Markus Söder verkleidet sich zur Franken-Fastnacht als Elvis Presley

Von Passauer Neue Presse · 21. Februar 2025 um 17:28

Dass er Fan von Bands wie Abba und spontanen Gesangseinlagen ist, hat Markus Söder schon öfter bewiesen. Für seine Verkleidung zur Franken-Fastnacht greift Bayerns Ministerpräsident nun auf den „King of Rock'n'Roll“ zurück und macht sich als Elvis Presley auf den Weg ins unterfränkische Veitshöchheim.

Dort wagt er vor dem Mikrofon des Bayerischen Rundfunks (BR) tatsächlich auch eine kleine Gesangseinlage: „You are always on my mind.“ Nach einer knappen Stunde kommt Söder aus der Maske am Nürnberger Staatstheater. Er sei ein großer Fan des King, begründet Söder seine Wahl. Dafür opferte er auch seinen Bart, den er in den vergangenen Wochen getragen hatte.

Elvis-Verkleidung ein politisches Zeichen?

„The king is back“ ist Söders Sicht auf sein Kostüm zwei Tage vor der Bundestagswahl. Die Lust am Verkleiden hat der CSU-Politiker seinen Angaben nach bislang nicht verloren. In der Kostümierung sehe er auch ein „bisschen Hoffnung in diesen irren Zeiten, bisschen Freude in diesen unsicheren Momenten. Das tut ganz gut.“ Ein politisches Zeichen will er mit seiner Verkleidung als „King“ aber nicht verbunden wissen.

Dabei gäbe es tatsächlich einen zarten politischen Hinweis, der sich mit der Elvis-Figur verbinden ließe: Schließlich war Elvis Presley als junger US-Soldat 1958 in Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) stationiert und löste einen großen Hype in der Oberpfalz aus. Anders als heute unter der Trump-Administration stand damals die Stationierung von US-Truppen absolut außer Frage.

2024 als Otto von Bismarck verkleidet

Im Jahr zuvor war Söder noch staatstragend als Otto von Bismarck zur Franken-Fastnacht gekommen und wollte damit wohl einen Fingerzeig auf die damals noch offene Kanzlerkandidatur der Union geben. Diese entschied bekanntlich CDU-Chef Friedrich Merz für sich. In den Vorjahren war der für seine kreative Kostümwahl bekannte Söder auch schon als Schauspiel-Schönheit Marilyn Monroe oder als Gandalf aus „Herr der Ringe“ zur fränkischen Fastnacht erschienen.

Die weiteren Kostüme des Abends: Als Piratin verkleidete sich Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), denn: „Piratinnen sind mutige, starke Frauen mit klarem Kompass, mit denen man sich besser nicht anlegt.“ Das kann man als durchaus deutliche Ansage an die anderen Kabinettsmitglieder, an streitbare Lehrerverbände und vielleicht ja auch an Regierungschef Söder verstehen.

Katharina Schulze im Taylor-Swift-Look

Für eine modernere Variante eines US-amerikanischen Superstars entschied sich die Grünen-Fraktionschefin im Landtag, Katharina Schulze: Glitzerkleid, der ikonische Pony und silberne Cowboystiefel - fertig war der Taylor-Swift-Look. „Taylor ist eine faszinierende Persönlichkeit, sie wurde jahrelang unterschätzt, ist ihren eigenen Weg gegangen. Sie ist eine starke Frau, ist tolles Vorbild für viele Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt. Starke Frauen in der Politik sind mehr als nötig“, sagte Schulze.

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kam als griechische Siegesgöttin Nike zur Fastnacht – und schritt in weißer Robe über den roten Teppich. Das Kostüm sei bewusst gewählt und habe politische Bedeutung, verriet sie: Nike stehe schließlich oben auf dem Maximilianeum, dem Sitz des bayerischen Landtags in München. „Sie wacht sozusagen über die Demokratie, wie ich auch“, sagte Aigner der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei Nike eine Art Schwester der Landtagspräsidentin.

Innenminister setzt auf Bewährtes

Jedes Jahr die Qual der Wahl beim Kostüm? Immer wieder das Rampenlicht suchen mit ausgefallener Verkleidung? Nicht bei Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Der geht jedes Jahr als Sheriff zum Fasching. Und findet’s gar nicht schlimm: „Das hat sich bewährt“, sagte er in Veitshöchheim vor der Prunksitzung.

Verkehrsminister Bernreiter als Autofan im historischen Gewand

Werbung fürs Bayern-Emoji machte Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler), indem er den freundlich grinsenden Löwen als großes Schild bei sich trug. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) präsentierte sich als Autofan in historischem Gewand, was er als „klares Bekenntnis zum Autoland Bayern“ verstanden haben wollte. Finanzminister Albert Füracker (CSU) wagte sich als Dracula nach Veitshöchheim.

Aiwanger im Handwerker-Outfit

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) entschied sich einmal mehr für ein Handwerker-Outfit, um diesen Berufsstand zu würdigen. Er stehe zum traditionellen Handwerk, das Handwerk brauche mehr Aufträge. In die Richtung „Maurer, Fliesenleger“ gehe es diesmal, sagte er.

Und Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) präsentierte sich als Reh − aus dem Spessart wohlgemerkt: „Wir setzen ein Statement für unseren Spessart.“

Katharina Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) kam im Taylor-Swift-Look. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Christian Bernreiter (CSU), Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, kommt im historischen Autofahrergewand zur Franken-Fastnacht . − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Anna Stolz (Freie Wähler, l), Staatsministerin für Unterricht und Kultus, als Piratin. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Fabian Mehring (Freie Wähler), Bayerischer Staatsminister für Digitales, machte mit seinem Kostüm Werbung fürs Bayern-Emoji. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Albert Füracker (CSU), Staatsminister der Finanzen und für Heimat, als Vampir verkleidet. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Judith Gerlach (CSU), Staatsministerin für Digitales in Bayern, und ihr Mann Tobias Nitsch. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Das Nike-Kostüm von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hatte eine politische Bedeutung. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Joachim Herrmann (CSU) und seine Frau Gerswid Herrmann. Der Innenminister kam wie immer als Sheriff verkleidet. − Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa