Wende nach Sexualdelikt in Regensburg: Festgenommene Männer unschuldig – Echte Täter unbekannt

Von André Baumgarten · 20. März 2025 um 16:03

Nach einer versuchten Vergewaltigung Anfang Januar in Regensburg hatte die Polizei schnell zwei Tatverdächtige festgenommen – doch nun stellen sie sich als unschuldig heraus. Die wahren Täter sind weiter unbekannt. Die Ermittlungen stehen wieder zurück auf Anfang.

Rückblick: Die Tat ereignete sich am 2. Januar. Gegen 2.30 Uhr wurde laut Polizei eine 43-jährige Frau Opfer eines Sexualdelikts in der Weingasse in Regensburg. Zwei Männer hätten sie angesprochen, hielten sie fest und versuchten, sie zu vergewaltigen. Durch ihre vehemente Gegenwehr flüchteten die Täter in unbekannte Richtung.

Spuren am Tatort entlasten festgenommene Männer

Die Regensburger Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Schnell wurden daraufhin zwei Tatverdächtige – ein 31 und ein 36 Jahre alter Pole – festgenommen. Über zwei Monate nach der Festnahme teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Donnerstag nun mit: „Nach Auswertung der gesicherten Spuren konnte mittlerweile festgestellt werden, dass die tatrelevanten Spuren nicht von den ursprünglich festgenommenen Tatverdächtigen stammten.“

Die Haftbefehle gegen die zwei Männer wurden aufgehoben. Wie Polizeisprecher Jonas Krauß auf Nachfrage erklärte, war damals gegen einen der beiden in anderer Sache ein Haftbefehl offen. Die Kriminalpolizei Regensburg geht im Fall der versuchten Vergewaltigung in der Weingasse nun jedoch von zwei unbekannten Tätern aus und bittet daher um Hinweise von Zeugen. Jedes noch so kleine und nebensächlich erscheinende Detail könne für die Ermittlungen von Bedeutung sein, so die Polizei.

Beschreibung der unbekannten Täter

Die beiden jetzt gesuchten Männer werden wie folgt beschrieben: Sie seien zwischen 20 und 25 Jahre alt und hatten nordafrikanisches Aussehen. Die Täter hielten sich offenbar wenige Minuten vor der Tat (gegen 2 Uhr) im Bereich der Roten-Hahnen-Gasse auf. Das ergab laut Nachfrage eine neue Zeugenaussage, die erst jüngst vorgelegen habe. Demnach hatte jemand diese Männer gesehen und das gemeldet.

Dass eine Auswertung von DNA-Spuren, die einst an der Geschädigten sichergestellt wurden, so lang dauert, sei durchaus üblich. Nur in Sonderfällen, das bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf Anfrage, lägen Ergebnisse binnen 48 Stunden vor. Dann würden Proben mit besonderer Priorisierung bearbeitet. „Zweifel an der Tat gibt es keine“, wie Polizeisprecher Krauß betonte. Erste Beschreibungen zur Kleidung hätten auf die damals Festgenommenen gepasst.

Hinweise von Zeugen werden gesucht

Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Regensburg bearbeitet diesen Fall und bittet nun um Hinweise zu den beiden unbekannten Tätern oder zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich der Roten-Hahnen-Gasse und Weingasse in der fraglichen Nacht. Zeugen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.