Siegenburger Rathaus wird zur Großbaustelle

In wenigen Tagen wird das Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft Siegenburg zur Großbaustelle. Sowohl für Mitarbeiter als auch für Bürgerinnen und Bürger wird mehr Platz geschaffen. Die müssen während der Bauzeit einige wenige Einschränkungen in Kauf nehmen.
Nach Lage der Dinge wird man knapp drei Millionen Euro für das Projekt ausgeben. Die Arbeiten sollen laut Geschäftsleiter Georg Bergermeier ab dem 24. Februar über die Bühne gehen. Ziel ist es demnach, alles bis Juni 2026 geschafft zu haben. Das bestehende Rathaus bleibt demnach in seiner bisherigen Kubatur erhalten. Es wird aber nach Westen um knapp vier Meter verlängert. Ferner wird in Richtung Norden (zur Sparkasse hin) ein Anbau errichtet – mit den Maßen neun mal zwölf Meter. Dessen Rohbau soll bis zum Juni diesen Jahres stehen.
Die Erweiterung ist längst überfällig: Das Bestandsgebäude wurde nach Bergermeiers Worten 1983/84 gebaut. Seither ist die Verwaltungsgemeinschaft stetig gewachsen. „Dies führte dazu, dass die Büros mittlerweile völlig überbelegt sind.“ Ferner seien wichtige Räume gar nicht mehr vorhanden, so zum Beispiel ein Büro für die ehrenamtlichen Bürgermeister. Immerhin hat sich laut Bergermeier die Zahl der Vollzeitstellen seit Gründung der Verwaltungsgemeinschaft verdoppelt – von elf auf 22.
Auch für den Rentenberater oder die Polizeisprechstunde ist kein freies Büro mehr verfügbar. Die Sachbearbeiterin, die mittlerweile in diesem Büro sitzt, müsse während der Sprechstunden ihr Büro immer räumen. Gleiches gelte, wenn etwa Prüfer im Haus sind. „Auch haben wir keinen ausreichend großen Sozialraum mehr, in dem die Mitarbeiter ihre Mittagspause verbringen können.“
Kein Platz für Auszubildende
Außerdem haben die Auszubildenden keine eigenen Schreibtische. „Kurz gesagt: Wir sind sprichwörtlich bis unters Dach voll und es ist alles über die Jahre viel zu klein geworden.“
Das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Es werden 335 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche geschaffen. Bergermeier beschreibt das Konzept: „Grundsätzlich wollen wir die Sachgebiete, die viel Besucherverkehr haben, im Erdgeschoss haben.“ Das sei bürgerfreundlich und auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit die richtige Lösung.
Daher werde das Bauamt vom zweiten Stock des Altbaus ins Erdgeschoss des Neubaus wechseln. Dort sollen auch ein Bürgerbüro und das Einwohnermeldeamt Platz finden. Im Erdgeschoss des Altbaus verbleiben somit: das Ordnungsamt, die Leitung des Hauptamtes, das Standesamt sowie das Sachgebiet Straßen und Wegerecht. Ferner wird dort eine barrierefreie Besuchertoilette geschaffen.
Die Kämmerei wird nach Ende der Arbeiten ins erste Obergeschoss des Neubaus umziehen. Ferner wird dort ein Büro für die ehrenamtlichen Bürgermeister geschaffen – sowie zusätzlich ein Multifunktionsbüro für Wahlleitung, Praktikanten und so weiter. Im ersten Obergeschoss des Bestandsgebäudes ändert sich nichts.
Ein Sozialraum entsteht
Im zweiten Obergeschoss des Neubaus wird der fehlende Sozialraum eingerichtet, in dem die Mitarbeiter ihre Mittagspause verbringen können. Ferner wird ein Büro für den Rentenberater, die Polizeisprechstunde und für Prüfer geschaffen. Ein weiteres Büro wird als Reserve für mögliches weiteres Personal zur Verfügung stehen. Die Heizung, die mit Gas betrieben wird, wird mit einer Wärmepumpe erweitert.
Laut Bergermeier werden die Arbeiten so koordiniert, dass die Verwaltung weiterarbeiten könne und dass es möglichst zu keinen Schließtagen für die Bürgerinnen und Bürger komme. Gewisse Beeinträchtigungen, etwa Lärm und Staub, seien aber nicht gänzlich auszuschließen.
Damit ein möglichst reibungsloser Ablauf gewährleistet ist, wird nach seinen Worten als erster Schritt, also noch vor den eigentlichen Bauarbeiten, der EDV-Server in einen neuen Raum umziehen.
„Wir müssen aber auch zwei Abteilungen während der Bauarbeiten auslagern“, räumt Bergermeier ein. Die Kämmerei wird in ein Büro im Wasserhaus (im Baugebiet Abensblick) umziehen, das Bauamt zieht in Räume über der Sparkasse, das für diesen Zweck angemietet ist.
Außerdem muss die Zufahrt zum Parkplatz am Siegbach für diese Zeit gesperrt werden – die Stellplätze stehen laut Bergermeier erst nach dem Ende des Großprojekts wieder zur Verfügung.

