Verdi macht Druck: Bis Freitag ruht der Betrieb auf dem Recyclinghof, auch die Müllabfuhr kommt nicht

Von Daniel Steffen · 12. März 2025 um 13:00

Die Gewerkschaft rechnet mit „erheblichen Auswirkungen“ des ausgeweiteten Warnstreiks in Regensburg. Am Donnerstag treten auch Beschäftigte der kommunalen Kinder- und Senioreneinrichtungen in den Warnstreik.

Verdutzt standen die Autofahrer am Mittwochmorgen vor dem verschlossenen Tor des Städtischen Recyclinghofs in der Markomannenstraße. Gleich in der Früh wollten sie dort ihren Müll entsorgen, doch dieses Vorhaben müssen sie wohl um einige Tage verschieben. Grund dafür ist der ausgeweitete Warnstreik der Gewerkschaft Verdi, die sich in der „schwierigen Verhandlungssituation“ im Tarifstreit nun besonders bemerkbar macht.

Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten der städtischen Bauhöfe Ost, West und Nord sowie des Amts für Kreislaufwirtschaft, Stadtreinigung und Flottenmanagement dazu aufgerufen, für bessere Tarif- und Arbeitsbedingungen einzutreten. So ist der städtische Recyclinghof bis einschließlich Freitag geschlossen, ferner setzen im genannten Zeitraum die städtische Müllentsorgung und die Stadtreinigung aus. Wie Verdi-Bezirkgeschäftsführer Alexander Gröbner betont, rechne er weiter mit „erheblichen Auswirkungen für die betroffenen Dienststellen“.

Krippen und Horte vom Streik betroffen

Hintergrund des erneuten Warnstreiks ist die anstehende dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern im öffentlichen Dienst. Gröbner sagt, er hoffe inständig, nun per Verhandlungsweg zu einem Ergebnis zu kommen. Andernfalls behalte sich die Gewerkschaft vor, den Arbeitgebern von Bund und Kommunen zu zeigen, „wo der Hammer hängt“.

Am Donnerstag treten auch Beschäftigte der kommunalen Kinder- und Senioreneinrichtungen in den Warnstreik. Wie Gröbner ausführt, seien viele Kindertageseinrichtungen, Krippen und Horte vom Streik betroffen. Entsprechende Notdienste habe die Gewerkschaft mit der Stadt Regensburg geregelt. So wolle man etwa im Falle von Kindern „aus schwierigem Elternhaus“ verhindern, dass Kinder „dort bleiben, wo sie nicht sein sollten“, betont Gröbner.

Mit 16 Bussen nach Nürnberg

Notdienst-Absprachen seien ebenfalls mit den kommunalen Pflege-Einrichtungen getroffen worden. „Schließlich wollen wir Gefahr für Leib und Leben abwenden. Planbare Eingriffe müssen jedoch verschoben werden“, sagt Gröbner.

Mit 16 Bussen machen sich die Streikenden aus der Oberpfalz am Donnerstag auf den Weg nach Nürnberg, wo auf dem Kornmarkt die zentrale Warnstreikkundgebung stattfindet. Mit dabei sind neben kommunalen Beschäftigten auch viele Mitarbeiter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Beschäftigte der Agentur für Arbeit, des Bezirksklinikums sowie vom Zweckverband Müllverwertung Schwandorf. Insgesamt rechnet Gröbner mit rund 600 oberpfälzischen Teilnehmern in Nürnberg.