Kita mit Aussicht in Neumarkt: Neuer Markt soll für Kinderbetreuung aufgestockt werden

Fakt ist: Die Stadt braucht Betreuungsplätze. Besonders für kleine Kinder sind Eltern oft händeringend auf der Suche. Im Sommer 2024 prognostizierte die Stadtverwaltung in einer Sitzung des Stadtrats einen Bedarf von 550 Krippenplätzen, es gab aber nur 396, verteilt auf zwölf Kindertagesstätten. Nun steht zumindest eine Linderung des Problems in Aussicht: Auf dem Dach des Neuen Markts soll eine Kita entstehen.
Allerdings: Dazu muss das Gebäude im östlichen Bereich aufgestockt werden, wie die Stadtverwaltung in der Sitzung des Bausenats am Dienstagabend informierte – also nicht vorne zur Dammstraße, sondern auf dem zu den Wohnhäusern hin gewandten Bereich. Auf dem Dach soll auch eine Spielfläche im Freien entstehen. Bauherr ist die NeuerMarkt Besitz- und Vermietungs GmbH der Firmengruppe Max Bögl, die Stadt will als Mieterin auftreten. So zumindest lauten die ersten Pläne, denn vorerst ging es nur um die Zustimmung zu den Bauanträgen.
Büro statt Gastronomie im Neuen Markt
Denn es drehte sich nicht nur um die Kita, sondern auch um die Umwandlung der Nutzung von Flächen im Neuen Markt: Die nicht mehr betriebene Gaststätte neben dem Kino soll als Bürofläche genutzt werden, nicht mehr als Gastronomie.
Die Stadtverwaltung hatte gegen die Pläne nichts einzuwenden – auch nicht gegen eine Aufstockung, da die zulässige Höhe wie auch die Abstandsflächen eingehalten werden. Es gebe zwar teilweise intern Überlagerungen, dafür gebe es aber einen Abweichungsantrag, dem man zustimmen könne, hieß es. Genauere Informationen zum zeitlichen Ablauf liegen noch nicht vor.
Ihr Einverständnis zu sämtlichen Planungen gaben zumindest alle anwesenden Bausenats-Mitglieder – FLitZ-Stadtrat Dieter Ries hatte allerdings zuvor kundgetan, nicht mit den Plänen für die neue Kita einverstanden zu sein. Ihm missfiel der geplante Standort, der „unter Dauerbestrahlung von Funkmasten“ auf dem Dach des Einkaufszentrum und dem gegenüber liegenden Hochhaus stehe. Außerdem befinde sich die Kita an einer Kreuzung, die in Neumarkt mit Abgasen zusätzlich „höchst belastet“ sei. Seiner Ansicht nach werde „ohne Rücksicht auf die Gefährdung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen (...) für die Interessen von Bögl und gegen die Gesundheit der Kinder entschieden“.
Größerer Sanitärbereich im Donauer-Kinderhaus
Um Kinderbetreuung geht es auch im Donauer-Kinderhaus in Woffenbach – die Kita wurde 1993 mit nur drei Gruppen gebaut, mitterweile ist die Einrichtung auf zwei Kinderkrippengruppen, vier Kindergartengruppen und eine Kinderhortgruppe mit insgesamt 150 Kindern angewachsen. Immer wieder wurde um- und ausgebaut – darum müssen jetzt die Rettungs- und Fluchtwege auf den aktuellen Stand gebracht werden. So muss aus dem bestehenden offenen Treppenhaus ein geschlossenes mit entsprechenden Brandschutztüren werden, außerdem muss auf halbem Weg ein Ausgang ins Freie geschaffen werden, dort muss eine Außentreppe befestigt werden.
Nicht mehr für die große Zahl an Kindern ausgelegt ist außerdem der Sanitärbereich – aktuell gibt es nur fünf Toiletten für die Kindergartenkinder und eine für die Krippenkinder. Künftig sollen für die Kindergartenkinder acht WCs und für die Krippenkinder zwei zur Verfügung stehen. Hinzu kommen insgesamt acht Waschbecken mit unterschiedlichen Höhen und ein Wickelbereich. Weil ein größerer Sanitärbereich natürlich Platz braucht, sollen dafür Flur und Abstellflächen kleiner werden. Dennoch soll eine absperrbare Abstellmöglichkeit erhalten bleiben, so die Stadtverwaltung.
Die Kosten veranschlagt die Stadt auf 300 000 Euro, die Arbeiten sollen vorrangig während der Sommerferien im August stattfinden.