Tragende Rolle in Doku über Thomas Müller – und trotzdem sieht Nabburger Fanclub-Boss einen Makel

Der Empfang beim FC Bayern Fanclub Nabburg (Landkreis Schwandorf), bei dem Thomas Müller seit Januar Ehrenmitglied ist, spielt nun auch eine Hauptrolle in der Dokumentation „Thomas Müller – Einer wie Keiner“, die seit Kurzem auf Amazon Prime Video zu sehen ist.
Der prominente Gast nahm sich alle Zeit der Welt, bis er im proppenvollen Saal auch den allerletzten Programmwunsch erfüllt hatte. „Ein unvergessliches Erlebnis“ nennt Bernd Hofmann den Besuch von Thomas Müller Ende Januar vergangenen Jahres.
„Immer locker und gut drauf“ sei der Weltmeister von 2014 und Star des FC Bayern München gewesen, er habe sich sogar zu einer musikalischen Einlage an der Tuba hinreißen lassen.
Der Empfang beim Fanclub Nabburg, bei dem der 35-Jährige seither Ehrenmitglied ist, spielt nun auch eine Hauptrolle in der Dokumentation „Thomas Müller – Einer wie Keiner“, die seit Kurzem auf Amazon Prime Video zu sehen ist.
Besuch unter keinem guten Stern
Dabei hatte die geplante Stippvisite in der Oberpfalz anfangs unter keinem guten Stern gestanden. Der deutsche Fußball-Rekordmeister wollte seine Stars wie üblich in der Vorweihnachtszeit zu diversen Fanclubs im Land entsenden, doch in diesem Fall machte heftiger Schneefall Müller bei der Anreise einen Strich durch die Rechnung. Gut einen Monat später wurde der Termin nachgeholt, diesmal allerdings nicht wie ursprünglich geplant in Nabburg, sondern in der Schwarzachtalhalle von Neunburg vorm Wald (ebenfalls Landkreis Schwandorf). Das tat der Resonanz keinen Abbruch.
Rund 750 Mitglieder bereiteten dem Sympathieträger einen begeisterten Empfang, und dieser habe sein „besonderes Gespür für die Fans“ unter Beweis gestellt, so Hofmann. Den Fanclub-Präsidenten wurmt indes heute noch ein wenig, dass Müllers Unterschrift nun das Goldene Buch der Stadt Neunburg ziert, wo er sich doch ursprünglich in Nabburg eintragen hätte sollen, wie Hofmann scherzhaft anmerkt.
Sondervorführung im Kino geplant
Der pensionierte Polizeibeamte hat die Dokumentation zwar noch nicht gesehen, ist aber „in Kontakt“ mit Regisseur Andre Hörmann. Geplant ist eine Sondervorführung in einem Weidener Kino. Rund 6400 Mitglieder zählt der rührige Nabburger Fanclub inzwischen.
Eine Aussage Müllers beim Besuch habe „alle überrascht“, erinnert sich Hofmann. Auf die Frage, welcher Moment für ihn der emotionalste auf dem Platz gewesen sei, nannte der Champions-League-Gewinner von 2013 und 2020 das legendäre „Finale dahoam“ 2012. Müller glaubte mit seinem Kopfballtreffer in der 83. Minute das Endspiel bereits entscheiden zu haben, ehe Didier Drogba noch die Verlängerung erzwang. Im Elfmeterschießen unterlagen die Münchner.
Nächstes „Finale dahoam“ steht an
Heuer stünde wieder ein „Finale dahoam“ in der Allianz Arena auf dem Programm − sofern die Bayern dieses erreichen. „Wir fiebern alle darauf hin“, sagt Hofmann. 2012 war er im Stadion. „Natürlich würde auch diesmal gerne jeder aus dem Fanclub dabei sein“, sagt der 75-Jährige, gibt aber zu bedenken: „Es wäre verdammt schwierig, an Karten zu kommen. Der FC Bayern zählt ja inzwischen mehr als 400.000 Mitglieder.“
Die Nabburger hatten vor Müller schon Kingsley Coman und Karl-Heinz Rummenigge zu Gast. Normalerweise kommen die Fanclubs nur alle fünf Jahre zum Zug. Hofmann will bereits 2026 einen neuen Anlauf starten. Er steht dem Fanclub, der auch unzählige Reisen zu Spielen im Ausland organisiert hat, seit einem Vierteljahrhundert vor.
Zeit für einen Generationswechsel? „Ich bin weiterhin mit Leib und Seele dabei. Aber natürlich stellt sich irgendwann die Frage nach einem Nachfolger, der sich ja erst entsprechend einarbeiten müsste“, sagt er. Mögliche Kandidaten stünden nicht gerade Schlange, bedauert Hofmann.