Aufheben von Durchfahrtssperren: Ein zeitloses Ur-Bedürfnis der Regensburger CSU

Von Rainer Wendl · 23. März 2025 um 20:00

Wenn sie OB wird, will Astrid Freudenstein die Durchfahrtssperre am Hauptbahnhof aufheben. Moment, gab es so was Ähnliches nicht schon mal? Aber natürlich!

Schon erstaunlich, wie wenig sich bisweilen in 30 Jahren ändert. Als Hans Schaidinger 1996 zum Oberbürgermeister gewählt wurde, bestand eine seiner ersten Amtshandlungen darin, sich öffentlichkeitswirksam auf ein Baustellenfahrzeug zu setzen und die damals bestehende Durchfahrtssperre am Fischmarkt zu beseitigen. Jetzt hat Astrid Freudenstein angekündigt, die Durchfahrtssperre am nördlichen Bahnhofsvorplatz zu beseitigen, sollte sie 2026 zum Stadtoberhaupt gewählt werden. Die nötige Mehrheit im Stadtrat braucht sie dazu natürlich auch noch.

Es scheint also ein zeitloses Ur-Bedürfnis hiesiger CSU-Politiker zu sein, irgendwo wieder durchfahren zu können. Und das sticht anscheinend so gut wie alles. Zum Beispiel die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radler am Bahnhofsvorplatz. Dass sich diese deutlich verbessert hat, kann wohl niemand bestreiten.

Auch das Thema Aufenthaltsqualität ist offenbar nachrangig. Womit wir wieder am Fischmarkt wären: Alle zwei Jahre sitzen wir hier beim Bürgerfest und schwärmen, wie schön dieser Straßenzug doch ist. Am Montag danach, wenn dort wieder Verkehrslärm und Abgase regieren, fällt uns auf, dass sich in den vergangenen 30 Jahren nichts zum Besseren verändert hat. Aber dafür kann man wieder durchfahren.