Verein LandGenuss veranstaltet B2B-Speeddating für Erzeuger und Unternehmen

Von Alexander Frimberger · 24. März 2025 um 15:00

Wenn zwei zusammenfinden sollen, die sich nicht kennen, dafür gab es vor Tinder und Co. schon das Speeddating. Am 31. März, 19 Uhr, wird im Hotel Früchtl in Zandt auf diese Weise angebandelt. Allerdings geht es nicht um die Liebe der Herzen, sondern um die, die durch den Magen geht.

Veranstalter ist der Verein LandGenuss. Der wurde im Jahr 2011 von Hotelier Andreas Brunner aus Arnschwang aus der Taufe gehoben.

Leidenschaftlich vertritt er seither die Devise, die er gegenüber unserer Zeitung an anderer Stelle geäußert hat: „Wir müssen alle Verbraucher erreichen und unsere Qualitätsprodukte an den Mann bringen.“ Seinem Anspruch sind seither immer mehr regionale Erzeuger im Landkreis Cham gefolgt.

Vom Acker auf den Tisch

Schaut man auf die Internetseite des Vereins, sind es im Moment 81 Betriebe, die ihre saisonal und regional produzierten Angebote präsentieren. Darunter sind beileibe nicht nur Salate und verschiedene Gemüsesorten. „Wir haben rund 350 verschiedene Produkte im Portfolio“, sagt LandGenuss-Projektleiterin Sarah Baumgartner. Dazu gehören Süßkartoffeln und Tofu genauso wie Brotaufstriche, Fleisch und vieles mehr. „Ein Gastronom kann rund 85 Prozent seines Bedarfs über unseren Verein decken“, so Baumgartner.

Um eine Verbindung zwischen Erzeuger und Weiterverarbeiter zu schaffen, wurde der digitale LandGenuss ins Leben gerufen. Wie das funktioniert, erklärt ein Beispiel: Bei einem Landwirt steht die Gurkenernte an. Er gibt sein Angebot und die Menge, die er ernten kann, in eine Datenbank ein. Dort kann ein Koch, ein Markt oder ein Hofladen die gewünschte Menge bestellen. „Zweimal die Woche liefern wir dann die Bestellungen frisch aus“, sagt Veronika Graßl vom Maschinenring. Sie sagt auch, dass das System schon sehr gut funktioniert: „Es läuft seit eineinhalb Jahren ziemlich gut, aber es ist natürlich noch Luft nach oben“, so Graßl.

Bisher mussten alle Beteiligten Mitglied im Verein sein. Das wird nun aufgeweicht. Die Erzeuger müssen sich nach wie vor den Richtlinien von LandGenuss unterwerfen, „allerdings möchten wir allen potenziellen Geschäftspartnern die Möglichkeit bieten, vom digitalen LandGenuss zu profitieren“, erläutert Baumgartner. Ein erster Schritt dahin ist nun besagtes Speeddating, das durchaus wörtlich genommen werden darf. Je ein Abnehmer und ein Erzeuger sitzen sich gegenüber und tauschen sich aus. Nach zehn Minuten wird der Gesprächspartner gewechselt. Willkommen sind an diesem Abend aber nicht nur diese beiden Gruppen. Auch Produzenten, die Mitglied werden und sich über LandGenuss informieren wollen, sind eingeladen vorbeizukommen. Eine Anmeldung ist unter Telefon: 01 60/5 18 80 50 (Sarah Baumgartner) oder (0 99 71) 8 57 60 (Maschinenring) möglich.

Der Abend soll auch dazu genutzt werden, allen Beteiligten Hilfestellung zu geben. Denn ganz klar können regional erzeugte Lebensmittel etwas teurer sein als Waren aus der Massenproduktion. Aber mit der richtigen Argumentation, da ist Baumgartner sicher, könne man das dem Verbraucher durchaus zufriedenstellend erklären.

Gesund und nachhaltig

Wenn man wisse, wo das Fleisch, das Gemüse, der Honig oder das Obst herkommt, seien viele bewusst lebende Konsumenten durchaus bereit, ein wenig mehr zu zahlen. Digitaler LandGenuss verkürzt die Lieferwege, sorgt für mehr Nachhaltigkeit und fördert die Gesundheit. Außerdem, da sind sich alle Beteiligte einig: Es schmeckt einfach besser.

Präsentation regionaler LandGenuss-Waren im Rewe-Markt Bortar in Cham Foto: Sarah Baumgartner