Zahnärztin aus Pürkwang gründete eine Praxis auf ostafrikanischer Insel Pemba

Für die Pürkwanger Zahnärztin Mimi Blien ist es eine absolute Herzensangelegenheit. 2017 richtete sie eine Zahnarztpraxis auf der Insel Pemba in Ostafrika ein und unterstützt diese seitdem. Die Praxis befindet sich auf dem Gelände der vom Kirchrother Hilfsverein Connecting Continents gegründeten Secondary School.
„Ich war geschockt, als ich die Münder einiger Schüler auf Pemba inspizierte“, erinnert sich die engagierte Zahnärztin an ihren ersten Besuch im Jahr 2016. Schnell entstand die Idee, gemeinsam mit Einheimischen eine Zahnarztpraxis aufzubauen.
Die Insel Pemba gehört zum ostafrikanischen Staat Tansania und ist die zweitgrößte Insel des Sansibar-Archipels. Dort leben rund 410.000 Einwohner. „Unser deutsches Prophylaxe-System mit zweimal täglichem Zähneputzen und halbjährlichen Zahnarztbesuchen ist eine der besten Vorsorgen in der gesamten Medizin“, erklärt Blien. Neben der Effizienz sei es zudem relativ kostengünstig. Auf Pemba habe sie jedoch gesehen, wie verheerend mangelnde Vorsorge für die Zahngesundheit sein kann.
Seit der Gründung der Dental Clinic hat sich die Situation zumindest für die rund 360 Schüler der Secondary School und deren Familien deutlich verbessert. Die Praxis wird das ganze Jahr über von einem einheimischen Team betrieben. Die Ausstattung hat Blien gemeinsam mit dem Hilfsverein gesammelt und gespendet. Immer wieder werden ganze Container mit Material nach Pemba geschickt.
Mehrere Wochen im Einsatz
Mindestens einmal im Jahr reist Blien für mehrere Wochen auf die ostafrikanische Insel. Dort schult sie das Personal, erklärt neue Techniken, bringt Material mit und arbeitet in der Praxis mit. „Mein Ziel war es von Anfang an, dass die Zahnarztpraxis auch ohne mich voll funktionsfähig ist“, betont Blien. Inzwischen arbeitet dort ein festes sechsköpfiges Team.
„Die Einheimischen gehen normalerweise erst bei sehr starken Zahnschmerzen zu einem Dentisten“, berichtet Blien. Aufgrund fehlender zahnmedizinischer Ausstattung könne dieser meist nur Zähne ziehen, anstatt sie zu erhalten.
Den Beruf der Zahnarzthelferin gibt es in Tansania nicht. In der Dental Clinic übernehmen ausgebildete Krankenschwestern diese Aufgabe. Blien und ihr Team haben sie vor Ort in die Assistenz am Behandlungsstuhl eingearbeitet. Inzwischen können sie das gesamte Spektrum von Absaugen, Anreichen der Hilfsmittel bis hin zur Zahnreinigung übernehmen.
Die Schüler und Lehrer der Secondary School sowie deren Familien erhalten in der Dental Clinic kostenlose Behandlungen. Auch bedürftige Menschen aus der Umgebung müssen nichts für eine Zahnbehandlung zahlen. Die Praxis finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Monatlich werden etwa 120 Patienten untersucht und behandelt. „So viele grundzerstörte Zähne wie in den Anfangsjahren sehe ich jetzt nicht mehr“, freut sich Mimi Blien über die ersten Erfolge.
Dank des Prophylaxe-Systems innerhalb der Schulfamilie besuchen die Schüler regelmäßig die Zahnklinik und erhalten im Unterricht Informationen zur Mundhygiene. Sie tragen dieses Wissen weiter in ihre Familien.
Praxis gut ausgerüstet
Jedes Mal, wenn Blien Pemba besucht, beschäftigen sie Fragen wie: „Wie sieht die Ausstattung aus? Wie ist der Standard? Und sind die Schüler gut eingebunden?“ Erst kürzlich kehrte sie von einem mehrwöchigen Aufenthalt zurück. Das feuchte und salzhaltige Klima setze den Geräten stark zu, doch dank einer einfachen, aber stabilen Bohreinheit ohne viel Elektronik sei die Praxis gut ausgerüstet.
„Es ist großartig, was wir mit unserer Fülltechnik erreichen!“, schwärmt die Zahnärztin. Mit dem vorhandenen Equipment und den Materialien sei die Zahnklinik für Pemba einmalig – und ermögliche vielen Patienten wieder ein strahlendes Lächeln.
Spenden für die Dental Clinic sind möglich mit dem Verwendungszweck „dental clinic“ auf das Vereinskonto von Connecting Continents: IBAN DE02 7425 0000 0240 3229 66 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte.

