Nato-Manöver am Truppenübungsplatz in Hohenfels: Soldaten aus 16 Ländern trainieren mit neuer Technik

Von Theresa Baumann · 4. Februar 2025 um 17:00

Eine Technik, die als Kinderspielzeug begann und inzwischen an der Front Verwendung findet: Drohnen. Am Truppenübungsplatz in Hohenfels lernen Soldaten neue Strategien und üben den Umgang mit neuen Waffen. Einen Einblick bescherte der „Media Day“ am Montag.

Ein Bus bringt die Medienvertreter, die teils extra aus der Niederlande und den USA angereist waren, durch das weitläufige Militärgelände. Insgesamt nahmen Soldaten aus 16 verschiedenen Ländern an der „Combined Resolve Exercise“ teil. Bevor die Journalisten aus dem Bus aussteigen, erklärt der Pressebeauftragte des Truppenübungsgeländes, Jason Treffry: „Was ihr hier seht, ist Test und Training zugleich. Wir wollen auch wissen, falls etwas nicht funktioniert.“

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Drohneneinsatz fordert mehr Aufmerksamkeit

Dann geht es zu Fuß weiter. Zwischen Bäumen und Sträuchern tarnen sich einige Militärfahrzeuge, die gerade mitten im Nato-Training stecken. Dazwischen einige Soldaten, die ihre Waffen schussbereit in der Hand halten. Vor einem dieser Trucks macht die Mediengruppe ihren ersten Halt.

Dort stellt sich der Chef der Operationsgruppe vor. Seine Einheit befindet sich gerade in der Defensive und bereitet die Attacke vor, erklärt der Slowake in gebrochenem Englisch. Bei dem Manöver testet sie neue Taktiken und Waffen, fügt seine Kameradin Renata Krasowa an. Dazu gehören inzwischen auch Drohnen, erzählt der Slowake Miros Vitko. Er führt fort: „Ich habe schon einmal mit dem amerikanischen Militär geübt, aber dieses Mal ist es anders, weil in der Ukraine Krieg herrscht.“

Im Training mit den Drohnen habe er gemerkt, dass seine Einheit ihre Position viel öfter wechseln müsste. Da es neben Drohnen, die Bomben abwerfen, auch Überwachungsdrohnen gebe, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Menschen und Autos identifizieren könnten.

Für Vitko fühlt es sich an wie ein Versteckspiel. Er und seine Kameraden seien in ständiger Bereitschaft. Sie wüssten nie, wohin die Drohnen geschickt werden. Wenn ihre Einheit mit etwa 300 Menschen und 16 Trucks weiterziehen müsse, könnten sie aber innerhalb von 20 Minuten ihr Lager abbauen und weiterfahren, erklärt er.

In 15 Minuten ist die Drohne einsatzbereit

Um Informationen über die Umgebung zu sammeln, nutze die U.S. Army beispielsweise das Drohnenmodell „Ghost X“, erklärt Pilot Wallor. Dieses Model komme auch in der Ukraine zum Einsatz. Bisher sei die Trefferquote bei der Identifikation noch ausbaufähig. Gegenüber der „Shadow“ habe dieses Modell aber einige Vorteile.

Denn es braucht laut Wallor lediglich 15 Minuten, um die Drohne vollständig hochzufahren. Zudem sei die „Ghost X“ sehr leicht zu bedienen. Von großem Vorteil aber sei, dass diese Drohne weder Wetter noch Licht abhängig sei, erklärt Wallor, wobei er auf die etwa zwei Meter lange Drohne neben ihm auf der Wiese zeigt.

Nachdem einer von Wallors Kameraden die Batterie an der Drohne angebracht hat, hebt der wespenartige Flugroboter auch schon ab. Lautlos ist der Vorgang keineswegs, aber scheinbar leise genug, um von möglichen Gegnern nicht sofort bemerkt zu werden.

Die Drohne steuert ein Soldat vom Boden aus mit einer Art Fernbedienung. Durch einen kleinen integrierten Monitor kann er das Kamerabild der Drohne mitverfolgen. Auch mit Computer können Drohnen gelenkt werden, wie später Soldat Muhieddine zeigt.

Er sitzt in einer Kuhle im Boden und fokussiert sich auf den Bildschirm vor ihm. Am Boden liegen Kabel. Lediglich das Gewehr, das neben ihm lehnt, lässt auf eine Kriegssituation schließen. Muhieddine arbeitet gerne mit der Drohne. Er findet es besonders praktisch, dass die Drohne automatisch zurückkehrt, wenn die Batterie schwach ist.

Auch die Reichweite sei Thema des Trainings. Die Drohne „Skydio X2D“ beispielsweise sei eher für kürzere Distanzen. So oder so seien die Flugkörper eine gute Möglichkeit, auch die eigenen Kameraden zu schützen, findet Muhieddine.

Die Drohnen in Hohenfels dürfen allerdings nicht einfach darauflos fliegen. Zuerst müssten sie bei der deutschen Bundeswehr registriert werden, erklärt General Carpenter. Das dauere oft sogar Monate.

Die Drohne „Ghost X“ ist Wetter und Licht unabhaängig.
Das Modell „Skydio X2D“
Am Truppenübungsplatz in Hohenfels lernen Soldaten neue Strategien und üben den Umgang mit neuen Waffen.
Bevor die Drohne starten kann, bringt ein Soldat die Batterie an.
Mithilfe von künstlicher Intelligenz kann die „Ghost X“ über eine Kamera Menschen und Autos identifizieren.
Sowohl mit Computer als auch mit einer Art Fernbedienung können die Drohnen gesteuert werden.
Innerhalb von 20 Minuten können die Soldaten ihr Lager abbauen.
So sieht das Wohngelände der US Army in Hohenfels aus.