Verkehr: „Pendler sind Regensburgs Hauptproblem“

Tempo 30: Hier werden Märchen erzählt
Anmerkungen zu unserem Bericht „Stadt macht ernst mit Tempo 30“:
An der Weißenburgstraße und scheinbar vielen anderen Straßen soll nun das 30er-Limit wieder oder neu eingeführt werden. Die Befürworter des Tempo-30-Limits führen viele Argumente dafür ins Feld. Insbesondere wird immer wieder das Märchen erzählt, dass Lärm, CO2- und Feinstaubausstoß dadurch gemindert werden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Dann steht da noch, dass die Verwaltung zur Zeit die erforderlichen Daten (Verkehrszahlen usw.) nach RLS 90 für die Lärmbemessung erstellt. Sicherlich gibt es dafür bereits Daten, welche höchstens überprüft werden müssen. Auf die weiteren Argumente möchte ich nicht eingehen, denn auch hierfür gibt es Gegenargumente in Mengen. Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass mit großem Aufwand über Dinge diskutiert wird, welche scheinbar ohne Einbindung der zuständigen Stellen (Verkehrsplaner) einfach ohne Grund immer wieder aufgekocht werden.
Karl Theodor Turk
Obertraubling
Studie erfasst Pendlerströme nicht
Zwei Leser äußern sich zu unserem Artikel „Die Regensburger gehen und radeln mehr“ vom 10. März:
Es ist sehr zu begrüßen, dass im innerstädtischen Verkehrsgeschehen in Regensburg der Umweltverbund (Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV) um vier Prozent zugenommen hat und der motorisierte Individualverkehr (MIV) um vier Prozent abgenommen hat. Das zeigt, dass die Verkehrswende große Fortschritte macht, auch ohne Stadtbahn. Auch die vor Kurzem vom Regensburger Stadtrat beschlossene innerstädtische Untersuchung für 400 000 Euro zu den Fahrgastzahlen und zur Erfassung der Reisekette im Bussystem der Stadtwerke Mobility (SMO) gibt Hoffnung auf eine bessere ÖPNV-Planung, deren Umsetzung mehr Fahrgäste anziehen wird. Aber: Das Hauptproblem für den Verkehr in Regensburg sind morgens und abends die circa 100 000 Ein- und Auspendler, die weder in der vorliegenden Studie erfasst wurden noch in der Fahrgastzählung der SMO voll erfasst werden. Hier sind dringend weitere Schritte wie Verkehrs- und Fahrgastzählungen erforderlich, um die Pendlerströme aus dem Landkreis zu erfassen. Um eine vernünftige Planungsgrundlage für den ÖPNV, Radwege und Straßen zu erhalten, sollten die Untersuchungen zu den Pendlerströmen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis schnellstens erfolgen.
Heinz-Eberhard Deckart
Regensburg
Der RVV muss deutlich preiswerter werden
Warum fahren die Leute so wenig Bus? Stadtrat Christian Janele bringt es exakt auf den Punkt: Der ÖPNV in Regensburg ist einfach zu teuer. Und der Einwand der Oberbürgermeisterin, dass der Preis nicht ausschlaggebend ist, mag für Besserverdiener zutreffen, für einen Großteil der Regensburger Bürger sicher nicht. Das im MZ-Artikel erwähnte Beispiel, mit einem Tagesticket könne man zum Beispiel zu zweit für sieben Euro den ganzen Tag den RVV nutzen, trifft nur bedingt zu. Das Tagesticket unter der Woche gilt erst ab 9 Uhr. Um einen Arzttermin um 9 Uhr wahrnehmen zu können, müssen wir bei Abfahrt in der Dornierstraße vor 9 Uhr bis Haltestelle Arnulfsplatz, die selbe Strecke um 10 Uhr zurück, für zwei Personen 11,52 Euro (online) bezahlen. 11,52 Euro für gerade mal vier Haltestationen, das ist eindeutig zu teuer, liebe Stadträte. Der Tiefgaragenplatz am Stadttheater kostet gerade mal zwei Euro für 1,5 Stunden. Der RVV muss deutlich preiswerter werden, um an Attraktivität zu gewinnen. Bei der aktuellen Preisgestaltung werden die Fahrgastzahlen weiter sinken.
Norbert Römer
Regensburg
Sicherheit: Wo bleibt der Beitrag der Radfahrer?
Eine Äußerung zu unserem Bericht „Der Kampf gegen die vielen Radunfälle“ vom 17. März:
Ich bin in Regensburg mit dem Auto, zu Fuß, aber auch viel mit dem Fahrrad unterwegs. Die Debatte um Radunfälle ist mir zu einseitig. Es ist wichtig und richtig, an großen Kreuzungen die Situation zu entschärfen. Es werden immer mehr Fahrradwege, Fahrradstraßen und Spuren eingerichtet. Wo bleibt aber der Beitrag von Radfahrern? Sie sind Verkehrsteilnehmer wie alle anderen, sehr viele glauben aber, dass für sie keine Regeln gelten. Radfahrer sind oft wie eine Heilige Kuh, sie müssen geschützt werden, dabei bringen sie sich und andere selber in Gefahr. In Kumpfmühl ist vor kurzem eine Bus- und Fahrradspur entstanden – und trotzdem fahren viele am Bürgersteig oder ignorieren rote Ampeln. Würde jeder mehr die Regeln beachten und auf andere Rücksicht nehmen, würde sich mehr ändern. Leider wird unsere Gesellschaft immer egoistischer und rücksichtsloser.
Zuzana Eger
Regensburg
Vorhandenen Standort ausbauen
Wohin mit den Windrädern? Zwei Leserinnen haben sich dazu Gedanken gemacht:
Bei allen Diskussionen um neue Windkraftstandorte, für die bestehender Wald abgeholzt werden muss, stellt sich mir immer die Frage, warum man in Regensburg nicht in Erwägung zieht, einen bereits vorhandenen Windkraftstandort auszubauen. Am Mühlberg steht seit Ende der 90er Jahre ein Windrad. Die erforderliche Infrastruktur ist also da. Wald muss da nicht abgeholzt werden. Ich kenne keine Beschwerden der Anwohner in der Nähe des Windrades. Warum also plant man nicht, den vorhandenen Standort auszubauen? Der Wind bläst hier ständig – die Ausbeute an Strom rentiert sich, weshalb auch die Betriebsdauer des vorhandenen Windrades verlängert wurde. Der erzeugte Strom könnte zum Beispiel direkt von den großen Betrieben in Haslbach, in unmittelbarer Umgebung genutzt werden. Vielleicht ergäbe sich hier auch eine Energie-Kooperation?
Petra Bittlinger
Regensburg
Erinnerung an Münchner „Prinzip Norden“
Hier meine Gedanken beim Lesen des Artikels „Kelheimer Windräder sind Sinzing zu nah“: Ich bin geborene Münchnerin. Jedem Münchner ist das „Prinzip Norden“, nach dem München schon immer gehandelt hat, wenn es um die Platzierung von „unangenehmen“ Projekten ging, bestens bekannt. Nicht nur „weit weg von den eigenen Siedlungen“, sondern auch „immer nach Norden“. Müllverbrennung, Hasenbergl und Atomkraftwerk gleich ganz nach Niederbayern. Im Süden und Westen lebt „das Gute“, im Norden und Osten „das weniger Gute“. „All animals are equal but some are more equal than others“, heißt es. Das scheint in Kelheim nicht anders zu sein – und in der Oberpfalz ähnlich, wenn man sich die „Landkreiskarte mit Vorranggebieten für Windenergie“ anschaut. Oder ist es da anders? Wär dieses „Prinzip Norden“ nicht mal erwähnenswert?
Gabi Baderschneider
Sinzing
Weg des Aussitzens endlich verlassen
Unseren Artikel „Die Wohnungsnot wird größer“ kommentiert dieser Leser:
Die Zahlen in dem Bericht über die Wohnungsnot in Regensburg sind alarmierend. Mich hat vor allem beeindruckt, wie die Stadt mit diesem Thema und mit dem sozialen Sprengstoff, der damit verbunden ist, umgeht. Zwei Herren kommen zu Wort, von denen man Lösungen erwarten könnte: Zum einen Prof. Dr. Just, Leiter des IREBS (Immobilien Wirtschaftsinstitut). Er macht die Aussage, dass „einkommensschwache Haushalte ... mitunter stärker unter dem Zugangsproblem leiden“. Das ist meines Erachtens keine wissenschaftliche Aussage eines Exzellenzinstituts, sondern gleicht eher dem zynischen Geschwafel eines Wohnungsmaklers, der jede Notlage zugunsten der eigenen Gewinnoptimierung ausnützen möchte. Zum anderen ist da der Stadtbauchef, Götz Keßler. Er hat „diese Entwicklung“ nicht nur in Regensburg „abgelesen“, kann (darf?) aber nicht viel Neues bauen. Ich erwarte von diesen hoch bezahlten Akademikern, dass sie Lösungen präsentieren und nicht nur längst bekannte Probleme benennen oder irgendwo ablesen. Die Wissenschaft könnte zum Beispiel die Wege aufzeigen, und die Techniker könnten zumindest den Willen zeigen, die Theorie in die Praxis umzusetzen („Whatever it takes"). Der enorme Bedarf von 2900 Haushalten auf der Warteliste der Stadtbau ist doch nicht bedient mit 200 fertig gebauten und 560 gewollten (noch nicht geplanten) Wohnungen bis 2028. Zwei Frauen kommen in dem Artikel gar nicht zu Wort, nämlich die politisch verantwortlichen Bürgermeisterinnen. Beide stehen für Parteien, die das große „S“ für sozial im Namen tragen. Beide sind bei dem Problem der Wohnungsnot seit Jahren tatenlos. Ich hoffe, sie werden bei diesen neuesten Zahlen aufwachen, sich besinnen, Initiative ergreifen und den bequemen Weg des Aussitzens von Problemen endlich verlassen. Das alles ist ein großer Missstand in der Stadt Regensburg, mit anderen Worten ein Saustall. Den sollte man möglichst schnell abbauen – und nicht die Zahl der Sozialwohnungen.
Fortun Kretzer
Alteglofsheim
Erst jammern, dann zustimmen
Beim Thema Kreisumlage sieht dieser Leser den Landkreis gefordert:
Seit Wochen ist die Erhöhung der Kreisumlage das Gespräch in den Kommunen. Dies zeigen auch die vielen Artikel in der MZ. Die Gemeinden müssen erhebliche Abstriche im geplanten Haushalt machen, sei es, dass die freie Finanzspanne kleiner wird, oder schlimmer, die Pflichtaufgaben nicht einmal mehr zu leisten sind, sich die Gemeinden immer mehr verschulden und Probleme haben, überhaupt einen Haushalt aufzustellen. Die Höhe der Kreisumlage ist allerdings nicht vorgegeben, wie viele meinen, darüber hat der Kreistag abzustimmen. Die Kreistagsmitglieder sind zum größten Teil Bürgermeister und Gemeinderäte. Sie beklagen in der Gemeinde die Höhe der Kreisumlage, stimmen dieser aber im Kreistag zu. Das passt nicht zusammen. Erst jammern, dann zustimmen. Man sollte doch zum Wohle der Gemeinde entscheiden. Wahrscheinlich ist aber der Fraktionszwang so streng. Beim Landkreis gibt es seit Jahren einen stetigen Personalzuwachs. Viele neue Stellen wurden geschaffen, es gibt viele Beratungsmöglichkeiten. Alles recht und gut, aber wenn es die finanzielle Situation nicht hergibt? Investitionen in Millionenhöhe sind geplant, auch hier müsste gespart werden – oder der Landkreis selbst muss Schulden machen. Dass sich die Bezirksumlage stetig erhöht und der Staat dem Landkreis immer mehr aufbürdet, ist nur eine Seite der Medaille, der Landkreis muss sparen.
Erich Laßleben
Kallmünz
Bitte eine neue „Aktion“ in Form einer Reinigung
Die Debatten um das „Luxus-Klo“ am Schwanenplatz ärgern diesen Leser:
Es ist schon erstaunlich, was hier alles durchgeht, wenn man nur das richtige Etikett verwendet. Wiederholter Diebstahl und Sachbeschädigung sind offenbar akzeptiert, wenn man sich als Künstlerkollektiv und Aktivisten ausgibt. Dann kommt nicht die Polizei, sondern das Bau- und Planungsreferat zu Friedensgesprächen. Das „Luxus-Klo“ muss leider so massiv sein, weil hier immer wieder übelst randaliert und verdreckt worden ist. Die oftmalige Reinigung ist eine Zumutung. Eine Dauer-Täterin hat quasi als Belohnung sogar eine eigene Wohnung bekommen, damit sie dort endlich Ruhe gibt. Ein Hohn für alle, die für kleines Geld ordentlich arbeiten. Natürlich wäre ein leichter, einfacher WC-Bau plus schöner Bank billiger und wünschenswert. Geht aber nicht, weil ein gewisser Personenkreis dauerhaft mit Zerstörung und fäkaler Verschmutzung beschäftigt ist. Als Aktionskünstler wertet man das anscheinend anders. Könnten diese bitte eine neue „Aktion“ in Form einer regelmäßigen Reinigung und Wartung durchführen?
Gisbert Waldhorst
Regensburg
