Heiligenstadt soll entlastet werden

Von Josef Kastl · 6. April 2025 um 21:30

Neustadt/Heiligenstadt. Etwas geringer als in den vergangenen beiden Jahren war das Interesse der Heiligenstädter an der diesjährigen Bürgerversammlung. Lag es daran, dass für einige Themen rund um den Verkehr eine Lösung gefunden wurde oder in Planung ist?

Stadtrat Gerhard Karrer berichtete bei seiner Begrüßung freudestrahlend von zwei Geschwindigkeitsanzeigen an den Ortseingängen aus Richtung Bad Gögging und Deisenhofen. Zusammen mit der Verkehrsinsel und einer leichten Kurve veranlassen sie die Fahrzeugführer zur Reduzierung ihrer Geschwindigkeit. Außerdem wurde die Jagdgenossenschaft durch den Einsatz der neuen Wegeaufbereitungsmaschine der Stadt bei der Pflege der Feldwege unterstützt.

Neuer Wegweiser

Bürgermeister Thomas Memmel wies zudem auf den neuen „eindeutigen“ Wegweiser nach Abensberg am landwirtschaftlichen Weg zum Bahnübergang hin. Eine Heiligenstädterin war allerdings nicht ganz vom „Erfolg“ dieser Ausschilderung überzeugt, hatte sie doch mit ihrem landwirtschaftlichen Fuhrwerk vor einigen Wochen entsprechenden Gegenverkehr.

Obwohl Heiligenstadt mit rund 125 Einwohnern einer der kleinsten Ortsteile der Gemeinde ist, ist er von vielen „großen aktuellen Themen“ des Stadtrates betroffen, wie der „Bericht aus dem Rathaus“ von Bürgermeister Thomas Memmel zeigte.

Die geplante Wärmeleitung im Projekt „Wärmeversorgung aus der Raffinerie“ führt um den Ort herum in das Kurgebiet von Bad Gögging. Eine Versorgung der Heiligenstädter Haushalte wäre damit ohne großen technischen Aufwand möglich. Über die laufende Vorstudie soll im Herbst dieses Jahres entschieden werden. Mit einer Inbetriebnahme wäre frühestens 2029 oder 2030 zu rechnen. Zwei angedachte Baugebiete könnten den kleinen Ort optisch mit Bad Gögging „verschmelzen“ lassen. Ein „klassisches Dorfgebiet“ mit neun Bauplätzen würde eine Lücke innerhalb Heiligenstadts schließen und mit einem baulichen Mischgebiet an der Heiligenstädter Straße am Ortsende von Bad Gögging würde das freie Gelände zwischen den Orten aufgefüllt. „Bei der angedachten Bebauung mit Wohnbereich, Verbrauchermarkt und Ärztehaus gibt es sicherlich noch viele Punkte, die sich in den nächsten Monaten und Jahren ergeben und abzustimmen sind“, erklärte Memmel.

Ein weiterer Punkt war das Straßenbauprojekt „Höhenfreimachung Bahnübergang ST2144 bei Heiligenstadt“, das vor rund acht Jahren als „Monsterbrücke“ diskutiert wurde. Nun stellte Thomas Memmel eine erfolgversprechende Lösung vor. Nach vielen Gesprächen und langen Diskussionen der Stadtverwaltung mit dem staatlichen Bauamt soll nun jeweils ein Kreisverkehr auf beiden Seiten der Bahnlinie mit einer Unterquerung gebaut werden.

Am Heiligenstädter Kreisverkehr wird auch die Möglichkeit geschaffen, den Verkehr an Heiligenstadt vorbeizuleiten. „Wir werden im Laufe des Jahres mit den Grundstücksgesprächen beginnen. Ich weiß, dass das natürlich nicht leicht wird. Am Ende des Tages ist es für mich wirklich eine super tolle Lösung“, zeigte sich Thomas Memmel optimistisch.

Rückblickend auf das Juni-Hochwasser im vergangenen Jahr erklärte der Bürgermeister, dass die hohen Prognosen für den Abens-Pegel des Wasserwirtschaftsamtes und Erfahrungen aus dem Jahr 2013 ausschlaggebend dafür waren, dass in einer spontanen Aktion Schotter nach Heiligenstadt gebracht wurde, und ein landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg im Bereich der Bahngleisanlagen erhöht wurde. Letztendlich hatte sich das Wasser am oberen Lauf der Abens immer mehr in der Breite verteilt und die Lage hatte sich entspannt.

Begehung mit Polizei geplant

Ein Bürger, der an einer Ortsverbindungsstraße außerhalb des Ortes wohnt, fragte nach, ob es möglich wäre, im Bereich seiner Ausfahrt die Geschwindigkeit auf 60 km/h zu begrenzen. Bei einer gemeinsamen Begehung mit der Polizei sollen die Möglichkeiten geprüft werden, versprach der Bürgermeister.

Ein anderer wollte wissen, wie schnell an den Geschwindigkeitsmessstellen gefahren wird. Memmel versprach ein Auswerten der Daten. Bezüglich einer konkreten Frage nach der Grundwasserhaltung bei der geplanten Bahnunterführung verwies Thomas Memmel auf die kommenden Projektgespräche.

Abschließend konnte eine junge Mutter beruhigt werden: Zwar sei der Kindergarten Bad Gögging ab September ausgebucht, aber in der Kita gebe es noch freie Plätze.

Mit neun Parzellen wären im Innenbereich von Heiligenstadt für die Zukunft einige Bauplätze verfügbar.