Sozialdemokraten am Scheideweg: Warum die SPD mit Olaf Scholz zu Grunde geht

In den vergangenen Tagen haben wir einen anderen Olaf Scholz erlebt – kämpferisch, leidenschaftlich, engagiert. Dieses Erweckungserlebnis kam zu spät. Der Republik hätte ein solcher Kanzler in den vergangenen Jahren gut getan.
Stattdessen blieb er blass, sah dem Zerfall der Ampel ohne jede Regung zu, bis zu einem inszenierten Ausbruch im November. Danach hätte Scholz den Platz für Boris Pistorius freimachen sollen. Die erneute Kandidatur des Kanzlers ist chancenlos. Nun wird die Sozialdemokratie am Sonntag mit rund 15 Prozent im Ziel eintrudeln. Für Olaf Scholz dürfte dann kein Platz mehr sein. Andere werden übernehmen. Ob das nun Pistorius, Partei-Chef Lars Klingbeil oder ein junger Hoffnungsträger ist, bleibt letztlich egal. Sie alle stehen vor einer historischen Aufgabe: die Rettung der Sozialdemokratie. Nicht nur zum Wohle der SPD, nein: Es geht um die bundesrepublikanische Demokratie in ihrer Gesamtheit. Deutschland braucht eine starke Sozialdemokratie, die sich ohne Wenn und Aber für die kleinen Leute ins Zeug legt und zugleich gegen Rechts kämpft. Eine Partei, die rechnen kann und dabei die Menschlichkeit nicht aus den Augen verliert.
Der Aufschrei von Jürgen Sommer ist wichtig. Zum Wohle dieser Partei. Bleibt zu hoffen, dass er nicht ungehört verhallt.