133 Passagiere in Berching gestrandet: Neue Erkenntnisse zum Schiffsunglück an der Schleuse

Mit einem Schrecken kamen die 133 Passagiere und 56 Besatzungsmitglieder eines Fluss-Kreuzfahrtsschiffs am Samstag bei einem Unfall an der Schleuse Berching davon. Wie dramatisch der Unfall auf dem Main-Donau-Kanal für die Menschen an Bord hätte enden können, verdeutlichen neue Informationen.
„Glücklicherweise standen die Personen an Bord am Außensteuerstand – und nicht im dem einfahrbaren Steuerhaus“, sagt Ewa Wisniewski, Pressesprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Donau MDK in Nürnberg. Man will sich gar nicht ausmalen, wie der Unfall hätte ausgehen können, wenn sich Personen im einfahrbaren Steuerhaus aufgehalten hätten.
Wie die Polizei berichtete, hatte der Kapitän „aus Unachtsamkeit vergessen“, das einfahrbare Steuerhaus vor der Brücke direkt an der Schleuse Berching abzusenken. Das 135 Meter lange Schiff prallte daraufhin kurz vor 5 Uhr gegen die Unterseite der Brücke.
„Das Steuerhaus wurde dabei komplett abgerissen“, schildert Wisniewski. Die Reederei müsse ein neues errichten. Das sei eine Auflage des Sachverständigen gewesen, der das Schiff begutachtet hatte. Unter einigen Auflagen – unter anderem musste das Steuerhaus notdürftig saniert werden – sei das Schiff am Samstagabend weitergefahren.
Zuvor wurde es nach dem Unfall noch geschleust und musste dann in Berching festgemacht werden. Die 133 Passagiere wurden nach Angaben von Wisniewski am Samstag mit Bussen nach Nürnberg gefahren. Dort seien sie in ein anderes Schiff umgestiegen. Wohin ihre Reise führte, konnte sie nicht sagen.
Die Brücke an der Schleuse hat laut Pressesprecherin „nur ein paar Kratzer“ abbekommen. Große Reparaturen seien nicht notwendig. Viel wichtiger sei aber ohnehin, dass sich keine Person verletzt habe.