Ein Unikat der regionalen Kunstszene soll wiederbelebt werden

Lange war unklar, ob die kommunale Galerie Kunstforum noch eine Zukunft hat und wie diese Zukunft aussehen könnte. Zu lange standen die Räume der Galerie, die jahrelang ein kulturelles Aushängeschild der Stadt war, leer. Doch jetzt könnte es einen Neustart geben.
Bürgermeister Thomas Memmel kündigte entsprechende Maßnahmen an. Gesucht wird jemand, der bereit ist, Ausstellungen zu organisieren. Genau darum hatte sich viele Jahre lang Erhard Rohwer gekümmert. Seine Arbeit reichte von der Suche nach Künstlern, ging über den Aufbau der Ausstellung bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit für die Galerie. Und nicht selten kümmerte sich Rohwer auch selbst um die Bewrtung der Gäste bei den Vernissagen.
Ende 2021 zog sich Rohwer als Kurator zurück. Bürgermeister Memmel sagt: „Erhard Rohwer hat als langjähriger Kurator eine Lücke hinterlassen. Die würde ich zu gerne wieder füllen.“ Zuletzt, erinnert der Bürgermeister, war das Kunstforum einer der Ausstellungsorte der Modellbahnausstellung um weihnachten. Aktuell stellt Wolfgang Godesar Fotos vom Neustädter Fasching aus. Der Fotoclub plant ebenfalls eine Ausstellung.
An den neuen Kurator stellt Thomas Memmel vor allem eine Anforderung. „Wir suchen jemanden, der gut vernetzt ist und sich zutraut, Ausstellungen zu organisieren.“
Die Fußstapfen, in die der oder die Neue treten würde, sind groß. „Erhard Rohwer hat das Neustädter Kunstforum in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Adressen der Kunstszene im Landkreis Kelheim entwickelt“, sagt Andrea Holzapfel, Kulturchefin im Neustädter Rathaus. „Er war das große Herz und der kreative Kopf bei der Konzeption und Durchführung von rund 200 Ausstellungen und mit großer Leidenschaft der Kunst- und Kulturvermittlung in Neustadt verbunden.“
Insbesondere lokalen und regionalen Künstlerinnen und Künstlern hatte Erhard Rohwer mit seiner Arbeit immer wieder den Weg geebnet, sich mit ihren Arbeiten zu präsentieren, betont Andrea Holzapfel. Tatsächlich war die Galerie damit ein Unikat in der Kunstszene der Region: Sie gab unterschiedlichsten Talenten eine Chance – egal was sie machten und wie gut sie waren.
Dabei war die Galerie, die anfangs Galerie im Eiglhaus hieß, auch dafür gedacht, die Leerstände bei den Schaufenstern in Neustadt a.d. Donau zu bekämpfen. Erstes Ausstellungslokal war deshalb ein kleiner Laden im Erdgeschoss des Eiglhauses an der Einmündung der Herrnstraße in die Bahnhofstraße. Als das Gebäude der Neuanlage des Kastanienwalls an der Herrnstraße weichen musste, zog die Galerie zwei Häuser weiter in die ehemalige Metzgerei Rosenhammer an der Herzog-Ludwig-Straße.
Nachdem Erhard Rohwer sein Engagement in der Galerie eingestellt hatte, folgte ein halbes Jahr, dann sollte es zu einem Neuanfang unter einer neuen Kuratorin kommen. Jedoch war dies nur ein kurzes Intermezzo. Zuletzt wurde das Kunstforum auch in den Sommerferien genutzt. So fanden Aktionen im Rahmen der Familien-Kulturwoche in den Räumen des Kunstforums statt.
Wer sich für die Stelle als Kurator oder Kuratorin interessiert, möge sich bei Andrea Holzapfel, Leiterin der Abteilung für Kultur, Bildung und Tourismus im Rathaus, melden.