Herren-Ausstatter am Regensburger Neupfarrplatz dementiert Gerüchte um Aus

Der Regensburger Neupfarrplatz kommt nicht zur Ruhe – dieses Mal beruht die Aufregung aber offensichtlich auf einem Missverständnis. Das Kaufhof-Gebäude ist zwar ein unvergleichlich großes, aber beileibe nicht das erste Sorgenkind am Neupfarrplatz.
Hier gab es schon prominente Leerstände, als im benachbarten Kaufhaus-Komplex noch alles in bester Ordnung war. Im Sommer 2006 zum Beispiel schloss mit dem Mode-und Kurzwarengeschäft Rothdauscher eine Regensburger Institution. Erst ein Jahr später wurde dem Haus wieder Leben eingehaucht: Die spanische Modekette Zara eröffnete.
2023 als Zara-Nachfolger eingezogen
Ende 2022 hat sich bekanntlich auch Zara verabschiedet, in Richtung Arcaden. Es folgte eine neuerliche Durststrecke von einem Dreivierteljahr, ehe Anson’s die Lücke füllte. Zum Jahreswechsel kam nun das Gerücht auf, dass der Herrenausstatter schon wieder vor dem Absprung stehen soll – angeblich wegen unbefriedigender Umsätze.
Was ist dran? Zur Beantwortung dieser Frage ließ sich das Unternehmen einen Monat Zeit. Erst dann kam aus der Zentrale in Düsseldorf die Auskunft: „Bei dieser Information handelt es sich um eine Ente.“
Die „Sale“-Plakate sorgen für ein Missverständnis
Wo sie herkommt, kann man sich bei Anson’s jedoch erklären: „Der Gedanke kam sicherlich durch die mit ,Sale‘- Bannern verklebten Scheiben“, so eine Sprecherin. Tatsächlich wird in den Fenstern großflächig für „Männerschlussverkauf“ und „Final Sale“ geworben, doch wörtlich genommen werden sollte das „Final“ nicht.
Für Maria Müller, die Geschäftsführerin von Faszination Altstadt, gehört Fluktuation ganz prinzipiell zum Handel. Dass es Gerüchte darüber gibt, schreibt sie dem großen Interesse am Thema und am Standort zu. Das Gerede um Anson’s ist allerdings an ihr vorbei gegangen. Kunden-Feedback zu dem im September 2023 eröffneten Geschäft kommt hingegen sehr wohl bei ihr an: „Die Leute sehen es als guten Ersatz für das Herren-Sortiment, das es früher bei Galeria Kaufhof gab.“
Wie Müller weiter ausführt, ist Anson’s Mitglied in ihrer Vereinigung. Der Kontakt sei zwar nicht eng, doch im Zuge der Auswertung der Gutscheinaktion von Faszination Altstadt nehme sie den Herrenausstatter durchaus als Faktor wahr. „Nicht übermäßig gut, aber auch nicht unterdurchschnittlich.“ Besagte Gutscheine gelten an 87 Stellen in der Altstadt, 2024 wurden knapp 250.000 Exemplare davon verkauft.