Das Rätsel ist gelüftet: Das ist die neue Ballkönigin der Mitterdorfer Burschen

Die Freude war ihr ins Gesicht geschrieben, als sich am Freitag um 20 Uhr die Saaltüren im voll besetzten Gasthaus Hecht öffneten und die zahlreichen Blicke auf sie gerichtet waren: Laura Bauer (21) war beim glanzvollen Höhepunkt im Mitterdorfer Fasching beim Burschenball die diesjährige Ballkönigin.
Die 21-Jährige, die in Oberkreith mit ihrer Familie lebt und beruflich bei der Firma Goldsteig in Cham arbeitet, ist schon seit vielen Jahren, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, mit dem Burschenverein unterwegs. Dies rührt auch daher, da sie viele Freunde beim Burschenverein hat.
Ludwig Faltermeier, für den es, wie er selbst sagt, wohl der letzte Ball als Burschenvorstand sein wird, überließ in diesem Jahr wenig dem Zufall: Die Frage an Laura Bauer stellte er bereits kurz nach dem letzten Burschenball 2024. So hatte sie fast ein Jahr Zeit, um sich auf den Tag der Tage vorzubereiten.
Was denkt man, wenn man eine solche Ehre angetragen bekommt? Bauer gibt unumwunden zu: „Ich habe mich riesig darüber gefreut.“ Aber an so einem Abend steckt auch viel Organisation dahinter, dabei galt der Dank der diesjährigen Ballkönigin ihren Eltern Doris und Roland. Allerdings: Je näher es zum Ball hinging, desto größer sind traditionell die Spekulationen, wer denn in diesem Jahr an der Seite von Burschenvorstand Faltermeier in den Saal im Gasthaus Hecht einmarschiert.
„Musste schon viel lügen“
„Ich musste schon viel lügen“, gibt die Königin zu, als sie immer wieder darauf angesprochen wurde. Denn nachdem sie eng mit dem Burschenverein verwurzelt ist und mit 21 Jahren das perfekte Alter für das Amt hat, gingen viele Spekulationen immer wieder in ihre Richtung.
Der Ablauf des Burschenballs ist Bauer hinlänglich bekannt, so ging sie bereits 2019 auf ihren ersten Ball. Hinzu- kam, dass Patricia Bauer, die Cousine von Laura, im Jahr 2020 das Amt der Ballkönigin innehatte und sie hier schon aus nächster Nähe alles mit erleben konnte. Ihre Cousine war es auch, die Laura Bauer früh einweihte, und so bekam sie auch prompt die erhoffte Hilfe und Unterstützung: „Sie war schon eine große Unterstützung, sie hat sich zudem auch richtig darüber gefreut, genauso wie der Rest der Familie.“
Nur wenige waren eingeweiht
Mit dem Geheimnis hielt Laura Bauer im Familienkreis lange hinter den Berg, nur die engsten Familienangehörigen wussten zunächst Bescheid. Aber auf die Hilfe der Cousine war auch stets Verlass: „Sie hat mir wertvolle Tipps gegeben.“
Alle Blicke, die sich am Freitag in Richtung Eingangstüre richteten, hatten einen Gedanken: Welches Kleid trägt denn die diesjährige Ballkönigin? Nachdem Faltermeier schon früh mit der Frage an sie herantgetreten war, war auch lange genug Zeit, die passende Auswahl zu treffen. Fündig wurde sie schließlich hier in der Region. Geworden ist es ein dunkelgrünes Kleid, das eher schlicht gehalten ist, mit Glitzer und Tüll. Und da erzählt Laura Bauer gerne die Anekdote bei der Kleidauswahl: „Es ist am Ende tatsächlich das erste Kleid geworden, welches ich anprobiert hatte.“
70 Ballorden gebastelt
Je näher es an den Ball ging, desto größer war die Anspannung. Auch galt es, die ganzen Vorbereitungen wie das Basteln der Ballorden abzuschließen, ebenso wurde auf die Deko im Saal der Fokus gelegt. Insgesamt 70 Ballorden hat Laura Bauer mithilfe ihrer Familie gebastelt.
Und was wünscht sich Laura Bauer selber vom Ball? „Ich möchte gerne eine Party haben, es soll einfach schön werden und ordentlich gefeiert werden.“ Abgeholt wurde sie am Freitag zusammen mit den Burschen mit einem Bus, ehe es dann ins Gasthaus Hecht ging.
Auch Mama Doris ist sichtlich stolz: „Man ist schon sehr stolz darauf und selbst fiebert man, je näher es zum Ball ging, auch immer mehr mit.“ Am Ende wurde alles gut und eine rauschende Ballnacht gefeiert.
So geht die Party weiter
Samstag: Nach dem Ball ging es am Samstag ab 4 Uhr am Morgen zunächst zum Lüngerlessen ins Mitterdorfer Sportheim, ehe man am Mittag einen Stopp in der Brotzeithüttn einlegt. Am Nachmittag geht es dann zur Feier zur Ballkönigin nach Oberkreith.
Faschingszeitung: Am Samstag heißt es auch, viel Geduld mitzubringen, wenn man mit dem Auto durch Mitterdorf fährt, denn die Burschen sind traditionell dafür bekannt, die restlichen Faschingszeitungen als „Straßenverkauf“ unter die Leute zu bringen. Wer beim Ball oder beim Straßenverkauf keine Faschingszeitung bekommen hat, für den bietet sich auch noch die Möglichkeit, diese im Nachgang bei der Bäckerei Kraus und bei Getränke Hamberger zu erwerben.
