Nur zwei von vier vorgeschlagenen Wegen im Gemeindebereich Freystadt werden ausgebaut

Die Stadt Freystadt muss sparen. Das ist wohl der Grund, warum auf Wunsch des Stadtrates nur zwei von vier angemeldeten Wegen des Landwirtschaftlichen Kernwegenetzes ausgebaut werden. Mau sieht es auch bei Baugebieten im Gemeindebereich von Freystadt aus. Bürgermeister Alexander Dorr hatte dennoch Neues zu berichten.
Eine umfangreiche Tagesordnung galt es am Dienstag abzuarbeiten, nachdem die Stadträte zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Baufortschritt der Mehrzweckhalle informiert wurden. Im Sitzungssaal standen unter anderem Wegeausbau, fehlende Bau- und Gewerbegebiete sowie Investitionsschwerpunkte für das laufende Jahr (Bericht folgt) im Fokus.
Wie Michael Kraus, Projektleiter im AELF (Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz) berichtete, gehe es jetzt auch in Freystadt beim Ausbau Landwirtschaftliches Kernwegenetz voran. Wie Bürgermeister Alexander Dorr ergänzte, habe die Stadt vier Wege angemeldet. Es komme nun aber auf die Kosten für die Gemeinde an.
Vier Straßen auf Freystädter Gebiet im Fokus
Kraus stellte die Pläne vor. Knapp 1,4 Kilometer misst die Gemeindeverbindungsstraße Möninger Berg - Aßlschwang. Der Vollausbau auf 3,50 Meter Breite mit je 75 Zentimeter Bankett auf beiden Seiten plus einem Wegseitengraben werde 560 000 Euro kosten, der Eigenanteil der Stadt liegt bei zehn Prozent der Baukosten. Grunderwerb sei nicht nötig.
Auf 1,65 Kilometer soll die GV-Straße südlich Thannhausen im Vollausbau erstellt werden. Die Kosten hierfür: 594 000 Euro bei einem Eigenanteil von zehn Prozent, auch hier sei kein Grunderwerb nötig. Im Spurbahnausbau könnten laut Kraus die 1,85 Kilometer von Freystadt Richtung Ohausen für 828 000 Euro und die 1,32 Kilometer nach Michelbach für 594 000 Euro hergestellt werden. In sieben Varianten stellte Kraus die Höhe des Eigenanteils vor, wenn zwei, drei oder alle vier Wege ausgebaut würden.
Freystadts Räte: Welche Straßen sollen Vorrang haben?
Fabian Seitz fragte, ob es weitere Förderprogramme gebe, falls jetzt nicht alle vier Wege ausgebaut würden. Dies sei derzeit nicht der Fall, antwortete Kraus. Die Umsetzung des Ausbaus sei 2027/28 geplant. Hans Gerngroß freute sich, dass nach 15 Jahren endlich Bewegung in den lange versprochenen Ausbau komme. Wenn nun aber nur die zwei Gemeindeverbindungsstraßen und kein Flurweg ausgebaut würden, sei dies den Bürgern nur schwer zu erklären. Michael Herrler plädierte für den Ausbau der beiden Flurwege, da für die GV-Straßen eher ein neues Förderprogramm aufgelegt werde als für Flurwege.
Gegen zwei Stimmen wurde der Ausbau Möninger Berg-Aßlschwang und Thannhausen-Sulzkirchen mit einem Eigenanteil der Stadt von rund 318 000 Euro beschlossen.
Bau- und Gewerbegebiete fehlen in Freystadt
Schon seit langem fehlen in Stadt und Gemeinde Bau- und Gewerbegebiete. Dorr informierte über den aktuellen Stand und betonte zugleich, dass die Nachfrage nach Baugrund inzwischen stark nachgelassen habe.
50 Bauplätze umfasst laut Dorr das Baugebiet Forchheim – Am Kirchenweg. Der Bebauungsplan sei im Verfahren, das wasserrechtliche Verfahren wegen diverser Einwände noch offen. Geprüft werde aktuell eine Reduzierung der Parzellen. Ebenfalls 50 Bauplätze umfasst das Baugebiet Möning Südost. Nach der ersten Auslegung der Pläne gab es Dorr zufolge Einwände von Fachstellen und Bürgern, die weitere Untersuchungen nötig machten.
Baugebiet Mörsdorf: Hohe Kosten durch Abbiegespur
Ebenfalls auf dem Weg befinde sich das Baugebiet Mörsdorf. Vonseiten des Landkreises werde eine kostenintensive Abbiegespur gefordert, informierte Dorr. Hier sei man im Gespräch. Zudem müsse der Entwässerungsantrag überarbeitet werden. Geprüft wurde die Erschließung einiger weniger Parzellen vorab, was allerdings sehr kostenintensiv sei.
Auch auf das Baugebiet Aßlschwang müssen die Bürger weiter warten. Hier werden Alternativen zur Entwässerung geprüft. In Planung befinden sich kleinere Bauparzellen in Sulzkirchen und Oberndorf.
Gewerbegebiete: Stadt Freystadt müsste erst Flächen kaufen
Auch bei Gewerbeflächen könne die Stadt aktuell Interessenten nichts anbieten, räumte Dorr ein. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets Freystadt sei möglich, allerdings gehörten der Stadt bislang nur einige Teilflächen. Die Bauleitplanung stehe noch aus. In Burggriesbach und Möning gebe es Flächen, doch zunächst müssten Grundstücke erworben werden. Christa Feierler-Schmalzl fragte zum Baugebiet Thundorf nach. Auch hier stehe man in Gesprächen, sagte Dorr.