Messerattentat am Regensburger Bezirksklinikum: Urteil verzögert sich weiter

Von Isolde Stöcker-Gietl · 30. Januar 2025 um 17:01

Der Prozess gegen einen inzwischen 15-jährigen Amokläufer am Bezirksklinikum Regensburg dauert an. Die für kommenden Montag geplante Urteilsverkündung wurde vom Landgericht Weiden erneut verschoben.

Bislang haben die Generalstaatsanwaltschaft München als Herrin der Anklage, der Anwalt des Angeklagten, die drei Nebenklage-Vertreter der Opfer ihre Plädoyers nicht vorgetragen. Verzögerungen gab es unter anderem durch die Erkrankung eines Gutachters. Eine Urteilsverkündung wird nun für den 13. Februar anvisiert. Weiterhin sind keine Einzelheiten über das laufende Verfahren an die Öffentlichkeit gedrungen. Wegen der Persönlichkeitsrechte des jungen Mannes herrschen besondere Vorkehrungen.

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Dem jungen Angeklagten wird Mord sowie versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Er soll im Oktober 2023 mit einem Messer zunächst einen Lehrer der Schule für Kranke, dann einen siebenjährigen Patienten der Tagesklinik und schließlich einen Krankenpfleger durch Stiche verletzt haben. Das Kind wurde noch vor Ort reanimiert, starb aber einen Tag später an den schweren Verletzungen. Der 15-Jährige war Patient der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wegen erheblicher Gefahr der Fremd- und Eigengefährdung trug er eine elektronische Fußfessel – als einziger Jugendlicher in Deutschland.

Nach einem Besuch bei seinen Eltern hatte Dennis V. zwei Messer auf das Klinikgelände geschmuggelt, mit denen er am 26. Oktober 2023 seinen Amoklauf plante. Vor den Messerangriffen postete er auf Instagram ein Foto von sich mit der Botschaft Revenge – Rache. Bereits zuvor war er im Visier der Ermittler, weil er einen Anschlag auf seine Schule vorbereitet haben soll. Dennis V. drohen zehn Jahre Jugendstrafe. Wahrscheinlicher dürfte allerdings die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie sein.