Mit erst 22 Jahren ist Laura Völkl schon stellvertretende Kommandantin der Saalhaupter Einsatzkräfte

„Wenn ich etwas mache, mache ich es zu 100 Prozent“: Mit diesem Motto geht Laura Völkl die Dinge an, die ihr wichtig sind. Eines davon ist ihr Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr in Saalhaupt. Seit kurzem ist die 22-Jährige stellvertretende Kommandantin der Truppe, sie wurde bei der Versammlung Anfang des Jahres mit großer Mehrheit ins Amt gewählt.
Bereits mit zwölf Jahren kam Völkl zur Feuerwehrjugend, mit 18 wechselte sie in den aktiven Dienst. „Für mich ist es wichtig, Menschen in Notsituationen zu helfen“, beschreibt die junge Frau ihre Motivation. Hinzu komme das Miteinander in der Mannschaft: „Kameradschaft, Gemeinschaft und Teamgeist schweißen zusammen.“ Jede und jeder habe Stärken, „und das fügt sich dann zu einem Ganzen zusammen“.
Verschiedene Fähigkeiten
Der eine Kollege verstehe sich zum Beispiel besonders gut auf Knoten. Ein anderer sei in puncto Technik sehr fit. Sich selbst bezeichnet Völkl als „Allrounderin“. Die sogenannten technischen Hilfeleistungen machen laut Statistik auch den Mammutanteil der Feuerwehrarbeit im Markt Bad Abbach aus. Danach kommen Brandeinsätze sowie Reanimationen und Erstversorgungen. An letzter Stelle rangieren sogenannte ABC-Einsätze, bei denen es um atomare, biologische oder chemische Stoffe geht.
In ihrer Funktion als stellvertretende Kommandantin sei es ihr wichtig, „dass es den Leuten im Team gut geht und dass die Bindung untereinander stimmt“, so Völkl. Gleichzeitig sei sie sich auch ihrer Verantwortung bewusst. Da gelte es immer auch einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn einerseits sei bei Einsätzen vieles Routine und laufe nach klaren Regeln ab – „aber jeder Fall ist natürlich anders, und ein bisschen nervös werde ich wohl immer sein“.
Auch die Menschen, mit denen sie es bei einem Einsatz zu tun habe, reagierten unterschiedlich. Es sei wichtig, nach einem Einsatz auch abschalten zu können, betont Völkl: „Und wenn mich etwas sehr belastet, kann ich mit anderen darüber reden, zum Beispiel mit unserem Kommandanten.“
Da sei es gut, dass sie sich in ihrer Truppe rundum unterstützt fühle, auch und gerade als Frau: „Eigentlich gibt es bei uns keine Unterschiede zwischen ‚männlich‘ und ‚weiblich‘, sondern es zählt nur das ‚Wir‘.“ Insgesamt sind bei der Freiwilligen Feuerwehr in Saalhaupt vier Frauen aktiv.
Für Völkl war immer klar: „Ich will das machen, also mache ich es auch.“ Entsprechend möchte sie auch andere Frauen ermutigen: „Man muss sich das einfach trauen. Und man sollte sich als Frau nicht klein machen“, ist Völkl überzeugt.
Durchschnittlich verbringe sie zehn Stunden pro Woche mit ihrer Arbeit für die Feuerwehr, summiert Völkl. Aktive Tätigkeiten wie Übungen gehören ebenso dazu wie Organisatorisches. Für die Qualifikation zur stellvertretenden Kommandantin hat es noch zusätzliche Arbeit gebraucht: Völkl hat dafür den Gruppenführer-Lehrgang und den Lehrgang‚ Leiter einer Feuerwehr‘ absolviert. Neben dem Posten der Vizekommandantin ist Völkl auch Jugendwartin.
Gemeinsame Hobbys
Beruflich ist die 22-Jährige als Augenoptikerin in Bad Abbach tätig. Und auch abseits dieser Aufgaben geht es bei der jungen Frau nicht ruhig zu – dann ist Völkl als Jägerin unterwegs oder kümmert sich um die Ausbildung von Jagdhunden. Beide Hobbys hat sie mit ihrem Partner Alexander (25) gemeinsam, den sie auch kennengelernt habe, als sie ihren Jagdschein machte.
Ihr Partner sei zwar selbst nicht bei der Feuerwehr, sagt Völkl mit leichtem Bedauern, „aber er hat maximales Verständnis, dass ich in diese Aufgabe viel Zeit investiere“.