Nahversorgung drängendstes Problem bei Bürgerversammlung in Breitenbrunn

Die Sorge um den Erhalt der Nahversorgung, genügend Behindertenparkplätze, barrierefreie Toiletten bei Großveranstaltungen und die Seniorenarbeit sind Diskussionspunkte bei der Bürgerversammlung in Breitenbrunn gewesen. Bürgermeister Johann Lanzhammer (FW) kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen beim Faschingszug an.
Im Wirtshaus mussten die Verbindungstüren vom Saal zum Nebenraum geöffnet werden, so groß war der Andrang. „Das zeigt, dass es großes Interesse am kommunalpolitischen Geschehen und einige brisante Themen zu besprechen gibt“, so Lanzhammer. Die zahlreichen Zuhörer ließen sich nicht nur die bereitgestellten Brezen schmecken, sondern machten auch deutlich, wo der Schuh drückt. Da hagelte es zunächst Vorwürfe gegen den Betreiber des bald schließenden Verbrauchermarktes. „Dass die Kundschaft nachgelassen hat, liegt am zunehmenden Verfall des Sortiments“, hieß es da beispielsweise. Oder: „Da wurde am Bedarf der Kunden vorbei Ware eingekauft. Hätte das Angebot gepasst, dann wären auch Leute genug gekommen.“ Eine Diskussionsteilnehmerin beschrieb das so: „Wenn man mehrere Male zum Einkaufen fährt und findet nicht, was man braucht, dann fährt man halt das nächste Mal woanders hin.“ Enttäuscht zeigte sich auch Lanzhammer: „Der Betreiber hat meines Erachtens nach schon vor einiger Zeit das Interesse an Breitenbrunn verloren.“ Wie geht es nun weiter und wo kommt die Postfiliale hin?“, lautete eine weitere Frage. Dazu der Bürgermeister: „Wir führen Gespräche an verschiedenen Fronten, aber die Sache gestaltet sich schwierig. Eine Idee wäre eventuell ein sogenannter Tante-Emma-Laden mit Kartenzahlung rund um die Uhr, aber auch da gibt es einige Hürden.“ Was die Post betrifft, zeichne sich derzeit eher die Errichtung einer festen Poststation ab. In diesem Gesamtzusammenhang teilte der Rathauschef noch mit, dass die Bäckerei in der Von-Tilly-Straße ihre Öffnungszeiten und das Sortiment erweitere.
Zu wenige Parkplätze für Behinderte
Ein Versammlungsteilnehmer monierte, dass es bei Veranstaltungen wie dem Tilly- oder dem Erntedankfest nicht ausreichend Hinweise auf behindertengerechte Toiletten gebe. Die Anzahl der Behindertenparkplätze sei ungenügend und zudem würden die vorhandenen meistens von Autofahrern blockiert, die unberechtigt dort parken. Lanzhammer sagte zu, sich der Sache anzunehmen. Angeregt wurde ferner eine Absenkung der Bordsteinkante an der Einfahrt zu den neu angelegten Parkplätzen neben der Staatsstraße. Das soll laut Lanzhammer umgesetzt werden. Kritisiert wurde, dass es in der Gemeinde keinen offiziellen Seniorenbeauftragten mehr gibt. „Wir brauchen dringend einen Ansprechpartner für unsere älteren, oftmals einsamen und mit drängenden Problemen kämpfenden Mitbürgerinnen und Mitbürger“, hieß es. Wünschenswert wäre auch eine Nachbarschaftshilfe.
Ein Diskutant erklärte, dass man das Thema Nahwärmeversorgung im Kernort nicht außer Augen lassen sollte.
Nahwärmeversorgungist aktuell kein Thema
„Es gibt weder einen Standort für ein Heizkraftwerk, nicht genügend Anschlussnehmer und schon gar keinen potenziellen Betreiber“, so der Bürgermeister. Bemängelt wurde, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer in der Stunde auf der Staatsstraße nicht eingehalten und dass die Sebastianskirche nicht beleuchtet werde. Letzteres soll laut Lanzhammer demnächst, nach einer größeren Reparaturmaßnahme, wieder der Fall sein.
