Gartenhochzeiten und nachhaltige Eheringe: Diese Trends sind bei Regensburger Brautpaaren beliebt

Von Marion Neumann · 13. März 2025 um 15:00

Von der Wahl der Location über die Anzahl der Gäste bis hin zur Füllung der Hochzeitstorte: Wer heiratet, muss schon vor dem Ja-Wort eine ganze Menge Entscheidungen treffen. Welche Trends in dieser Saison besonders beliebt sind und wo Paare bei ihrem großen Tag auch einmal Abstriche machen, verraten Trauredner und Hochzeitsplaner aus der Region.

• Kein Ja-Wort – dafür eine ganz persönliche Rede

Gerne Reden geschwungen, hat Alexander Schüdel schon als kleines Kind auf Familienfeiern. Als professioneller Trauredner ist der Regensburger mit „Funkenreden“ seit 2021 tätig. „Jede Rede muss individuell sein – da ist nichts mit ChatGPT“, sagt er. Bei den freien Trauungen, die er begleitet, fällt ihm auf, dass Paare bei der Gestaltung vor allem auf persönlichen Bezug setzen. Statt Ritualen, wie weiße Tauben steigen zu lassen, stehen die Menschen im Vordergrund. „Die meisten Paare haben bereits standesamtlich geheiratet. Statt Ja-Wort und dem offiziellen Teil, der für sie schon stattgefunden hat, gibt es häufig einfach eine schöne Ringübergabe, bei der sich die beiden an der Hand nehmen.“

Lesen Sie mehr über Hochzeiten in der Region auf unseren Landkreis-Hochzeits-Sonderseiten.

Was die Vorbereitung für die freie Trauung angeht, ist es für den Trauredner tatsächlich nicht ungewöhnlich, das Paar erst bei der Hochzeit persönlich zu treffen. Das Kennenlernen findet häufig digital statt – unter anderem arbeitet Schüdel dabei mit Fragebögen. „Vor der Hochzeit stehen ohnehin jede Menge Termine an. Vielen Paaren fällt es so außerdem leichter als bei einem Treffen, auf Knopfdruck alles über ihre Beziehung zu erzählen.“

• Gartenhochzeit – aber bitte mit Schlechtwetter-Plan

Die „Hauptsaison“ für Hochzeiten geht von Ende April bis September – doch auch abseits dieser Zeiten würden sich immer mehr Paare trauen und sich beispielsweise für eine Herbst- oder Winterhochzeit entscheiden, sagt Elisabeth Hockemeyer. Unter dem Namen „Ellis Hochzeitsplanung“ hat sie sich auf nachhaltige Feiern spezialisiert. „Gerade bei kleineren Elementen auf Nachhaltigkeit zu achten, liegt im Trend“, sagt sie. Neben einem Secondhand-Brautkleid würden immer mehr Paare zu Eheringen aus recycelten Materialien greifen. „Eine schöne Idee ist es, für die Ringe alten Schmuck aus der Familie einschmelzen zu lassen.“

Bei der Wahl der Location liegen „Gartenhochzeiten“ weit vorne, weiß sie noch. Beliebt seien schöne Anwesen oder familiär gestaltete Ferienhäuser mit grünem Außenbereich. „Es kommt bei einer solchen Feier auf die Details an: Schön verziertes Geschirr und Lichterketten machen das Fest in einer lauen Sommernacht zu etwas Besonderem.“ Wichtig sei jedoch, auch auf Regen eingestellt zu sein. „Es braucht eine Schlechtwetter-Alternative.“

• Klassische Häppchen? Lieber Pommes oder Brezen

30 Jahre Erfahrung in der Event- und Hochzeitsplanung bringen Andrea Hahn und Bianca von Hugo als „HahnvonHugo – Zwei Engel für Wedding und Event“ mit. Ihr Eindruck: Beim Heiraten geht es heute in erster Linie um Individualität. „Paare denken weniger konventionell und machen, was ihnen gefällt“, sagt Hahn. Statt beispielsweise eine große Hochzeit mit allen Bekannten und entfernten Verwandten zu feiern, findet das Fest oft nur mit 40 oder 50 Gästen statt. „Es wird lieber kleiner gefeiert – dafür aber mit den Leuten, denen man wirklich nahesteht.“

Beim Ablauf der Feier ist erlaubt, was gefällt. „Vielleicht gibt es die Hochzeitstorte erst als Dessert. Es soll so sein, wie sich das Brautpaar den Tag vorstellt.“ Statt klassischer Häppchen seien „Food Stations“ mit Brezen, kleinen Burgern oder Pommes mit Trüffelmayonnaise gefragt. „Beim Essenholen kommt man dabei auch leicht mit den anderen Gästen ins Gespräch.“ Was sich Brautpaare mittlerweile auch gerne gönnen, ist eine Kinderbetreuung für die Feier. „Wir arbeiten dafür mit Kindergärtnern und Sozialpädagogen zusammen“, sagt Hahn, „je nach Alter wird gemeinsam gebastelt oder gespielt“.

• Die Trauung beginnt, wenn die Sonne untergeht

Von einer durchaus romantischen Entwicklung berichtet Justine Magdalena Dirnberger. „Immer mehr Trauungen finden bei Sonnenuntergang statt“, erklärt die Traurednerin. Die Hochzeitsgesellschaft würde dabei am Nachmittag zusammenkommen und habe Gelegenheit, sich entspannt zu unterhalten, bevor am Abend der offizielle Teil beginne. „So kann auch die Oma dabei sein, der es zur Mittagszeit in der prallen Sonne zu viel geworden wäre“, sagt sie.

Abseits der Trauung im Abendlicht würden viele Paare für ihre Hochzeit ein „Farbthema“ vorgeben. „Auf den Einladungskarten steht dann, dass die Gäste beispielsweise alle in Grün erscheinen sollen. Ich war auch schon Traurednerin auf einer Feier, auf der alle Gäste Schwarz tragen sollten. Mit dem Hochzeitspaar in Weiß sind das wunderschöne Fotos geworden“, sagt sie. Immer mehr im Kommen seien jedoch auch Trauungen im ganz kleinen Kreis. „Nur zu zweit, mit dem Trauredner in den Bergen“ – auch das könne ein unvergessliches Erlebnis werden, sagt Dirnberger.

Individuell und ungebunden soll die Zeremonie ablaufen, sagt Alexander Schüdel (2. v. r.). Foto: Simone Reger
Bianca von Hugo und Andrea Hahn (r.) bringen viel Erfahrung in der Hochzeitsplanung mit. Foto: Petra Homeier
Secondhand-Kleider sind beliebt, weiß Elisabeth Hockemeyer (r.). Foto: Tanja Brandl Fotografie