Faschingszug Rohr: Ganz viel Film, eine Prise Politik und jede Menge Spaß

Von Lucia Pirkl · 16. Februar 2025 um 19:00

Mit einem fulminanten Umzug startete der Markt Rohr den Reigen der Faschingszüge im Landkreis.

Politik, aber vor allem Film und Fernsehen waren die Zutaten für den gelungenen Faschingszugauftakt: Mit dem Umzug in Rohr begann am Sonntag die heiße Phase im Landkreis. Aufgrund der Wahl wurde einer der größten Züge Niederbayerns um eine Woche vorverlegt. Die Gäste kamen trotzdem in Scharen.

Hier geht es zum Film:

Schon eine Stunde vorher füllten sich, trotz des kalten Wetters, die Parkplätze. Der Faschingszug in Rohr, der ist nicht nur für Landkreisbürger ein Muss. So ließen es sich beispielsweise auch die Brüder Timo und Noah nicht nehmen, einen Abstecher aus einer anderen Ecke des Landkreises, aus Lengfeld, bis nach Rohr zu machen. „Wir sind immer mit dabei“, sagt Oma Maria Schnell, „hier sind viele Bekannte und die Motive vom Zug, die sind einfach super“.

Der Zug ist Pflicht

Im Zug selbst mischten vor allem Faschingsgruppen aus den umliegenden Dörfern mit, aber auch von weiter her. Unter den Fußgruppen, die sich am Umzug beteiligten, war zum Beispiel eine Gruppe von Frauen – der Faschingsschachtelclub – die extra aus Furth bei Landshut angereist kam, im Übrigen schon zum zweiten Mal, „weil es einfach schee is’“, so „Clubchefin“ Andrea Stadler.

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Für manche gehört der Faschingszug in Rohr zu den Terminen, die jedes Jahr dick im Kalender eingetragen sind: „Das ist einfach Pflicht“, sagte eine Gruppe aus Sallingberg, die als Popcorn verkleidet war und als Fußgruppe im Zug mitging. Seit 20 Jahren sind sie beim Faschingszug in Rohr mit dabei, jedes Jahr mit einem neuen Kostüm, selbstverständlich immer selbst gemacht.

So manche Gruppe nutzte den Faschingszug auch, um Werbung in eigener Sache zu machen: „Wir feiern heuer unser Jubiläum“, sagte ein Mann, der als Feuermelder verkleidet war. Die FFW Mühlhausen war zum ersten Mal mit dabei und verband die Gaudi gleich mit dem Anpreisen ihres Jubiläums. Eine Premiere war der Umzug in Rohr auch für die Familie Seidl aus Pförring, die als stilles Örtchen mitmarschierte.

Bei den Wagen selbst stand freilich der Jux an vorderster Stelle. Aber auch ernste Töne mischten mit, beispielsweise, wo auf die Klimakrise oder auf das Krankenhaus Mainburg Bezug genommen wurde – lautstark untermalt mit wummernder Musik. Und freilich durfte in Rohr auch ein Wagen, der das Thema Amazon-Ansiedlung aufgreift, nicht fehlen.

Ansonsten präsentierten die meist jungen Zugteilnehmer – die Mehrheit war zwischen 20 und 30 Jahren – Themen aus Film und Fernsehen. Bob der Baumeister fuhr gleich mehrmals, aber in verschiedenen Versionen, an den Gästen vorbei. Mit Peaky Blinders griffen die Maschkerer eine beliebte Netflixserie im Stile der 1930er Jahre auf. Und auch Kassenschlager wie König der Löwen oder Ice Age waren dabei. Harry Potter, Mario Brothers und Top Gun – allesamt Motive, die in den vergangenen Jahren in Mode waren – waren vereinzelt auch in Rohr zu sehen.

Verrückte Gefährte

Und auch Ski- oder Jagdhütten zogen an den Gästen vorbei. Ein Piratenschiff und eine dampfende Lok wird man außerhalb des Faschings wahrscheinlich eher selten auf den Straßen Rohrs zu Gesicht bekommen. Genauso wenig einen amerikanischen Schulbus, in dem die „Schüler“ freudig zu lauten Bässen tanzen.

Süßes Popcorn aus Sallingberg
Feuermelder aus Mühlhausen
Diese Damen kamen extra aus Furth bei Landshut, „weil‘s so schee is'".
Mexiko? Nein, Rohr!
Dieses stille Örtchen ist schon besetzt.
Eine Gießkanne als Kopfbedeckung? Warum nicht!
In diesem Schulbus darf auch getanzt werden.
Wie ist wohl das Auto vom Eberhofer hier gelandet?