Sparzwang macht es nötig: Obertraubling feiert dieses Jahr kein Bürgerfest

Von Theresia Luft · 24. Februar 2025 um 13:00

Die Gemeinden müssen sparen. Das zeigt sich auch jüngst bei der Sitzung des Gemeinderates in Obertraubling.

Da stand die Frage im Raum, ob in diesem Jahr wieder ein Bürgerfest in Obertraubling stattfinden sollte. Für viele Obertraublinger ist die Entscheidung des Gremiums traurig.

Die Sitzung leitete wieder Bürgermeister Rudi Graß, der gleich einmal die Ratsmitglieder daran erinnerte, dass die ein oder andere Entscheidung wegen der Finanzlage der Gemeinde verschoben werden muss. Genauere Zahlen stellte Kämmerer Josef Meier vor. Der Verwaltungshaushalt weist ein Defizit von 2,5 Millionen auf. Dieses Defizit muss über den Vermögenshaushalt finanziert werden und dies führt wiederum höheren Kreditaufnahmen. Ebenso steigt die Kreisumlage in diesem Jahr nochmals an und Obertraubling bekommt für 2025 keine Schlüsselzuweisung.

Meier stellte die Ausgaben und Einnahmen des Christkindlmarktes vor, damit sich die Räte eine detailliertes Bild über die Kosten machen konnten. Die Ausgaben für den Christkindlmarkt im Dezember beliefen sich auf insgesamt 35 700 Euro, darin sind auch 22 000 Euro Bauhofleistungen enthalten. „Fürs Bürgerfest sind zu diesem Gesamtbetrag noch einmal etwa 20 000 Euro hinzuzurechnen“, so Meier, der ergänzte, dass die Ausgaben für ein Bürgerfest zu den freiwilligen Ausgaben einer Kommune zählen. Wegen der angespannten Finanzlage, schlug der Kämmerer vor, 2025 kein Bürgerfest abzuhalten, sondern das Event um ein Jahr auf 2026 zu verschieben. Für 2026 prognostizierte Meier eine Verbesserung der gemeindlichen Finanzlage. Des weiteren sollte auch überlegt werden, den Christkindlmarkt 2025 zu minimieren um auch hier Kosten einzusparen.

Das letzte Bürgerfest feierte Obertraubling 2019. Normalerweise fand das Bürgerfest im zweijährigen Turnus statt. Wegen Corona und wegen der Feierlichkeiten zum 1150-jährige Jubiläum von Obertraubling gab es 2021 und 2023 kein Bürgerfest.

Angespannte Haushaltslage

Schnell wurde klar: Das Thema spaltet den Gemeinderat. Simon Wagner (CSU), sah es trotz angespannter Haushaltslage als wichtig an, ein Bürgerfest abzuhalten, da dies immer ein gesellschaftliches Ereignis war und er fände es wichtig nach sechs Jahren Pause wieder ein Bürgerfest auf die Beine zu stellen. „Wir sollten uns durch die Kreisumlage, unser Bürgerfest nicht nehmen lassen“, sagt Wagner. Christof Will (Grüne) meinte: „Es gehen viele Projekte nicht so voran, wie wir uns das wünschen würden und das Bürgerfest kann man ein oder zwei Jahre schieben.“ Wolfgang Viehbacher (CSU) wäre es wert, das Bürgerfest abzuhalten und er sieht die Kosten, die dabei auf den Bauhof entfallen, als fiktive Kosten. Jürgen Hofer (CSU) ergänzte, dass das Bürgerfest zwar der Gemeinde Geld kostet, aber auch die teilnehmenden Vereine dadurch ihre Vereinskassen füllen könnten.

Wolfgang Hankofer (UBO) meinte, dass das Obertraublinger Bürgerfest immer gut besucht war, die Gespräche und das Miteinander ein wichtiger sozialer Aspekt dafür wären, aber er sich auch ein Bürgerfest light vorstellen könnte. „Wir müssen eine Entscheidung treffen und nicht erst bei der Haushaltsplanung. Die Vereine brauchen Sicherheit“, mahnte Karl Span (Freie Wähler).

Knappe Entscheidung

Bei der Abstimmungen fiel die Entscheidung pro oder kontra Bürgerfest knapp aus. Neun Ratsmitglieder stimmten für das Bürgerfest 2025 und elf Gemeinderäte sprachen sich gegen das Bürgerfest in diesem Jahr aus. Ob das Bürgerfest dann 2026 oder erst 2027 stattfinden wird, wurde noch nicht festgelegt. Wenn die Obertraublinger Vereine oder Institutionen zusammen ein Bürgerfest auf die Beine stellen würden, spreche allerdings nichts dagegen, sagte Sebastian Dettenkofer, Geschäftsleiter der Gemeinde.

Bauamtsleiter Matthias Igl, der im Mai in Elternzeit geht, stellte eine Prioritätenliste der Projekte aus seine Sachgebiet vor. Igl hatte den Zeitplan der einzelnen Projekte erarbeitet und stellte auch vor, welche Maßnahmen problemlos zurückgestellt werden könnten oder welche wegen Förderungen Zeit angepasst ausgeführt werden müssen. Dominik Bäumel wies darauf hin, dass der Anbau der Feuerwehrhauses in Obertraubling auf alle Fälle heuer noch starten sollte und er meinte eine einfach Halle würde der Feuerwehr Obertraubling reichen.

Aus dem Gremium

Siedlerstraße: Die Abwägungen und die Einbeziehungssatzung wurde mit zwei Gegenstimmer angenommen.

Gewerbegebiet: Auch die 8. Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplan „Baumschulenstraße“ wurde mit einer Gegenstimme bestätigt.

Wärmeplanung: Bauamtsleiter Matthias Igl gab einen Sachstandsbericht zur kommunalen Wärmeplanung. Der Umsetzungszeitraum ist bis 2028