Weniger Unfälle, aber mehr Verletzte: Parsberger Polizei stellt Verkehrsstatistik vor

Von Markus Rath · 10. April 2025 um 19:00

Die Zahl der Unfälle ist im Bereich der Polizeiinspektion Parsberg gesunken. Das hat Jürgen Ehrensberger, Mitarbeiter im Bereich Verkehr, bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik am Donnerstag mitgeteilt. Dabei offenbarte er allerdings einen bedenklichen Trend.

Denn obwohl die Gesamtzahl der Unfälle um 8,7 Prozent (im Vergleich zum Vorjahr) – wie schon im vergangenen Jahr – gesunken ist, steigt die Zahl der Menschen, die dabei verletzt wurden, im zweiten Jahr hintereinander an. Dieses Mal um satte 14,5 Prozent auf 142. Im Jahr 2023 waren es laut Statistik noch 124, im Jahr davor sogar nur 117. Zudem wurde 2024 ein junger Mann bei einem Unfall getötet.

Dieser war mit seinem Leichtkraftrad in der Bahnhofstraße in Parsberg nach der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr zu weit auf die linke Fahrspur geraten, wo sich ein gerade eingebogener Pkw befand. Der Kradfahrer konnte zwar noch links an diesem Auto vorbeifahren, kam jedoch nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Laternenmast. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu, denen er später im Krankenhaus erlag. Sein Sozius wurde beim Aufprall nur leicht verletzt.

Polizei Parsberg kündigt Kontrollen von Motorrädern an

Dieser Unfall mit dem Leichtkraftrad war laut Ehrensberger nur einer von 19 (Vorjahr: zwölf) aufgenommenen Motorradunfällen. Dabei wurden neben dem tödlich verunglückten Mann 22 (zehn) Personen verletzt, fünf (vier) davon schwer. „Die dargestellten Werte zeigen trotz des Anstiegs, dass die Gesamtunfallzahlen dieser Risikogruppe trotz allem noch überschaubar, aber die jeweiligen Folgen eklatant sind“, sagte Ehrensberger. Deshalb werde es auch 2025 insbesondere im Bereich der Motorradsicherheit eine Vielzahl von Kontroll- und Messaktionen geben.

Längst sind es übrigens nicht mehr die Motorradfahrer, Senioren oder Fahranfänger, die am häufigsten in schwere Unfälle mit Personenschäden oder hohen Sachschäden verwickelt sind. Die Altersgruppe der Unfallbeteiligten im Alter von 45 bis 64 Jahren ist bei insgesamt 221 solcher Unfälle mit 101 Mal am häufigsten beteiligt. Gleichzeitig ist es die Gruppe, bei der am häufigsten bei einem solchen Unfall Alkohol im Spiel war.

Egoismus statt Verantwortungsbewusstsein? Kritik an Fahrern

In diesem Zusammenhang kritisierte Ehrensberger, dass Tugenden der verantwortungsbewussten Verkehrsteilnahme – wie Rücksichtnahme, angemessenes Geschwindigkeitsverhalten, vorausschauendes Fahren und auch Kleinigkeiten wie vorschriftsmäßiges Parken oder rechtzeitiges Blinken – immer mehr von persönlicher Hektik oder auch vom Egoismus verdrängt würden.