Neue Lok von Bögl in Sengenthal zieht problemlos Züge von mehr als 2000 Tonnen

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. Januar 2025 um 14:41

Einen starken Neuzugang hat die Firmengruppe Max Bögl nach Sengenthal gelotst. 1800 kW, was etwa 2450 PS sind, kann die vierachsige, diesel-elektrische Lokomotive vom Typ DE 18 des Herstellers Vossloh Rolling Stock leisten. Sie leistet künftig Erstaunliches für das Bauunternehmen, was sich auch an Zahlen ablesen lässt.

Am 13. Januar erreichte die fabrikneu aus dem Kieler Werk überführte Lok das Stammwerk der Firmengruppe im oberpfälzischen Sengenthal. Mit den rund 2450 PS, bei 90 Tonnen Gewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, handele es sich um die aktuell leistungsstärkste Mittelführerhauslokomotive auf dem europäischen Markt, erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig halte die Lok die Emissionsgrenzwerte nach Stufe V ein. Die Motoren seien für den Einsatz von synthetischem HVO-Kraftstoff vorbereitet, der rund 90 Prozent weniger CO2 enthalte.

Für die Lokführer von Max Bögl bedeute der Erwerb der neuen Lokomotive eine wesentliche Erleichterung. Bisher seien die im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller gewordenen Rangieraufgaben mit zwei älteren dreiachsigen Rangierlokomotiven erledigt worden. Nun sei es möglich, auch lange Züge mit einem Gewicht von über 2000 Tonnen problemlos im Werk zu rangieren und über die firmeneigenen Gleise vom Werk Sengenthal zum Bahnhof Neumarkt zu befördern. Aktuell sind dies vor allem Züge mit Bauteilen für den Brenner Basistunnel.

Bauteile für den Brenner Basistunnel aus Sengenthal

Die Hauptaufgabe der Lokomotive wird laut Unternehmen bis ins Jahr 2026 hinein zunächst darin bestehen, Bauteile für den Brenner Basistunnel – im Regelfall täglich ein knapp 2000 Tonnen schwerer Ganzzug – im Werk zu rangieren und nach Neumarkt zu fahren. Dort werden sie zur Weiterfahrt nach Steinach in Tirol von einer E-Lok übernommen werden.

Neben den täglich verkehrenden Zügen für den Brenner Basistunnel verlassen im Laufe eines Jahres auch zahlreiche Schwellenzüge das Werk, wie Bögl sagt. Ebenso werden immer wieder Baustellen über den Schienenweg mit Betonfertigteilen versorgt, z. B. für Windkrafttürme, Parkhäuser und Hallen. In Spitzenzeiten komme es vor, dass bis zu drei beladene Züge pro Tag das Werk verlassen.

Da die neue Lok über die Zulassung zum Betrieb auf dem deutschen Schienennetz verfüge, werde sie parallel zum schweren Rangierdienst auf der eigenen Schieneninfrastruktur noch eine weitere Aufgabe übernehmen: Mit ihr sollen künftig auch Züge über den Bahnhof Neumarkt hinaus bis in den Großraum Nürnberg oder nach Regensburg vorgefahren werden. Der Grund für den erweiterten Aktionsradius sind laut Bögl die nur beschränkt vorhandenen Gleiskapazitäten am Bahnhof Neumarkt für den ankommenden und abgehenden Güterverkehr.