Wo die Waldnymphe baden geht

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. Februar 2025 um 21:30

Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, so schrieb Henry David Thoreau in einem seiner Gedichte. Wir taten es ihm an diesem Wintertag gleich. Und wir wurden verzaubert von dieser wunderbaren Umgebung zwischen Mariaort und Eilsbrunn.

Wir sahen teilweise mächtig große Bäume. Wie alt mögen sie sein, fragten wir uns. Viele sind bestimmt älter als wir alle zusammen, waren wir uns einig – und dann hatten wir die Zeilen der Puhdys auf den Lippen: „Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt. Alt wie ein Baum mit einer Krone die weit, weit, weit über Felder zeigt.“ Welche Geschichten aus vergangenen Tagen können uns die Bäume erzählen, fragte jemand. Da fiel mir Ein Sommernachtstraum von Shakespeare ein, just in dem Moment, als wir an diesem eigentlich unscheinbaren, vereisten Gewässer im Wald vorbeikamen (Foto: Jung). Die Stelle war in ein magisches Licht getaucht. Hier an diesem bezaubernden Platz muss es wohl sein, wo eine Waldnymphe ihr Bad in den Abendstunden nimmt. Wir warteten vergeblich. Es war ja Winter. P.S. Sie werden jetzt sagen: Woher hat er diese Verrücktheiten? Holen sie sich das filmische Melodram Der Club der toten Dichter mit Robin Williams in die gute Stube. Sie werden inspiriert sein. Carpe diem, nutze den Tag!