Erstmals seit „Skandal im Sperrbezirk“ vor 44 Jahren: Bayerischer Song auf Platz 1 der Charts

Von Lena Krammer · 21. Februar 2025 um 05:03

Am vergangenen Freitag ist „Wackelkontakt“ vom bayerischen Songwriter Oimara bis auf Platz 1 der offiziellen deutschen Charts gewackelt. Was niemand weiß: Er hat das Lied nicht alleine geschrieben, unter anderem hat auch der Mindelstettener Matthias Riegler von den Hundskrippln (Landkreis Eichstätt) daran mitgetextet.

Achtung, Ohrwurm incoming: „Wär’ ich ein Möbelstück...“ Diese Zeile reicht und ganz Deutschland grölt den neuen Hit des Jahres: „Wackelkontakt“ von dem bayerischen Songwriter Beni Hafner alias Oimara vom Tegernsee. Der Song hat sich in diversen Musik-Rankings schlagartig bis ganz nach oben gearbeitet und geht weiter durch die Decke.

Seit einigen Tagen gibt es auch ein offizielles Musikvideo auf Youtube:

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Am vergangenen Freitag ist der Ohrwurm sogar bis auf Platz 1 der offiziellen deutschen Charts gewackelt – als erster bayerischer Song seit „Skandal im Sperrbezirk“ vor 44 Jahren. Jeder kennt das Lied, was jedoch niemand weiß: Der Oimara hat das Lied nicht alleine geschrieben. Unter anderem hat auch der Mindelstettener Matthias Riegler von den Hundskrippln daran mitgetextet.

Die Lampe aus den 70ern

Es wackelt gerade gewaltig – und zwar überall: Beim Après-Ski, auf Faschingsumzügen, im Radio und bei Giovanni Zarrella im Fernsehen, bei der Ski-Weltmeisterschaft im österreichischen Saalbach – ja sogar in der Sauna und in Kirchen wird der Hit „Wackelkontakt“ gespielt.

Der Song ist quasi über Nacht durch die Decke gegangen: Faschingsnarren laufen mit einer Lampe auf dem Kopf herum, der Song löst Ballermann-Allzeithits wie „Layla“ und „Dicht im Flieger“ auf Mallorca ab und das erfolgreiche DJ-Duo HBz veröffentlichte am Donnerstag um Mitternacht zusammen mit Luca-Dante Spadafora sogar einen Remix des Erfolgs-Songs.

Es wackelt gewaltig auf Platz 1 der Charts

Obwohl der Hit bereits im August 2024 veröffentlicht wurde, ging der Hype darum erst im Januar so richtig los. In kürzester Zeit ging der Song durch die Decke. „Wackelkontakt“ hat es bei den Spotify Viral 50 (den meistgeteilten Songs) nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz auf Platz 1 geschafft. Kurz darauf folgten Dänemark, Belgien, die Niederlande und Luxemburg – später dann sogar die Kategorie „Global“.

Mittlerweile wurde der Song auf Spotify mehr als 21 Millionen Mal gestreamt. Inzwischen hält sich die „Lampe aus den 70ern“ in den österreichischen Charts an der Spitze und hat sich vergangene Woche nun auch in Deutschland bis ganz nach oben gewackelt.

Ein Geheimrezept, wie ein bairischer Song auch weit über die Grenzen Bayerns hinaus so erfolgreich wird, gibt es nicht. Matthias Riegler meint, die Mischung macht’s: „Da ist gerade so viel Bairisch drin, dass die Preißn meinen, es ist bayerisch. Aber genug Hochdeutsch, dass sie es auch verstehen.“

Songwriting in der Steiermark

Entstanden ist der inoffizielle Après-Ski- und Faschings-Hit 2025 bereits vor anderthalb Jahren in einem Songwriting-Camp in der Steiermark. Rund 50 Musiker haben sich dort in einem Hotel eine Woche lang kreativ ausgelebt und viele neue Lieder geschrieben – so auch „Wackelkontakt“. Daran mitgearbeitet haben neben Beni Hafner und Matthias Riegler auch Andreas Frei von den Fäaschtbänklern aus der Schweiz und Niki Nubel von dem Berliner Rocktrio Kicker Dibs.

Wie genau den vier Musikern die verrückte Idee mit der „Lampe aus den 70ern“ gekommen ist, weiß Riegler gar nicht mehr so genau. „Man plant ja nicht, dass das Lied so ein Erfolg wird und man dann irgendwann ein Interview dazu geben muss“, scherzt der 39-Jährige. „Aber der Oimara hat öfter so crazy Ideen.“

Diesmal hat den 33-jährigen Musiker vom Tegernsee die Kreativität mitten beim Umzug gepackt: „Da waren wir beim Lampenkaufen und ich habe mich gefragt, was ich denn für eine Lampe wäre“, hat Hafner dem Merkur vor wenigen Tagen verraten.

„Wackelkontakt“ ist – ganz anders als alle Songs von Beni Hafner bisher – das erste Lied mit Techno-Vibes. „Der macht das, auf was er gerade Bock hat“, weiß Riegler. Denn inzwischen sind er und Hafner zu engen Freunden geworden. „Den kann man nicht in eine Schublade stecken.“

Kinder singen spontan den Refrain

Und genau aus so einer Laune heraus ist auch die Schulklasse, die bei dem Songwriting-Camp zu Besuch war, spontan in das Lied eingebaut worden. „Wir wollten die Kinder eigentlich nur zur Gaudi den Refrain einsingen lassen“, erinnert sich Riegler an den Tag im Oktober 2023. Da die Schüler eine musische Schule besuchten, seien sie musikalisch „echt auf zack“ gewesen und hätten ihre Sache so gut gemacht, dass jetzt genau diese Aufnahmen auch im veröffentlichten Song zu hören sind.

Übrigens wurde auch der Rest des Liedes laut Riegler nicht noch einmal in einem Studio aufgenommen und neu produziert. In „Wackelkontakt“ sind die Original-Aufnahmen aus dem Camp zu hören. „Das nennt man Acoustic-Polaroid“, erklärt der Mindelstettener. „An dem Tag, an dem der Song entsteht, herrscht so eine ganz besondere Stimmung und Gefühl.“ Das mag vielleicht auch zu dem Wahnsinns-Erfolg des Liedes beitragen.

„Wir fiebern jeden Tag mit, ob was Neues passiert“, sagt Matthias Riegler. Seinem Traum von einer goldenen Schallplatte kommt er mit „Wackelkontakt“ immer näher. Es ist Daumendrücken angesagt, damit es auch wirklich klappt. Oder wie Beni Hafner sagen würde: „Immer fleißig weiterwackeln.“

Beim Songwriting-Camp im Oktober 2023 ist in der Steiermark der inoffizielle Aprés-Ski-Hit 2025 entstanden. Neben einer musikalischen Schulklasse und Beni Hafner alias Oimara (vorne, 2.v.l.) haben auch Matthias Riegler aus Mindelstetten (vorne, links) und weitere Musiker an dem Lied „Wackelkontakt“ mitgewirkt.
Beni Hafner hatte Hilfe beim komponieren – unter anderem von seinem guten Freund Matthias Riegler aus Mindelstetten (rechts).