Enger Vertrauter von Papst Benedikt und Gloria von Thurn und Taxis ist tot

Prälat Heinrich Wachter war Militärgeistlicher und Polizeiseelsorger, fast hätte er die Regensburger CSU gespalten. Eng befreundet war er mit Georg Ratzinger, den Papst besuchte er mehrere Male in Rom, der ihn wiederum in der Luzengasse. Zusammen mit Gloria von Thurn und Taxis kritisierte Wachter Benedikt aber auch für dessen Rücktritt. Jetzt ist der Geistliche 95-jährig verstorben.
Der frühere bayerische Polizeipfarrer und Militärgeistliche Prälat Hubert Wachter ist tot. Wie Generalvikar Roland Batz in einem Schreiben bestätigte, ist Wachter am Donnerstag verstorben. Er war wenige Tage vor seinem Tod 95 Jahre alt geworden.
Heinrich Wachter war ein Geistlicher der alten Schule. Konservativ-katholisch geprägt, hatte der 23. März 1930 in Plattling geborene frühere Stiftsdekan von St. Johann in Regensburg immer eine Nähe zu Uniformträgern. Vor fast 70 Jahren, 1955, wurde Wachter zum Priester geweiht und begann seinen Dienst als Kaplan in Windischeschenbach und Roding. 1965 wurde er Militärgeistlicher in Regensburg.
Bis zum Tod eng mit Militär und Polizei verbunden
Das war auch die Zeit, als zwei Brüder in Regensburg aktiv wurden, die Wachters Leben und Wirken maßgeblich mitbeeinflussen sollten. Georg Ratzinger wurde Domkapellmeister und leitete die Domspatzen. Sein Bruder Joseph Ratzinger wurde 1970 nach Regensburg als Theologieprofessor berufen.
Doch für Wachter folgte eine Station im Ausland: Er wurde Militärseelsorger in Belgien, knüpfte Kontakte zu internationalen Nato-Truppen. Bis zu seinem Tod blieb Wachter sowohl dem Militär, als auch der Polizei eng verbunden. Schon seit 1983 war Wachter als bayerischer Polizeipfarrer im seelsorgerischen Dienst tätig.
Mehr als nur Seelsorger
Doch der rührige Geistliche wollte mehr als nur Seelsorger sein. Der Name Wachter ist auch eng verbunden mit einer Zerreißprobe für die Regensburger CSU. Anfang der 2000er Jahre kam es zum Showdown in der CSU.
Auf der einen Seite stand das Lager um den früheren Stadtrat Thomas Fürst, der über Wachter sagte: „Richtig ist, dass mich der Präses der Marianischen Männer-Congregation, Herr Prälat Heinrich Wachter, auch vorgeschlagen hat für die Wahl zum Ortsvorsitzenden.“ Auf der anderen Seite stand der damalige Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Durchgesetzt hat sich in der CSU am Ende niemand. Wachter begrub seine politischen Ambitionen.
Verbundenheit mit Papst Benedikt
Wachters kirchlicher Einfluss erstreckte sich über die Marianische Männer-Congregation bis zu seinem Posten als Stiftsdekan von St. Johann. Neben dem Stift Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle ist es eines von zwei Stiften in Bayern, die die Säkularisation überstanden. Mitglied im Stift war auch Georg Ratzinger, der in der Luzengasse fast direkt neben Wachter wohnte.
Und da war es auch die Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst, die Wachters Leben nochmals auf den Kopf stellte. Zahlreiche Besuche im Vatikan in Gefolge des engsten Kreises um den Papst waren die Folge. Freundschaften in die Schweizer Garde ebenso wie eine enge Verbindung zur päpstlichen Familie waren die Folge.
Über den Rücktritt Benedikts 2013 war Wachter durchaus frustriert. Über seine Wahl sagte er in einem Interview: „Wir haben natürlich auch gejubelt. Seitdem wir uns kennen, waren wir uns immer einig, Papst Benedikt und ich.“ Nur über seinen Rücktritt „sind wir bis heute unterschiedlicher Meinung. Ich fand und finde seine Entscheidung falsch, das habe ich ihm auch mehrfach gesagt“.
Wachter hatte dennoch einen analytischen Blick auf die Kirche, auch über Benedikts Pontifikat hinaus. So prophezeite er bereits vor 2017, als Papst Franziskus den früheren Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Kardinal Müller nicht mehr als Glaubenspräfekt im Amt bestätigte, dass der neue Papst seine Ankündigung wahr machen würde und Amtszeiten nach fünf Jahren beenden würde.
Das Requiem für Prälat Wachter findet am Samstag, 5. April, in der Stiftskirche St. Kassian statt.

