So gelingt der perfekte Rasen – Profis geben Tipps

Barfuß über weiches Gras laufen, den Duft von frisch gemähtem Rasen genießen – mit den ersten warmen Frühlingstagen erwacht nicht nur die Natur, sondern auch die Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner aus dem Winterschlaf. Wie gelingt die perfekte Rasenpflege für ein sattes, gesundes Grün? Wir haben bei Gartenexperten nachgefragt, sie verraten ihre Tipps für einen kräftigen, widerstandsfähigen Rasen.
Nachsaat, Rollrasen, Strapazierrasen oder Regenerationsrasen? Dazu Dünger, Unkrautmittel und die Wahl zwischen Rasenmäher mit oder ohne Kabel, Mähroboter oder Aufsitzmäher – die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch was ist wirklich nötig für einen gesunden, dichten Rasen? Wir bringen Licht ins Grün und zeigen, welche Pflegeprodukte und Geräte für welchen Garten sinnvoll sind.
Welcher Rasen soll es sein?
„Bei der ersten Rasenanlage sind die Würfel gefallen“, sagt Lutz Popp von der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau und Landespflege (BLGL) der Mediengruppe Bayern. Sprich, Gärtnerinnen und Gärtner müssen sich im Voraus entscheiden welcher Rasen es sein soll beziehungsweise wie die Grünfläche genutzt wird. Unterscheiden könne man zwischen Zierrasen (Englischer Rasen), Spielrasen und Gebrauchsrasen. Die BLGL empfiehlt grundsätzlich den Gebrauchsrasen, da dieser „gut genutzt werden kann“ und ressourcenarm bewirtschaftet werden kann. „Er wird quasi sich selbst überlassen“, sagt Popp.
Den Wechsel zwischen Rasentypen und Rasensorten sieht Popp allerdings kritisch. Je nach Standortverhältnissen – also Licht, Niederschlag und Art der Nutzung – müsse bei der ersten Anpflanzung entschieden werden. Nur solche Rasenmischungen sollen dann nachgepflanzt werden. Handsaatgut sei dabei günstiger. „Rollrasen hat den Vorteil, dass er sofort den gewünschten Zweck – sattes Grün – erzielt“, sagt Popp. Der ist aber auch anfälliger, da er anderswo wächst und nur mit wenig Substrat, also Boden, geliefert wird. Zum Anwachsen braucht er viel Wasser.
Was ist nach dem Winter zu tun?
Gartenexpertin Jacqueline Kaminski von MyHammer, einer Vermittlungsplattform für Handwerksdienstleistungen, rät, nach dem Winter zunächst Laub und Schmutz von den Rasenflächen zu entfernen. So bekommt das Gras wieder genügend Licht und Luft zum Wachsen. Anschließend sollte der Boden mit einem Vertikutierer oder speziellen Aerifiziergabeln aufgelockert werden. Danach ist der richtige Zeitpunkt, um Dünger und Rasensamen auszubringen. Für besonders kahle Stellen empfiehlt sie Rollrasen, der schnell für ein sattes Grün sorgt.
Auch Popp empfiehlt jetzt den Rasen zu pflegen. Allgemein gilt das Gras das ganze Jahr über nicht zu sehr zu vernachlässigen. Wer immergrünen Rasen will, muss mehr Zeit und Geld investieren – vor allem Bewässern. Gegen trockene, braune Stellen hilft es den Boden zu bearbeiten, umgraben und auflockern, mit Kompost anreichern und gegebenenfalls neu säen.
Wann soll gemäht werden?
„Mähen, sobald das Wachstum begonnen hat“, sagt Popp. Das Gras beginnt zu wachsen, sobald die Temperaturen tagsüber regelmäßig über zehn Grad sind, so Popp. Um die perfekte Schnitthöhe zu erreichen, kann man sich an der Ein-Drittel-Regel orientieren. „Möchte ich meinen rasen auf vier Zentimeter gestutzt haben, so mähe ich bei sechs Zentimeter Höhe“, erklärt Popp.
Aber Achtung: Feuchtes Gras sollte nicht gemäht werden, so Kaminiski. Das schade dem Rasen und auch dem Rasenmäher. „Warten Sie nach Regen ein paar trockene Tage ab, bevor Sie das Gras vorsichtig mit hoch eingestellten Klingen kürzen“, empfiehlt die Expertin. Auch das Betreten von nassem Gras setzt dem Rasen zu. „Bei kalten Temperaturen wird es leicht beschädigt, kann brechen oder braune Stellen entwickeln, die sich erst im Sommer wieder regenerieren“, sagt Kaminiski.
Welcher Rasenmäher tut’s?
„Mähroboter geht gar nicht“, sagt Popp. Aus ökologischer Sicht sollten Gartenfreunde lieber zu Handmähern greifen. Denn die Mähroboter könnten Kleintiere verletzen. Vor allem Igel, die nicht weglaufen, sondern sich einkugeln, laufen laut BLGL Gefahr.
Große Flächen seien am effektivsten mit einem motorbetriebenen Mäher bedient. Geheim-Tipp der BLGL: der Spindelmäher. Dieser ist handbetrieben und läuft ohne Strom – man schiebt ihn wie einen Kinderwagen vor sich her. „Man verbraucht keine Energie, man bewegt sich und er macht einen sehr schönen geraden Schnitt“, sagt Popp.