Zutiefst beeindruckend: Neues MusiTextical in Burglengenfeld begeistert das Publikum

Wie in Radiosendungen üblich, begrüßte der Moderator Johnny Walker, alias Klaus Sauerbeck, am Samstagabend pünktlich um 19 Uhr seinen Studiogast Franz Lippert und die Zuhörer mit einem amerikanischen „Howdy“ zu seiner Live-Sendung.
Das imaginäre Studio wurde im Bürgertreff Burglengenfeld aufgebaut, die Radiohörer in Wohlfühlatmosphäre wie in einem Wohnzimmer rund um das Musikequipment arrangiert. Der im Tonstudio auftretende Künstler ist sozusagen die Verkörperung der Countrymusik. Der seit sechs Jahren in Maxhütte-Haidhof wohnende Vollblutmusiker identifiziert sich mit den Songs und dem Lebensgefühl zu 100 Prozent.
Für ihn sei Countrymusik die ehrlichste der vielen verschieden Musikgenres. Lieder über Luftschlösser, die es überhaupt nicht gibt, wären hingegen nicht sein Ding. Nicht jeder verstehe, was da gesungen werde. Jeder, der in seinem Leben schon einmal in Schwierigkeiten gekommen ist, kann sich aber mit den Songs identifizieren. Daher freute er sich auf die Zuhörer, denen er das Lebensgefühl näher bringen wollte, so sein erklärtes Auftrittsziel.
Durch gemeinsamen Freund kennengelernt
Sauerbeck hatte Lippert durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt und war von seiner Leidenschaft fasziniert. Franz habe ihm eine Welt erschlossen, die er so noch nicht kannte. Sauerbeck begann zu recherchieren, welche Ehrlichkeit hinter den Country-Songs stecke. Die monatelangen Nachforschungen zu den Liedern waren so tiefgreifend, dass selbst eingefleischte Country-Fans an diesem Musikabend noch etwas Neues erfahren konnten.
Dem Publikum wurden dann zwölf ausgewählte Stücke nebst ihrer Geschichte präsentiert. Die Lebensnormalität handle dabei oft von Szenen aus dem Bermudadreieck von Bar, Bett und Baseballplatz. Sauerbeck erklärte beispielsweise, dass der Song „Bring me back Home“ auf einer ergreifenden Geschichte eines Mannes fußte, der auf dem Weg in die Todeskammer war und sich mit dem Lied noch einmal an Hause erinnern wollte, bevor er starb. Der traurigste Countrysong, der je geschrieben wurde.
Welterfolg sollte für Hämorrhoidensalbe missbraucht werden
Lustiger war da schon die Geschichte über Johnny Cashs Welterfolg „Ring of Fire“, den die Werbemanagerin Sula Miller seinerzeit für eine Hämorrhoidensalbe missbrauchen wollte. Cashs weltbesten Antidrogensong „Hurt“ übersetzte Sauerbeck dann simultan ins Deutsche, um dem Publikum zu zeigen, wie der Star den jahrelangen Drogenmissbrauch bedauerte und in einem Song herzzerreißend verarbeitete.
Das Publikum zeigte sich zutiefst beeindruckt von der Mischung aus Songs und Erklärungen. Claudia Schmitt freute sich, dass in Burglengenfeld so etwas ermöglicht werde. Sie hätte so etwas gern öfter gesehen. Ihr Freund, Erol Faik, gefiel die Übersetzung in das Deutsche am Besten, um die Liedinhalte zu verstehen. Ein richtig gehender Fan der sogenannten MusiTextical-Aufführungen ist inzwischen Annemarie Blechschmied. Sie genoss bereits das dritte Mal diese Art der künstlerischen Darbietungen.
Weitere MusiTexticals sind bereits geplant
Das werden auch nicht die letzten sein, denn Sauerbeck trägt seine Leidenschaft, den Menschen die Vielfältigkeit der Musik näher zu bringen, weiter fort. Am 5. April tritt er mit Marc Charro in der Marienkirche in Saltendorf auf und beleuchtet den Gospelsong näher, gefolgt vom 27. April im Premberger Dorfstadl, wo die Bayerische Sprach- und Lebensbetrachtung heiter-philosophisch näher analysiert wird.