nicht nur der Jahn hat im Tabellenkeller der zweiten Bundesliga gewonnen, auch Braunschweig (4:2 gegen den HSV, nun Tabellen-15. mit 30 Punkten) und Ulm (1:0 gegen Magdeburg, 17., 26 Punkte) haben dreifach gepunktet, Preußen Münster (16., 28 Punkte) holte beim Karlsruher SC immerhin einen Punkt.

Ein anderer 18. Platz

Der Jahn steht mit 22 Punkten weiter auf dem letzten Tabellenplatz, der aber irgendwie trotzdem ein anderer letzter Tabellenplatz zu sein scheint als vergangene Woche. „Solange es möglich ist, werden wir alles dafür tun, was wir beeinflussen können, und alles in die Waagschale werfen. Das ist unsere Aufgabe, und schauen wir einfach mal, ob es reicht“, zeigt sich auch Andreas Patz wieder kämpferischer, als es noch vor wenigen Tagen der Fall war.