Kelheimer Workshop „Buchstabensuppe“ wird zum lokalen Projekt

Von Etienne Nückel · 24. Februar 2025 um 15:54

Der Workshop „Buchstabensuppe“, den die Kelheimer Autorin Eva Honold als Patin begleitete, ist zu einer fest etablierten Veranstaltung geworden. Das teilt Honold im MZ-Gespräch mit.

Ursprünglich handelte es sich demnach um ein Programm, das vom Bundes-Bildungsministerium gefördert wurde. Kinder von 4 bis 12 Jahren haben in Honolds Atelier „Wortgeheuerwerkstatt“ gemalt, gelesen, vorgelesen bekommen und geschrieben. Am Ende kam wortwörtlich „Buchstabensuppe“ heraus. Nachdem das Forderprogramm ausgelaufen war, hat Honold das Projekt mit dem Kelheimer Bündnis für Menschenrechte und der Stadtbücherei (die von Anfang an im Boot waren) fortgesetzt. Honolds Mutter Brigitte Witoschek kocht ehrenamtlich für die Kinder – zum Beispiel die namensgebende Buchstabensuppe.

Immer am letzten Samstag im Monat betreut Honold 16 Kinder in zwei Gruppen. Es sind Kinder mit Migrationshintergrund, die aus finanziell und/oder räumlich engen Verhältnissen kommen, sagt Honold. „Es geht darum, ihnen das Gefühl zu vermitteln, teil der Gesellschaft hier in Kelheim zu sein“, sagt sie.

Ein weiteres Ziel des Workshops: Kindern die Sprache näher zu bringen. Aber nicht wie in der Schule, sondern spielerisch und ganz ohne Leistungsdruck oder Noten. „Sie können einfach kreativ sein“, sagt Honold – „es kommt so viel Energie heraus und die Kinder gehen gestärkt nach Hause.“ Als das Projekt in Kelheim startete, wurde beispielsweise aus dem Buch „Die Schule der magischen Tiere“ vorgelesen. Oder an alten Schreibmaschinen gearbeitet, worum sich die Kinder regelrecht rissen, wie Honold berichtete. Eine weitere Technik ist die Herstellung von Collagen mit bunten Bildern aus Zeitschriften, zu denen die Kinder ein paar Zeilen schreiben. Manche nutzen die Bücherkiste der Stadtbücherei, um zu schmökern. Wichtig ist Honold, dass die kleinen Teilnehmer „Sprache als Spaß erleben“.