Waldgruppe der Kita Herrnwahlthann: Der Frauenwahler Wald ist ihr Revier

Von Alexandra Nurtsch · 19. März 2025 um 09:12

Seit einem halben Jahr sind die kleinen Dachse der Kita Herrnwahlthann in ihrem neuen Quartier im Wald von Frauenwahl. Dort haben sie sich gut eingelebt, wie ein Besuch in der Waldgruppe zeigt.

„Aus der Bahn“ schreit Lotte und schon saust sie lachend den kleinen Hügel hinunter. Begeistert folgen ihr Luise, Maxi und Philomena. Valentina rutscht lieber auf dem Po. Begeistert kreischen die Mädels, als sie immer schneller werden. Einige Meter weiter haben Lukas und Benedikt einen besonderen Baum gefunden. Geschickt klettern sie nach oben – und springen lachend ins Laub. „Das macht Spaß“, rufen die beiden Freunde und sofort geht es wieder hinauf.

Seit Oktober ist der Wald bei Frauenwahl die Heimat der kleinen Dachse. „Wir genießen es voll und ganz, hier zu sein“, sagt Gruppenleiterin Susanne Bilecki begeistert. Zwar hätten die Vorbereitungen und die Platzsuche für die Waldgruppe der Kita Herrnwahlthann etwas gedauert, doch das Warten habe sich gelohnt. „Wir sind hundertprozentig begeistert von dem Wald und den Möglichkeiten, die wir hier haben“, sagt sie und lässt ihren Blick über das Gelände mit dem Bauwagen und seiner Terrasse, dem Sandkasten, der Matschküche und den beliebten Rutschenhügel schweifen.

Morgenkreis auf der Terrasse

Dort buddeln gerade Lotte, Maxi und Luise in der Erde. „Ich hab‘ einen Regenwurm entdeckt“, sagt Maxi begeistert. Die drei Mädchen lieben das Spielen im Wald – besonders die Geschichten der kleinen Hexe Willow, die mit ihren Freundinnen alles tut, um den Wald zu beschützen, erzählt Luise, als plötzlich „Morgenkreis“ durch den Wald schallt. Sofort rennen die Kinder zum Bauwagen. Dort hat Philomena auf der Terrasse schon alles vorbereitet. „Ich bin heute nämlich Dachs des Tages“, erklärt sie stolz. Und als Dachs des Tages gehört es auch zu ihren Aufgaben, alle Kinder zu zählen.

Aktuell besuchen 14 Mädchen und Buben die Waldgruppe, acht von ihnen waren bereits beim Start im Kita-Garten in Herrnwahlthann dabei. Dazu zählen Lotte und Luise. „Wir kommen jetzt dann in die Schule“, sagen sie stolz. Im neuen Kindergartenjahr werden etwa acht Dachse dazukommen. „Wir haben noch Plätze frei“, sagt Bilecki, bevor sie auf der Terrasse das Morgenlied anstimmt.

Eigentlich sollte die Terrasse bereits überdacht sein. Aber das komme noch, sagt Bilecki. Mit Erzieherin Jessi Wießmann und Kinderpflegerin Theresa Lanzl betreut die Heilerziehungspflegerin die Kinder. „Bislang hatten wir Glück mit dem Wetter. Es hat kaum geregnet“, sagt sie. Der vergangene Winter war der erste im Wald, doch Schnee gab es keinen – zum Bedauern der Kinder, für die extra Rutscherl angeschafft worden waren.

Schaukel fehlt am meisten

Eine Annehmlichkeit gibt es, wenn es draußen kalt ist: Zur Brotzeit geht es in den warmen Dachsbau. Und so schnappen sich die Mädchen und Buben nach dem Morgenkreis ihre Rücksäcke und gehen gemeinsam zur Hütte. Nach dem Händewaschen werden die Brotzeitdosen und Trinkflaschen ausgepackt.

Ihre Spielsachen vermissen sie im Wald nur ein bisschen, sagen die Kinder, während sie in ihre Brote, Brezen oder Apfelstücke beißen. Früher unternahmen die Dachse viele Streifzüge durch Herrnwahlthann und erkundeten die Umgebung. „Jetzt gehen wir hier auf Entdeckungsreise“, sagt Bilecki. Im Wald werde es nie langweilig. So haben die Kinder schon ein „Piratenschiff“, die „Wohnung von Räuber Hotzenplotz“ und einen „Sandkasten“ in einem Graben entdeckt. Nach der Brotzeit steht mit der „Jägerrunde“ die nächste Expedition an.

Doch je länger die Kinder nachdenken, desto mehr Spielsachen fallen ihnen ein, die sie im Wald noch gut gebrauchen könnten. Am meisten fehle ihnen eine Schaukel, sind sie sich einig. Lukas sucht noch nach einer Klettermöglichkeit, die so gut wie das Klettergerüst im Kita-Garten ist. Und Benedikt könnte im Wald einen Bagger brauchen. „Das wäre schon toll“, sagt er.

Jeder Tag startet mit dem Morgenkreis auf der Terrasse. Heute dürfen Benedikt und Valentina neben Susanne Bilecki sitzen.
Lotte, Maxi und Luise haben im Boden einen Wurm entdeckt.
Vor der Brotzeit werden die Hände gewaschen.
Lukas (l.) und Benedikt sind beste Freunde.
Ein Schild am Wegesrand weist auf die Dachsgruppe hin.