Am Schwandorfer Bahnhof steht Jugend im Fokus: „Awareness März 2025“ mit vielen Vorträgen

Von Nils Mayer · 1. März 2025 um 11:00

Der Schwandorfer Bahnhof ist nicht gerade als Ort des Innehaltens bekannt. Im „Awareness März 2025“ soll sich das ändern. Während dem Aktionsmonat finden Vorträge im ehemaligen Fahrkartenverkaufsraum statt, bei denen die Themen und Sorgen von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund stehen.

Bei einem Pressetermin stellte Augusta Hammer-Burgstaller, Jugendreferentin der katholischen Jugendstelle Schwandorf zusammen mit dem Kreisverband Schwandorf des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) das Konzept vor.

Der englische Begriff „Awareness“ bedeutet so viel wie Aufmerksamkeit und Beachtung. Und der Name ist Programm: „Im Fokus stehen Kinder- und Jugendliche sowie junge Erwachsene, die sich über Freizeit- oder Hilfsangebote informieren wollen“, erklärt Hammer-Burgstaller das Konzept. Ziel sei es, den Bahnhof für junge Leute wieder attraktiver zu machen und „dem schlechten Image dort entgegenzuwirken“.

Viele Kooperationspartner

Mehr als 30 Kooperationspartner hat der BDKJ Kreisverband Schwandorf für Vorträge im März gewinnen können. Diese sollen den ganz Monat über für ein „vielfältiges und lehrreiches Angebot“ sorgen, so die Jugendreferentin. Kinder und Jugendliche könnten sich über das Angebot zuvor informieren oder einfach spontan vorbeischauen. Eine vorherige Anmeldung sei nicht nötig, denn die Vorträge seien bewusst als niederschwellige Angebote gedacht.

Was gibt es bei der ersten eigenen Wohnung zu beachten? Und welche versteckten Kosten werden von jungen Menschen oft übersehen, wenn sie den ersten Mietvertrag unterschreiben? Die Antworten darauf will Christine Stadler von der Verbraucherzentrale Weiden mit ihrem Vortrag „Erste eigene Wohnung“ am 22. März geben. „Ich bin sehr froh, dass wir hier mitmachen und freue mich sehr auf den Workshop“, erzählt die 40-Jährige. Die jungen Gäste können sich laut Stadler auf viele Tipps freuen, die „böse Überraschungen“ bei der ersten Wohnung verhindern würden. Oftmals würden junge Erwachsene im Umzugsstress versteckte Kosten wie Internet oder Strom einfach vergessen, erklärt Stadler. „Der Vortrag wird ein Mix aus Gesprächen und Input werden. Für manch einen wird es hoffentlich ein paar Aha-Momente geben.“

Auch Polizei und Kripo im Einsatz

Auch Polizei und Kripo sind beim „Awareness März 2025“ im Einsatz. Mit fünf geplanten Vorträgen wollen die Beamten über Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei informieren. „Der Beruf ist wirklich abwechslungsreich und auch krisensicher“, sagt Michaela Fröhler. Die Einstellungsberaterin der Polizeiinspektion Amberg möchte laut eigener Aussage die jungen Menschen für den Polizei-Beruf begeistern. „Wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagt sie. Über weniger erfreuliche Aspekte der Polizeiarbeit sprechen Jasmin Graf und eine Kollegin von der Kriminalpolizei. Beide wollen aufklären – und zwar über die Gefahren von Kinderpornografie und Schadsoftware. „Viele Jugendliche unterschätzen die Risiken, die im Internet lauern“, sagt Graf.

Der Kinderschutzbund Regensburg will vor Ort über das hauseigene Projekt „Kopf hoch!“ informieren. „Dabei handelt es sich um eine Telefon-Hotline, die Kindern und Jugendlichen als Anlaufstelle in Krisensituation dient“, erklärt Aylin Gosemann vom Kinderschutzbund Regensburg. Den Hörer würden dann geschulte Telefonberater abnehmen, die den Sorgen der jungen Menschen lauschen und Hilfestellung anbieten. Laut Gosemann ist die Aktionswoche am Schwandorfer Bahnhof eine „ideale Möglichkeit“, die junge Generation in den Vordergrund zu stellen.

Einzigartiges Projekt

Nicht alle Kooperationspartner waren beim Pressetermin dabei, doch umso vielfältiger wird das Angebot sein, das am heutigen Samstag startet. Hammer-Burgstaller hofft nun auf viele interessierte Teilnehmer, die „hoffentlich nach einem Vortrag schlauer sind als zuvor“.

Ein Plan für die Zeit danach gibt es nach ihren Worten noch nicht: „Erst einmal liegt der Fokus auf dem März“, so die Jugendreferentin. Dann werde sie zusammen mit dem BDKJ den Aktionsmonat Revue passieren lassen und bewerten, wie gut das Konzept von Kindern und Jugendlichen angenommen wurde. „Wir machen hier auch ein Stück weit etwas Einzigartiges, da gehört Risiko auch dazu“, sagt Hammer-Burgstaller. Sie ist aber überzeugt: Das Projekt sei ein großartiger Erfolg“, wenn nur ein paar wenige Menschen in der Bahnhofshalle kurz innehalten würden und für einen kurzen Moment an die Sorgen der jungen Generation denken würden.

„Hier geht’s lang“: Jugendreferentin Augusta Hammer-Burgstaller präsentiert den Eingang zum „Awareness“- Raum.