Kinder, wie die Zeit vergeht!

Von Felix Jung · 14. März 2025 um 21:30

Ich weiß ja nicht, wie lange Sie schon in Ihrem Viertel leben, aber bei einem Abendspaziergang ist mir der Spruch meiner Großmutter eingefallen: Kinder, wie die Zeit vergeht! Da war der kleine Einkaufsmarkt an der Kreuzung, der zur „Tortenfee“ wurde und jetzt ein Staubsauger-Laden ist. Es gab den Schreibwarenladen, der nicht nur Schulhefte und Füllfederhalter, sondern auch Zehnerl-Eis und Ess-Papier für fünf Pfenning im Sortiment hatte. Heute ist da eine Goldankaufstelle. Unser Natur-Bolzplatz vor der Schule musste irgendwann einem eingezäunten, gepflasterten Pausenhof weichen. Im baulichen Mittelpunkt steht immer noch die Antoniuskirche (Foto: Felix Jung) mit ihrem Antoniushaus, das mittlerweile ein Spielort des Stadttheaters ist. Die Pfarrei wurde 1921 gegründet, weil die Zahl der Katholiken im heutigen Kasernenviertel damals sprunghaft in die Höhe geschnellt war. Dort, wo momentan das Nahversorgungszentrum in der Hornstraße (benannt nach einem Militär) saniert wird, waren einst die Pferdeställe der Kavallerie.

Aktuell wächst der Stadtteil weiter. Bald werden mehr als 20 0000 Menschen auf rund 3,5 Quadratkilometern wohnen. Der Nationenmix ist großstädtisch. Gerade das macht dieses, mein Viertel so lebenswert, weil hier ein paar Dinge zum Glück konserviert wurden, sich einiges weiterentwickelte, aber auch vieles neu entstanden ist. Stillstand ist nämlich Gift für eine Gesellschaft.