Bekommt der Landkreis Schwandorf ein Ganzjahresbad in Nabburg-Perschen?

Von Hubert Heinzl · 26. Februar 2025 um 19:00

Der Schwandorfer Kreistag hat die Weichen für ein Ganzjahresbad in Perschen (Nabburg) gestellt. In seiner Sitzung am Montag wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, das Hallenbad beim Gymnasium in Nabburg nicht zu sanieren, sondern stattdessen einen Ersatzneubau im Freizeitzentrum zu errichten.

Betreiber des Freizeitzentrums ist der Zweckverband Freizeit- und Erholungszentrum Perschen, dem der Landkreis Schwandorf mit einem Anteil von 40 Prozent sowie die Städte Nabburg (35 Prozent) und Pfreimd (25 Prozent) angehören. Die Idee für einen Ausbau des Freibads in Perschen gibt es schon seit Jahren. Denn der Landkreis Schwandorf erhofft sich davon die Lösung eines Problems, das immer drängender wird.

„Das Hallenbad am Gymnasium Nabburg liegt in den letzten Zügen“, fasste es Landrat Thomas Ebeling (CSU) in der Kreistagssitzung zusammen. Von einer Sanierung haben nach seinen Worten schon im Jahr 2018 die Fachleute abgeraten, 2020 wurde eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau vorgestellt. Doch bei einem Bundesförderprogramm kam der Landkreis bei drei Anläufen nicht zum Zug. Nun peilt man Zuschüsse vom Freistaat im Rahmen des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) an.

Landkreis Schwandorf will den Bau finanzieren

Laut Ebeling hat die Regierung der Oberpfalz inzwischen hochgerechnet, dass ein Ersatzneubau von 105 Schwimmklassen genutzt werden könnte. Vorgesehen sind nach den bisherigen Vorschlägen ein Lehrschwimmbecken für Anfänger und ein Sportbecken, dessen Bahnen 25 Meter lang sind und damit fünf Meter länger als am Gymnasium Nabburg. Am Abend, an den Wochenenden und in den Ferien könnte das Bad auch öffentlich genutzt werden.

Die geschätzten Kosten liegen nach aktuellen Hochrechnungen des Planungsbüros bei 14 bis 14,5 Millionen Euro. Errichten soll den Neubau der Zweckverband, der laut Konzept auch für den Betrieb des neuen Ganzjahresbads zuständig wäre. Der Landkreis, so der Vorschlag, würde bei einer Realisierung dem Zweckverband die Planungs- und Baukosten erstatten und dafür einen Förderantrag stellen. Für den Landkreis und die Zweckverbandskommunen soll das neue Ganzjahresbad kostenlos zur Verfügung stehen. Nach der Planungsphase müsse aus förderrechtlichen Gründen spätestens bis zum 31. Januar 2027 mit dem Bau begonnen werden, so Ebeling.

MdB Englhardt-Kopf sieht „echten Mehrwert“

Für den Landrat waren die Alternativen klar: „Wir können natürlich Geld sparen. Und dann warten wir, bis uns das Hallenbad am Gymnasium Nabburg um die Ohren fliegt und sperren irgendwann zu“, begründete er die Notwendigkeit, zu investieren. CSU-Fraktionssprecherin Martina Englhardt-Kopf griff den Ball auf und erklärte, Zusperren sei „natürlich keine Option, eine Sanierung im Bestand aber ebenso wenig“. Die Kapazität der Bäder im Landkreis sei begrenzt, ein Ganzjahresbad stelle „einen echten Mehrwert“ dar.

Zustimmung signalisierte auch SPD-Fraktionschef Peter Wein, der von einer „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“ sprach. Natürlich hole man sich mit dem Ganzjahresbad ein Defizit ins Haus, „doch die Vorteile überwiegen“, sagte er. Kreisrat Arnold Kimmerl (ÖDP) sprach von einer „guten und zukunftsweisenden Investition“, und auch Grünen-Kreisrat Rudi Sommer billigte das Projekt. Zugleich plädierte er für eine nachhaltige Bauweise.

Mit dem Beschluss vom Montag ist eine weitere wichtige Weiche für das Ganzjahresbad gestellt, nachdem der Nabburger Stadtrat das Vorhaben bereits Anfang Februar einstimmig gebilligt hatte. Der Stadtrat Pfreimd wollte sich diesen Mittwoch mit dem Thema befassen, wie Bürgermeister Richard Tischler (FW) auf Anfrage informierte.

Badegäste kommen sogar aus dem Ausland

Der Einzugsbereich des Freizeitzentrums in Perschen geht nach seinen Worten weit über den Landkreis Schwandorf hinaus. Urlaubsgäste am benachbarten Campingplatz kämen sogar aus dem Ausland und nutzten dann gerne die Bademöglichkeiten nebenan.

Möglicherweise könnte es bereits am Donnerstag endgültig grünes Licht für das Langzeitprojekt geben. Denn dann soll es auch bei der Sitzung des Zweckverbands Freizeit- und Erholungszentrum Perschen auf der Tagesordnung stehen.