Wohnen, wo andere zum Baden gehen – 45 Parzellen sind geplant

Die Stadt soll wachsen, sogar deutlich. In einem Ortsteil ist deshalb jetzt ein Baugebiet auf den Weg gebracht worden, dass 45 Bauplätze haben könnte. Die Nähe zu möglichen Arbeitsplätzen der künftigen Bewohner ist dabei garantiert.
Es handelt sich bei dem Projekt im Ortsteil Schwaig um das zweite neue Baugebiet, das jetzt zu Jahresbeginn vom Stadtrat beschlossen wurde. Auch das kleine Heiligenstadt soll wachsen. Dort ist ein Lückenschluss zwischen einer Schreinerei und einem landwirtschaftlichen Anwesen geplant, neun Bauplätze sind vorgesehen. Rund 30 Anwesen gibt es bisher in Heiligenstadt.
Die Dimension für den Ortsteil Schwaig ist eine komplett andere. Das dort geplante Baugebiet ist von der Zahl der Anwesen her viel größer als Heiligenstadt und von der Zahl der Bewohner ebenfalls. Heiligenstadt hat nach amtlichen Zahlen gegenwärtig 114 Einwohner, für Schwaig werden 1115 Einwohner gemeldet. Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl von Neustadt mit allen Ortsteilen betrug am 31. Dezember 2024 mit Haupt- und Nebenwohnungen 15 645 Personen.
Rechnet man nun vier Personen pro Haus, könnte sich für ein Schwaig mit dem neuen Baugebiet ein Zuwachs um 180 Personen ergeben. Geplant sind im Neustädter Ortsteil an der Grenze zum Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm vor allem Einfamilienhäuser.
Im Schnitt 500 Quadratmeter
Auch andernorts wird in der Großgemeinde Neustadt auf Einfamilienhäuser gesetzt. Zum Beispiel im Baugebiet „Am Oberfeld“ in Irnsing. Dieses Areal hat eine Fläche von 3,2 Hektar, dort sollen 30 Bauparzellen entstehen, die zwischen 550 und 800 Quadratmeter groß sein werden.
Im neuen Schwaiger Baugebiet „Am Sportplatz“, das vor wenigen Tagen einstimmig vom Stadtrat beschlossen wurde, geht es um ähnliche Dimensionen. Das Areal ist 3,59 Hektar groß, die Parzellen sollen eine durchschnittliche Größe von 500 Quadratmetern haben, wobei auch 400 Quadratmeter als kleinste Größe denkbar sind. Damit soll eine flächensparende Grundstücksverteilung erreicht werden.
Auch dieses Baugebiet wird wie schon jenes in Heiligenstadt als Lückenschluss deklariert. Es soll zwischen dem Baugebiet „Grasiger Weg / Ochsenwiesen“ und dem Sportplatz entstehen. Vorgesehen sind neben Einfamilienhäusern auch Doppelhäuser. Gegenwärtig wird das Gelände landwirtschaftlich genutzt.
Das Baugebiet könnte künftig sogar noch wachsen. Wie Bürgermeister Thomas Memmel in der Sitzung des Stadtrats erklärte, konnte mit einem Grundstückeigentümer, der nordwestlich angrenzend – also auf Höhe des nördlichen Teils des Grasiger Weg – Grund besitzt, bisher jedoch noch keine Einigung erzielt werden. Eine 3850 Quadratmeter große Fläche wird daher im aktuellen Entwurf des Bebauungsplans „Am Sportplatz“ noch als Grünfläche ausgewiesen. Sollte es zu einer Einigung kommen, stellte Memmel klar, würde diese Fläche ebenfalls zum Wohngebiet werden.
Nachfrage hält an
Mit dem Baugebiet „Am Sportplatz“ will die Stadt dem „Siedlungsdruck“ begegnen, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. Gemeint ist damit nichts anderes, als dass die Nachfrage nach Eigenheimen anhält. Bei dem Baugebiet in Heiligenstadt hatte sich der Bürgermeister ähnlich geäußert. Die Idee für die künftigen Bauplätze sei aus der Bevölkerung gekommen, hatte Memmel gesagt. Zum Areal in Schwaig sagte er: „Junge Familien wollen sich hier ein Eigenheim schaffen.“ Dieser Wunsch war auch bei Bürgerversammlungen vorgebracht worden.
Ein wesentlicher Vorteil des neuen Baugebiets in Schwaig ist der Umstand, dass es nach dem Stand der Planung keinen Durchgangsverkehr geben wird. Der Anschluss an das bestehende Straßennetz erfolgt über die Straßen „Zum Sportplatz“ und „Grasiger Weg“. In nächster Nachbarschaft befinden sich neben dem Sportplatz und dem Sportverein Schwaig mit seinem Vereinsheim auch ein Spielplatz und ein Rodelhang. Etwas weiter entfernt liegt das „Schwoagara Meer“, der Stadtweiher, mit Sandstrand, Gastronomie und Spielgeräten.
Nicht minder wichtig sind für die künftigen Einwohner Arbeitsplätze. In Schwaig und dem unmittelbar angrenzenden Nachbarort gibt es große Industrieunternehmen und bis zu den Firmen in Neustadt a.d. Donau und Vohburg sind es nur ein paar Minuten mit dem Auto.

