Südtirol-Flair am Höllensteinsee in Viechtach: Restaurant soll ein Besuchermagnet werden

Was einst als Plan B begann, sieht kurz vor Fertigstellung längst nicht mehr danach aus: „Das Höllensteinhaus“ oberhalb des Stausees am Rande des Viechtacher Stadtgebiets soll ab dem Frühjahr ein neuer touristischer Anziehungspunkt werden. Am Montagabend hat sich der Stadtrat ein Bild von der – fast fertigen – Baustelle gemacht.
Wände aus Fichtenholz, eine Sonnenterrasse mit einem Traum-Ausblick, der sich an diesem Abend bereits erahnen lässt, und eine extravagante Bauweise. Die Handschrift des Südtiroler Architektenpaares Gerd Bergmeister und Michaela Wolf ist an allen Ecken sichtbar.
Dabei waren die Pläne von Bauträger und Investor Klaus Ingerl einst andere: Das ehemalige Café Seeblick sollte abgerissen werden, einem Neubau weichen. Doch dann kam alles anders. Die Preise explodierten, der Landshuter Unternehmer musste sein Vorhaben eindampfen. Sanierung statt Neubau, Terrasse statt Skywalk und auch der geplante gläserne Lift an der Staumauer des Kraftwerks war Geschichte. Trotz aller Abstriche: Nach Sparflamme sieht das Millionenprojekt – zu den genauen Kosten schweigt Ingerl auf VBB-Nachfrage – keinesfalls aus.
Geschäftsführerin mit Sterne-Erfahrung
„Ein Anziehungspunkt für ganz Niederbayern“ soll „Das Höllensteinhaus“ werden, betont Bürgermeister Franz Wittmann. Das Gebäude steht auf städtischem Grund. Eigentlich hätte das Lokal bereits im Sommer vergangenen Jahres eröffnet werden sollen. Doch etliche Hürden – personeller wie materieller Natur – verzögerten den Ablauf. „Es war eine anstrengende Zeit“, erzählt Investor Ingerl, der am Stausee sein erstes Gastronomieprojekt überhaupt verwirklicht. Doch trotz aller Probleme sei er vom Gelingen überzeugt: „Wenn wir uns nicht ganz blöd anstellen, dann wird das funktionieren.“
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Wie er den Erfolg über die außergewöhnliche Architektur hinaus erreichen will, erläuterte Ingerl zusammen mit Geschäftsführerin Lisa Lemberger. Sie war zuletzt als Restaurantleiterin im Deggendorfer Sternerestaurant „edl.eins“ beschäftigt. Kulinarisch anspruchsvoll soll es zugehen im „Höllensteinhaus“, betonte sie – allerdings ohne Sterne-Ambitionen. Entscheidend sei es, den Spagat zu schaffen zwischen Angeboten für Ausflügler und solchen Besuchern, die sich, so Lemberger, abends „mal gern etwas mehr“ leisten können und möchten. Für Regionalität, gutes Kochhandwerk und hochwertige Zutaten. „Kein Schicki-Micki, aber auch keine 08/15-Currywurst“ soll es sein. Gute Nachricht für Freunde des alten Cafés: Windbeutel werde es – wenn auch moderner interpretiert – weiter geben.
Das Credo lautet „Qualität vor Quantität“
Das oberste Credo laute „Qualität vor Quantität“. Dafür habe man einen jungen Küchenchef verpflichten können, der in den nächsten Wochen von Köln in den Bayerwald ziehen wird. Am 3. April steht dann die offizielle Eröffnung an. 20 bis 25 Mitarbeiter werden im neuen Restaurant beschäftigt sein. Auf der großen Holzterrasse können im Sommer rund 120 Personen sitzen, im Gastraum etwa 80.
Bei all dem kulinarischen Anspruch wolle man den Ausflügler – egal ob er zu Fuß, auf zwei oder vier Rädern zum Höllensteinsee gelangt – nicht aus den Augen verlieren. „Bei uns ist jeder willkommen“, betont Investor Ingerl.
Als nächstes ist das Landhotel dran
In Abstimmung mit der Stadt (ihr gehört der Parkplatz vor dem Lokal) wolle man die Toiletten öffentlich zugänglich machen. Eine finale Lösung wird der Stadtrat wohl in seiner März-Sitzung beraten. Etwa 50 Fahrrad-Stellplätze wird es rund um das Haus geben, dazu wohl bald auch Ladestationen. Der Bootsverleih samt Steg am See ist bereits instandgesetzt worden. Mit der Tourist-Info sei man in ständiger Abstimmung.
Nach dem Mega-Projekt „Höllensteinhaus“ hat Bauträger Klaus Ingerl bereits den nächsten großen Schritt vor Augen: Er will das naheliegende Landhotel modernisieren. Mit Entwürfen werde er noch in diesem Jahr auf den Stadtrat zukommen. Zumindest da soll dann auch Plan A greifen.

