Hallen-Misere spitzt sich erneut zu

Von Rainer Wendl · 21. März 2025 um 09:00

Regensburg. Dass sich die Sporthallen-Situation in Regensburg alles andere als komfortabel darstellt, ist altbekannt. Jetzt hat sich die Situation erneut zugespitzt, Hauptleidtragende sind die Handballer der SG Regensburg. Wegen einer auf unbestimmte Zeit verhängten Teilsperrung der Kerschensteiner-Sporthalle ist der Trainingsbetrieb für die 21 Teams massiv beeinträchtigt. Wo sie künftig ihre Heimspiele austragen sollen, ist völlig ungewiss.

Die aktuelle Eskalation hat ihren Ursprung in einer Besprechung zwischen den SG Verantwortlichen mit Vertretern von Sportamt, Schulamt und Amt für Gebäudeservice am 17. Februar. Dort übergaben die Handballer eine Mängelliste, die unter anderem ein Loch im Boden und Schimmel in den Duschen umfasste.

Ärger über ein Amt

„Über Monate stellten die Schäden trotz mehrfacher Meldung kein Problem für den Vereins- oder Schulsport dar“, wird SG-Vorständin Kerstin Riedmüller in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert. Nach der genannten Besprechung sah es plötzlich anders aus: Wegen nicht mehr gegebener Verkehrssicherheit wurde der Bereich rund um den ramponierten Bodenbelag – es handelt sich um eine durchgebrochene Abdeckhülse für Turngeräte, die bislang notdürftig mit Tape fixiert wurde – gesperrt.

Die Folge beschreibt Riedmüller so: „Wir trainieren seit Wochen nur auf zwei Dritteln der Halle.“ Eine Aussage seitens der Stadt, wie lange dieser Zustand anhalten soll, gibt es nicht. Der entsprechende Ärger der Handballer bezieht sich dabei nur auf ein einziges Amt. Mit dem Sport- und dem Schulamt, so betonen sie, herrsche bestes Einvernehmen. Im Verhältnis zum Amt für Gebäudeservice hingegen knirscht es heftig.

Auch deshalb, weil diese dem Baureferat zugeordnete Behörde aus Sicht der SG keine Kooperationsbereitschaft erkennen lässt. Als Beleg dafür nennt Riedmüller eine jüngst von Vereinsseite aus durchgeführte Maßnahme: Um die Heimspiele am 8. und 9. März durchführen zu können, veranlasste man eine provisorische, aber fachmännische Reparatur der schadhaften Stellen am Boden. Nach Aussage der ausführenden Firma, die zum Sponsorenpool der SG gehört, sei diese Lösung für Monate tragfähig, die genannten Spiele konnten gefahrlos durchgeführt werden. Dennoch teilte das Amt für Gebäudeservice dem Verein an diesem Dienstag mit, dass die Teilsperrung der Halle aufrechterhalten bleibe – eine Begründung dafür gibt es laut Riedmüller nicht.

Am kommenden Wochenende stehen nun Heimspiele für neun Mannschaften inklusive der Adler, dem Aushängeschild des Vereins und Regensburgs höchstklassigem Männerhandball-Team, an. Als Ersatzspielort wurde der SG von der Stadt die Halle der Clermont-Ferrand-Schule zugeteilt. Für Riedmüller ist dies eine völlig unbefriedigende Notlösung mit vielen Unbekannten. So kenne man die Beschaffenheit des Bodens nicht, wisse nicht, ob Harz verwendet werden dürfe und wer dann für die Reinigung aufkomme, könne keine Sponsorenbanner aufhängen und habe finanzielle Einbußen wegen geringerer Zuschauerzahlen. „Es macht schön langsam keinen Spaß mehr“, fast die SG-Vorständin ihren Frust zusammen und bezeichnet die Misere als „unnötig und unbegründet“.

Freudenstein: Kein Zugriff

Sport-Bürgermeisterin Astrid Freudenstein kennt die Situation. Sie habe die Handballer aber laut Riedmüller wissen lassen, dass das Amt für Gebäudeservice nicht in ihre Zuständigkeit falle und sie keine Handhabe habe. So regiert bei der SG aktuell das Prinzip Hoffnung. Kurzfristig darauf, dass die Sperrung rasch aufgehoben wird. Auf Dauer wünscht man sich ein besseres Miteinander von Behörden und Vereinen.