Biodiversität im eigenen Garten fördern – Tipps für mehr Bienen und Schmetterlinge

Ein Garten kann so viel mehr sein als nur Rasen – er kann ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge und Vögel werden. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür fördern. Erfahre, wie Sie Ihren Garten in eine grüne Oase verwandeln und dabei aktiv zum Schutz der Natur beitragen.
Naturnahes Gärtnern bedeutet nicht, der Natur völlig freien Lauf zu lassen oder ein unkontrolliertes Chaos zuzulassen. Vielmehr geht es darum, im Einklang mit der Natur zu arbeiten, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren und den Garten so zu gestalten, dass er die Artenvielfalt fördert, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landschaftspflege (BLGL).
Grünflächen statt versiegelte Schottergärten
Schottergärten sind umstritten – für Josef Hirschenauer, den Vorsitzenden des Gartenbauvereins Passau, sind sie sogar „Gärten des Grauens“. Immer mehr Kommunen und Landkreise verbieten die kargen Steinflächen, die oft wegen ihrer vermeintlich einfachen Pflege angelegt werden. Doch genau das sei ein Irrglaube, warnt Hirschenauer: „Nach einigen Jahren wächst dort trotzdem Grün, denn Samen werden durch den Wind eingetragen – und dann muss Unkraut gejätet werden.“ Zudem hätten versiegelte Flächen und Schottergärten einen weiteren Nachteil, ergänzt Lutz Popp von der BLGL: „Sie heizen sich schnell auf und lassen kaum Leben zu.“
Der erste Schritt zu einem Naturgarten ist ein grüner, blühender Garten mit vielfältiger Bepflanzung. Eine entscheidende Grundlage dafür ist ein nährstoffreicher Boden, der regelmäßig aufgelockert und mit Kompost angereichert wird. Dadurch kann er mehr Wasser speichern, erklärt die BLGL.
Heimische Pflanzen locken Bienen an
Besonders wichtig sind heimische Pflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Insekten Nahrung bieten. Dazu gehören zum Beispiel:
• Stauden und Wildblumen wie Salbei, Thymian und Malve
• Sträucher wie Holunder und Weißdorn
• Bäume wie Feldahorn und Vogelkirsche
Gärtner sollten darauf achten, dass das ganze Jahr über etwas blüht, damit stets Pollen, Nektar und andere Nährstoffe verfügbar sind, empfehlen Popp und Hirschenauer. Doch nicht nur Insekten – die bestäuben und letztlich der Mensch die Früchte ernten kann – profitieren davon. Vögel finden in dichten Hecken Nistplätze, und Igel nutzen Laubhaufen im Herbst als geschützte Winterquartiere. Auch Blätter und Stängel spielen eine wichtige Rolle, denn sie dienen Raupen und Larven als Nahrung – aus denen später Schmetterlinge und Käfer werden.
Auf Chemie verzichten
Ebenso essenziell für einen gesunden Garten ist eine abwechslungsreiche Fruchtfolge. Das bedeutet, dass Beete nicht über mehrere Jahre mit derselben Pflanze oder demselben Gemüse bewirtschaftet werden, sondern die Kulturen regelmäßig rotieren. So kann sich der Boden erholen und bleibt langfristig fruchtbar, erklärt die BLGL.
Beim Anbau sollten Gärtner auf chemische Schadstoffe verzichten, empfiehlt die BLGL. Pflanzen, Insekten und andere Tiere stehen in einem natürlichen Gleichgewicht und unterstützen sich gegenseitig. Meist seien künstliche Spritzmittel nicht nötig.
Bunte Mischung „macht’s aus“
Als letzte Tipps gibt Hirschenauer den Gartenfreunden mit: „Wohlfühlen macht den Garten aus.“ Wo sich der Mensch wohl fühlt, sind auch Bienen, Schmetterlinge und Vögel nicht weit. Die Vielfalt im Garten, eine bunte Mischung an heimischen Pflanzen und Bäumen, die Schatten spenden und kühlen, „macht’s aus.“