Klassenerhalt nach harter Saison geschafft: David Morley lässt die Eisbären jubeln

Das 63. Spiel der Saison war auch das letzte für die Eisbären Regensburg: Der Eishockey-Zweitligist brachte die Spielzeit mit dem 4:3 (0:0, 1:1, 3:2) vor 2781 Zuschauern bei den Selber Wölfen in der zweiten Playdown-Runde den nötigen vierten Sieg unter Dach und Fach und schaffte damit nach einer extrem harten Saison als amtierender DEL-2-Meister den Klassenerhalt.
Eisbären-Coach Peter Flache schickte vor dem mit 550 Zuschauern ausverkauften Regensburger Fanblock die bewährten Playdown-Formationen aufs Eis, bei Selb fehlte Daniel Schwamberger kurzfristig. Beide Teams begannen ob der Bedeutung dieser Partie eher vorsichtig. „Klug spielen, leichte Fehler vermeiden und Chancen nützen“, hatte Flache vor der Partie im Sportdeutschland.tv-Interview noch einmal die Erfolgsformel aus den drei zuvor mit jeweils einem Tor Unterschied gewonnenen Spielen (2:1, 4:3 nach Verlängerung und 2:1) genannt.
Entgegen der Partien zuvor erspielten sich die Regensburger, die zwar nach Toren im Plus, in der Gesamtstatistik der Torschüsse aber bisher mit 73:129 im Minus waren, mehr Torschüsse als ihr Gegner und hatten im zweiten Teil des ersten Drittels auch mehr Gelegenheiten. Die beste davon vergab Marvin Schmid, der ganz alleine vor Wölfe-Schlussmann Kevin Carr auftauchte und sogar noch Unterstützung von Mitspieler Constantin Ontl gehabt hätte (11:25).
Dazu verstrichen zwei Überzahlspiele der Regensburger nach Strafen für die Selber Joel Hofmann (11:23) und Carson McMillan (17:04) ungenutzt. Gegen David Morley, der vom Eishockey-Fachblatt „Eishockey News“ zum „Spieler des Monats März“ gekürt wurde, rettete Carr ein weiteres Mal. Und gegen Ontl waren die Gastgeber in letzter Sekunde auch zur Stelle (19.).
Selb macht Druck
Selb, das sich ja in Zugzwang befand und unbedingt gewinnen musste, um die Serie am Laufen zu halten, begann den zweiten Abschnitt aktiver, ließ aber auch die erste Powerplay-Chance nach der Strafzeit für Ryon Moser (24:50) verstreichen. Dazu parierte der gewohnt zuverlässige Eisbären-Goalie Jonas Neffin gegen Joel Hofmann (29.).
Dann aber patzten die Wölfe im eigenen Drittel, Pierre Preto brachte die Scheibe aufs Tor, Kevin Carr wehrte zunächst noch ab, doch im Nachschuss war David Morley, der ein paar Sekunden vorher noch vergeben hatte, zur Regensburger Führung erfolgreich (30:04).
Das verbesserte die Eisbären-Karten noch einmal, doch nur für 144 Sekunden. Als Xaver Tippmann auf die Strafbank musste, dauerte es 50 Sekunden, dann traf Nick Miglio nach einer schönen Kombination zum Ausgleich (32:28). Die besseren Chancen aber hatten auch danach in Oberfranken aber weiter die Oberpfälzer: Pierre Preto traf den Pfosten (33:14), mit der Schlusssirene scheiterte Preto noch einmal in Überzahl an Kevin Carr.
Doch das Flache-Team nahm noch 63 Sekunden Powerplay ins Schlussdrittel mit, die der Schwede Olle Liss mit einem ansatzlosen Handgelenksschuss in die erneute Regensburger Führung ummünzte. Noch besser für die Regensburger Ausgangslage: Nur 15 Sekunden später fuhr Verteidiger Patrick Demetz ins Selber Drittel, überwand Carr und machte mit seinem dritten Saisontor einen Doppelschlag zum 3:1 daraus. Alles entschieden? Denkste. Noch einmal 74 Sekunden später fälschte Nick Miglio die Scheibe zum 2:3-Anschlusstor ins Eisbären-Tor vorbei ab.
Nick Miglios dritter Streich
Es blieb also spannend. Die Regensburger verpassten es in einem weiteren Überzahlspiel nachzulegen (44:13), bekamen aber noch eine zweite Powerplay-Chance (48:18), sich die die Situation komfortabler zu gestalten. Stattdessen setzte sich Nick Miglio durch und glich nach 50:22 Minuten durch die Beine von Neffin mit seinem dritten Treffer zum 3:3 aus. Plötzlich war Selb wieder im Vorteil – und es trafen die Eisbären. Den ersten Versuch wehrte Selb-Keeper Carr ab, im Nachschuss war David Morley mit der Rückhand zur dritten Regensburger Führung des Sonntagabends erfolgreich (52:42) und erzielte seinen zweiten Tagestreffer. Das war auch die Entscheidung: Sechster Feldspieler, Auszeit – nichts brachte Selb mehr etwas ein. Regensburg geht ab 19. September in eine vierte DEL-2-Saison.
Statistik: 2. Playdownrunde, Spiel 4, Sonntag,Selb – Regensburg 3:4 (0:0, 1:1, 2:3) Selber Wölfe: Carr – Stowasser, Hördler; Sproul, Heyter; Plauschin, Gläßl; Marusch – Campbell, McMillan, Bassen; Smith, Raedeke, Miglio; Pfleger, Peter, George; Hofmann, Park, Krymskiy
Eisbären Regensburg: Neffin – Giles, Schütz; Demetz, Mayr; Gajovsky, Tippmann; Köttstorfer – Morley, Trivino, Preto; Ontl, Schmid; Liss; Wong, Moser, Schembri; Angaran, Grimm, Slezak
Tore: 0:1 (30:04) Morley (Trivino-Preto), 1:1 (32:28) Miglio (Sproul bei 5-4), 1:2 (40:39) Liss (Morley bei 5-4), 1:3 (40:54) Demetz, 2:3 (42:08) Miglio (Smith-Hördler), 3:3 (50:22) Miglio, 3:4 (52:42) Morley (Trivino)
Schiedsrichter: Bastian Steingross/David Cespiva. – Zuschauer: 2781. – Strafminuten: Selb 12 – Regensburg 6