Preis-Senkung macht bundesweit Schlagzeilen: Bild berichtet über billige Mass Bier in Cham

Von Tanja Fenzl · 18. Februar 2025 um 17:30

Der Bierpreis macht Cham jetzt bundesweit berühmt. Selbst die Bildzeitung wundert sich am Dienstag schlagzeilenträchtig über die Entscheidung des Chamer Volksfestvereins, die Mass Bier entgegen dem allgemeinen Trend günstiger anzubieten. Und auch das Gockerl ist in Cham um ein Vielfaches billiger als am Münchner Oktoberfest.

Statt teurer wir die Mass Bier heuer am Chamer Volksfest – und am Frühlingsfest – satte 1,10 Euro weniger kosten als im vergangenen Jahr. Wie unsere Mediengruppe bereits Anfang Februar berichtete, sollen damit wieder mehr Besucher auf die beiden großen Chamer Feste gelockt werden.

Chamer haben „Grund zum Jubeln“

Wie ungewöhnlich die Maßnahme ist, wird durch die überregionalen Medien deutlich: „Grund zum Jubeln“ hätten die Chamer, „wenn der Bierpreis sinkt, steigt die Stimmung“, prophezeit die Autorin im Boulevardblatt. Erwähnt wird auch, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder den offiziellen Bieranstich beim Jubiläums-Volksfest höchstselbst übernehmen wird. Das 75. Volksfest wird am 30. Juli eröffnet und dauert heuer bis 4. August.

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Auch das Gockerl wird übrigens für unter zehn Euro zu bekommen sein – das ist der Zeitung mit den großen Buchstaben ebenfalls ein paar Zeilen wert. Volksfestvereins-Vorsitzender Christian Plötz wird wörtlich zitiert: „Bier und Hendl gehören in Bayern zur Grundversorgung, und genau deshalb setzt der Volksfestverein ein starkes Zeichen – eine Mass Bier und ein Hendl bleiben in Cham bezahlbar. Beides für jeweils 9,80 Euro.“

Gockerl über zehn Euro billiger als am Oktoberfest

Bleibt zu hoffen, dass die überregionale Berichterstattung vielleicht sogar ein paar Besucherströme mehr nach Cham lenkt. Immerhin: Der Unterschied der Chamer Preise zum Oktoberfest könnte dem einen oder anderen Großstädter eine zweistündige Reise wert sein. In München kostete die Mass Bier 2024 zwischen 13,60 und 15,30 Euro, das oberbayerische Hendl in den meisten Zelten deutlich über 20 Euro.

Die Glaubensfrage: Mass oder Maß?

Apropos Mass: Weil viele Freunde des bayerischen Nationalgetränks, die aus nördlicheren Gefilden stammen, die Mass Bier wie das Maß aller Dinge aussprechen, hat sich inzwischen ein allgemeiner Streit über die korrekte Schreibweise der Mass etabliert. Während nach alter Rechtschreibung das Doppel-S am Wortende immer zu einem ß wurde, entscheidet nach neuer Rechtschreibung laut Duden der Vokal vor dem Doppel-s über die Schreibung. Kurzer Vokal: Doppel-s, wie jede Grundschulkind heute lernt, aber spätestens im trinkfähigen Alter dann beim Bierbestellen nach Getränkekarte verwirrt in Frage stellen muss. Sogar die Duden-Redaktion räumt ein: bairisch und österreichisch schreibe man die Mass wohl eher mit ss.

In der Wissensdatenbank Wikipedia klingt es ausführlicher: „Ein Maßkrug ist ein Bierkrug, der das Volumen einer Maß fasst. Auf Bairisch und Schwäbisch heißt sie die Mass ([mas], mit kurzem geschlossenen a wie in Fass), in anderen Gegenden die Maß ([maːs], mit langem a wie in Maßband).[1] „Eine Maß“ bedeutete ursprünglich einfach eine genormte Volumeneinheit und wurde als Wein- und Biermaß verwendet.“

Der Streit um die Glaubensfrage? Die Autorin entscheidet sich für Bayern. Im Übrigen kommt es am Ende ja doch eher auf den Mass-Preis als auf die Mass-Schreibweise an – oder? Prost!

Ein Prosit auf die Maß für 9,80 Euro (v. re.): Volksfestvereinspräsident Christian Plötz, Platzwart Stefan Raab, Jürgen Schützenmeier (Bayern Event), Josef Kappenberger (stv. Präsident Volksfestverein), Sandra Ofenbeck (Marketing Volksfestverein), Elisabeth und Claus Männer (Bayern Event) Foto: Johannes Schiedermeier