Velburgs Bürgermeister hat viel vor – und packt schon mal im Rathaus die Koffer

Von Markus Rath · 15. März 2025 um 05:00

„Die Arbeit wird uns nicht ausgehen.“ – So beschreibt Velburgs Bürgermeister Christian Schmid das Jahresprogramm, das er sich für Velburg 2025 vorgenommen hat. Doch obwohl noch so viele Aufgaben vor ihm liegen, hat er auch angefangen, im Rathaus die Koffer zu packen.

Generalsanierung Rathaus: Das Kofferpacken hat aber laut Schmid nichts damit zu tun, dass er persönlich als möglicher Kandidat für die Landratswahl 2026 gilt. Es ehre ihn zwar, dass sein Name in diesem Zusammenhang immer wieder einmal genannt wird. Entschieden sei hier bei der CSU im Landkreis Neumarkt aber noch nichts.

Der Grund dafür, dass Schmid einpackt und auch aussortiert, ist pragmatischer Natur: Velburg saniert sein historisches Rathaus und deswegen wird die Verwaltung noch im April oder spätestens im Mai in das Ausweichquartier in der ehemaligen Wolffersdorffpraxis am Hinteren Markt ziehen.

Danach soll das historische Gebäude zu einem barrierefreien, modernen Servicecenter umgebaut und durch einen gläsernen Übergang mit dem Nebengebäude verbunden werden. „Wir machen das übrigens nicht, weil der Bürgermeister keine Lust hat, Treppen zu steigen. Aber jeder Meter, den ein Mitarbeiter zu viel läuft, kostet Geld“, sagt Schmid. Zudem spare man sich dann den Einbau eines zweiten Aufzugs, weil der im Nebengebäude mit genutzt werden kann.

Der Bauantrag für das 4,2-Millionen-Euro-Projekt ist gestellt, die Zuschussanträge werden aktuell geprüft und die Bauarbeiten sollen auf jeden Fall noch 2025 beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet Schmid mit drei Jahren Bauzeit und einer Fertigstellung 2028.

Innenstadt: Chefsache in der Stadt Velburg ist die Belebung der Innenstadt. „Wir haben da gute Nachrichten zu vermelden“, sagt Schmid und verweist auf die Neuansiedlung des „sehr beliebten Asia-Restaurants“ und das neue Tatoo-Studio. Eine weitere Eröffnung könnte bald folgen. Zudem gebe es Gespräche mit potenziellen Investoren, die zwei, drei historischen Gebäuden eine neue Nutzung geben wollen. Er könne zwar aktuell noch keine konkreten Namen nennen, hoffe aber, dass so weitere bestehende Leerstände beseitigt werden könnten.

Windbergstraße: Ein weiteres Millionenprojekt für Velburg ist die Sanierung der Windbergstraße. Schmid ist deshalb sehr froh, dass es gelungen ist, Fördergelder für das Projekt aufzutreiben, bei dem nicht nur der Straßenbelag, sondern auch alle Wasser- und Abwasserleitungen erneuert werden. „Nachdem die Straßenausbaubeiträge weggefallen sind, hätten wir ohne Förderung 100 Prozent der Kosten selbst stemmen müssen“, sagt der Bürgermeister, der überzeugt ist, dass durch das Projekt auch die Wohnqualität der Anwohner deutlich verbessert wird.

Kinderbetreuung: „Wir wollen dafür sorgen, dass wir für alle Kinder, die einen Betreuungsplatz brauchen, auch einen anbieten können“, sagt Schmid. Deswegen soll zum Start des nächsten Kindergartenjahrs im September ein Waldkindergarten geschaffen werden. Zudem werde die städtische Kindertagesstätte St. Walburga in Oberwiesenacker mit einem Anbau, der unter anderem Personalräume und Nebenräume beinhaltet, erweitert.

Energie: Die Strom- und Wärmeversorgung der städtischen Gebäude steht für Schmid auf dem Prüfstand. So verfolgt er zum Beispiel die Idee, den Parkstadl am Rathaus mit PV-Anlagen zu bestücken, um damit das Rathaus mit Strom zu versorgen. Gebaut werden soll hinter dem Stadtbauhof eine Halle mit einem Hackschnitzelheizwerk, wo Holzabfälle, zum Beispiel aus dem Stadtwald, verwertet werden können. Beheizt werden sollen auf jeden Fall der Bauhof, die Grund- und Mittelschule sowie eventuell auch private Anschlussnehmer. Dies müsse aber noch geprüft werden.

Jubiläen: Der Naturbadesee in Altenveldorf wird 50, dazu sind im Sommer Feierlichkeiten geplant. Außerdem besteht die Feuerwehrpatenschaft mit Grain seit 50 Jahren. Diese soll nun 2025 in eine offizielle Städtepartnerschaft münden, wie Schmid mitteilt.