Vorfall vor Lidl in Burglengenfeld: Motiv für Messerattacke ist noch ein großes Rätsel

Eine Frau (54) hatte die Absicht, eine andere mit einem Cuttermesser zu verletzen, obwohl sich die beiden nach Polizeiangaben zuvor noch nie begegnet waren. Was könnte das Motiv für die „versuchte gefährliche Körperverletzung“ sein? Die Sachbearbeiter der PI Burglengenfeld haben noch keine Antwort.
Zum Geschehen: Am Dienstag um 12.38 Uhr teilte die Integrierte Leitstelle Amberg der örtlichen Polizeiinspektion mit, dass eine Frau auf dem Gelände des Einkaufsmarkts Lidl mit einem Messer herumfuchtle. Nur drei Minuten später war eine Streifenbesatzung vor Ort, berichtet Dienststellenleiter Franz Wenig.
Die Beamten trafen auf eine 54-jährige Deutsche, die ein Cuttermesser in der Hand hielt. Sie versuchten, die Frau zu beruhigen, was auch gelang. Sie steckte das Messer in ihren Rucksack und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Polizeichef: Kein ausländerfeindlicher Hintergrund
Erste Abklärungen haben ergeben, dass die 54-Jährige kurz vorher versucht hatte, eine 24-jährige Passantin im Gesicht zu verletzen. Bei der bedrohten Person handelt es sich um eine Frau tschechischer Staatsbürgerschaft, die in Burglengenfeld lebt. Weshalb sie bedroht wurde, ist noch zu klären. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund schloss der Polizeichef nach einer ersten Einschätzung aus.
Die Angreiferin, die keinen festen Wohnsitz hat und sich zuletzt in Regensburg aufgehalten haben soll, wurde in Arrest genommen und musste die Nacht in der Dienststelle verbringen. Wegen „unterschiedlicher Delikte“ war sie den Behörden bereits bekannt. Noch am Mittwoch sollte sie in Regensburg dem Haftrichter vorgeführt werden.
Offensichtlich kein Einfluss von Alkohol oder illegaler Drogen
Bei der Festnahme machte die Frau laut Wenig nicht den Eindruck, dass sie unter dem Einfluss von Alkohol oder anderer Rauschmittel gestanden wäre. Ob sie sich dennoch in einem psychischen Ausnahmezustand befand, lasse sich derzeit nicht sagen.