Posse folgt die Blamage: Regensburgs Adler waren unfähig, Münchens Minitruppe zu besiegen

Von Gerd Winkler · 24. März 2025 um 19:30

Der Samstag wird bei den Handballern der SG Regensburg noch über viele Jahre hinweg für Gesprächsstoff sorgen. Zum einen über das 31:31 (15:14) der Regionalliga-Mannschaft im Verfolgerduell gegen den HT München. Zum anderen über die Posse um die Hallenbelegung und das eigenmächtige Handeln der Verantwortlichen.

Für den Spielbetrieb war die Sporthalle an der Alfons-Auer-Straße gesperrt, obwohl der Verein in der Not in Eigenregie eine Delle im Boden von einer Firma reparieren ließ. Über Wochen hinweg hatte sich die Stadtverwaltung nicht darum gekümmert. Freitagvormittag funkten die Verantwortlichen an die Emailadresse von OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer SOS, um doch noch die Freigabe zu kriegen. Eine Reaktion blieb aus. So entschlossen sich die Abteilungsführung und GmbH-Chef Simon Dillinger am Abend, die Spiele für die Erwachsenen- und Jugendteams auszutragen.

Nachträgliche Genehmigung

Die Mittelbayerische berichtete darüber im Rahmen der Spielvorschau in der Wochenendausgabe. Das hatte die Stadtverwaltung Samstagfrüh auf den Plan gerufen, Sportamts-Chef Christian Goß machte seine Aufwartung und gab „nach einer konstruktiven Diskussion“ (3. Vorstand Daniel Mulitze) grünes Licht. Mittags tauchte der nicht im Bilde gewesene Hausmeister auf, der laut den Verantwortlichen seit vielen Jahren der SG nicht wohlgesonnen ist, und wollte das mit dem Herbeiholen der Polizei unterbinden. Soweit kam es nicht, weil Mulitze vor den Augen des Hausmeisters bei Goß durchläuteten ließ.

Ein skurriles Bild bot sich am Abend: Die Münchner traten mit nur sieben Feldspielern an,, weil die im Abstiegskampf verwickelte Oberliga-Truppe wie angekündigt massiv unterstützt worden war. Selbst der sichtlich nicht austrainierte Trainer Johannes Borschel, zu Zweitliga-Zeiten für den TuS Fürstenfeldbruck am Ball, lief auf.

Von der ersten Minute an agierte der HT mit einem siebten Feldspieler, um Kräfte zu schonen. Selbstredend verzichteten die Gäste bei Ballgewinn auf den Gegenstoß. Die Adler konnten daraus kein Kapital schlagen. Obwohl viele Würfe ins verlassene Gehäuse gelangten, konnte sich Regensburg nicht absetzen.

Im Gegenteil: In der zweiten Halbzeit gingen die Oberbayern siebenmal in Front und egalisierten den 29:31-Rückstand (58.19) drei Sekunden vor Ultimo zum Endstand von 31:31. Es rächte sich, dass Bastian Simbeck jenseits der Mittellinie das leere Tor verfehlte (57.) und Bruder Jojo Simbeck in der Schlussminute beim Tippen einen Fehler fabrizierte.

„Ein Armutszeugnis für uns“

„Der Gegner hat das diszipliniert gespielt, nichtsdestotrotz ist es ein Armutszeugnis für uns“, kritisierte Trainer Benjamin Herth. „Normalerweise hätte das eine klare Kiste werden müssen.“ Seine Jungs hätten den einen oder anderen Ball am leeren Tor vorbeigeworfen und am laufenden Band freie Bälle halbhoch geworfen. Man hätte für Tempo sorgen müssen, um für größeren Kräfteverschleiß bei München zu sorgen. „Mit unserem Tempo hätten wir noch bis Mitternacht spielen können und keiner vom Gegner wäre müde geworden“, schloss Herth mit Galgenhumor. Der konsternierte GmbH-Chef Simon Dillinger wollte die Vollblamage nicht kommentieren: „Gute Frage, nächste Frage."

In der Oberliga Nord hat der ESV 1927 Regensburg in Marktsteft eine 32:35 (17:14)-Niederlage bezogen. In der Frauen-Regionalliga landete die SG Mintraching/Neutraubling bei München-Laim einen 34:32 (17:17)-Erfolg, der ESV II besiegte den HT München mit 30:19 (15:10).