Landkreis Kelheim präsentiert autonomes Fahrprojekt in Las Vegas

Von Mittelbayerische Zeitung · 26. Januar 2025 um 05:00

An einer der weltweit größten Fachmessen für Mobilität, Elektronik und Unterhaltung in Las Vegas (Nevada) hat der Kreis Kelheim mit seinem Projekt für autonomes Fahren, SUE, teilgenommen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor.

Die International CES 2025 (Consumer Electronics Show) fand demnach vom 7. bis 10. Januar statt. Der Landkreis Kelheim beteiligte sich als eines von 28 Unternehmen und Projekten mit SUE am deutschen Pavillon, der vom das Bundeswirtschaftsministerium organisiert wurde.

„Ich fand es schade, dass Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Südkorea oder China eher wenig präsent war. Autonomes Fahren wird in Zukunft immer wichtiger, weil der Fahrermangel im ÖPNV immer dramatischer wird“, sagt Landrat Martin Neumeyer (CSU). „Was ich von dem Besuch vor allem mitgenommen habe, waren die Kontakte, die wir knüpfen konnten. Dem Bundesverkehrsminister Volker Wissing habe ich für die Unterstützung des Bundes gedankt, ihn aber auch gebeten, dass sich Deutschland dem autonomen Fahren in der Zukunft nicht verschließt, weil wir sonst den Anschluss verlieren könnten.“

Im Landkreis Kelheim wurde in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet, was das autonome Fahren angeht. Mehrere vom Bund geförderte Projekte wurden und werden hier getestet. Vielen Bürger dürften die autonomen Kexi-Busse bekannt sein, die zwischen dem Donaupark und der Kelheimer Altstadt verkehrten. Diese gehörten zum Projekt KelRide, das derzeit ausläuft. Dabei sollte autonomes Fahren im Allwetterbetrieb getestet werden. Heuer folgt SUE – kurz für Self-Driving Urban E-Shuttle (wir berichteten). Anders als bei den KelRide-Fahrzeugen, die noch im Zuckeltempo unterwegs waren, soll SUE mit bis zu 50 Stundenkilometern unterwegs sein.

Neumeyer (CSU) nutze die Zeit in den USA auch für einen Abstecher nach Los Angeles (Kalifornien). Dort testete er den in den USA führenden autonomen Fahrdienstleister Waymo. Die Google-Schwester Waymo bietet laut Landratsamt autonomes Fahren auf Stufe 4 (siehe Info) an. Auf diesem Level soll noch heuer ein Bus im Kelheimer Donaupark seine Runden drehen – dieses Projekt läuft unter dem Namen „Safestream“.

Allerdings deutet sich 2025 auch das einstweilige Ende autonomer Projekte im Landkreis an. Im Oktober 2024 hatte Stefan Grüttner, Landratsamts-Stabsstellenleiter Mobilität, bekanntgegeben, dass die Projekte zum autonomen Fahren heuer auslaufen. Es sei fraglich, ob Deutschland und Europa die Wirtschaftskraft hätten um beim autonomen Fahren mitzuhalten. Neumeyer sagt, es sei sehr spannend gewesen, in Las Vegas zu sehen, wie innovativ andere Länder bereits agieren. Neumeyer: „. Genau darum ging es bei der USA-Reise: Zu sehen, wie andere es machen, um herauszufinden, wie wir es selbst machen könnten.“